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Tiktok-Trend: Gefrorene Gurken für pralle Haut? Warum ein Hautarzt davon abrät

  • Tiktok hat mal wieder einen neuen Beautytrend hervorgebracht.
  • Dieses Mal wird eine Gurke eingefroren, um sich damit anschließend das Gesicht zu massieren.
  • Ein Hautarzt rät davon allerdings tunlichst ab – und erklärt, was viel effektiver für schöne Haut ist.
Alice Mecke
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Hannover. Gurkenscheiben sind so etwas wie ein natürlicher Klassiker in der Hautpflege, denn sie haben einen hohen Wasser- und Vitamin-C-Gehalt. Doch Nutzerinnen und Nutzer der Videoplattform Tiktok setzen noch einen drauf: Statt sich dünne Gurkenscheiben etwa auf die Augen zu legen, packen sie ein großes Stück des Gemüses ins Eisfach. Mit der gefrorenen Gurke massieren sich die Frauen dann das Gesicht, die Kältebehandlung soll für einen sofort erkennbaren Glow sorgen. Die Userin Alexa Rae Loebel beispielsweise zieht nach sieben Tagen Eisgurkenbehandlung das Fazit: keine Rötungen, keine Augenringe, keine Schwellungen und kleiner aussehende Poren.

Hautarzt: Eiseskälte fürs Gesicht ist ein No-Go

Zugegeben, die Haut der Userin sieht frisch und rosig aus – aber sollten deshalb unsere Gurken jetzt auch immer im Eisfach und auf unserer Haut landen? „Auf keinen Fall“, sagt Dr. Christoph Liebich, Hautarzt und Inhaber der Hautarztpraxis Dermazent in München im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Denn extreme Kälte sei laut dem Experten generell für die Haut nicht gut. „Ich würde meinen Patientinnen und Patienten auch niemals Eiswürfel für das Gesicht empfehlen.“ Vor allem wer zu empfindlicher Haut oder Rosacea tendiert, tue seiner Haut mit einer Eisgurke nichts Gutes und könne Rötungen sogar verstärken.

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„Bei extremer Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und dadurch werden Rötungen zwar kurzzeitig vermindert. Sobald sich das Gesicht wieder erwärmt, sind die Rötungen aber wieder da“, so der Experte.

Allerdings müsse bei Kälte unterschieden werden: Das Eisfach ist ein No-Go. Aber Gurken oder auch andere Massagetools aus dem Kühlschrank seien laut Experte durchaus effektiv. „Kühlschrankkälte“ sei viel schonender und effektiver und könnte Schwellungen tatsächlich reduzieren, da sie die Durchblutung fördert. „Es ist aber wichtig, dass die Kälte nicht zu lange an einer Stelle verharrt, sondern, dass sie in Bewegung ist.“ Um an die wirkungsvolle Feuchtigkeit der Gurke zu kommen helfe aber vor allem eins: „Die Gurke oder generell viel grünes Gemüse einfach essen“, so Liebich.

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Schöne Haut erzielt man vor allem durch ausreichendes Trinken

Auch auf Tiktok selbst gibt es eine Reaktion auf die spezielle Eisbehandlung – die fast 27.000 Likes verzeichnet. Der Tiktoker Dr. Karan Raj erklärt in einem Clip, dass Gurken zwar gut für den Körper sind, jedoch die besten Effekte nicht durch gefrorene Gurken auf der Haut erzielt werden, sondern eben durch das Verspeisen des Gemüses.

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Gut mit Feuchtigkeit versorgte Haut sehe voller aus, erklärt Raj, dem mehr als vier Millionen Menschen auf Tiktok folgen. Aber um das zu erreichen, sollte man vor allem ausreichend Wasser trinken, pflichtet er Liebich bei. Im Schnitt sollte ein Erwachsener am Tag mindestens 1,3 bis 1,5 Liter trinken, rät das Bundeszentrum für Ernährung.

Fazit: Eisgurken kann man sich sparen

Dieser Tiktok-Hack ist also nicht wirklich zu empfehlen. Außerdem ist es auch nicht besonders nachhaltig, jeden Tag eine halbe Gurke einzufrieren, um sie nach der Behandlung wegzuschmeißen – es sei denn, Sie haben anschließend noch Appetit auf die gefrorene Gesichtsgurke. Ein Teelöffel, der über Nacht oder für einige Stunden im Kühlschrank gelagert wird, ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch für die Haut viel schonender. Wir halten fest: Pralle, gesunde Haut wird vor allem durch das Essen der Gurke und ausreichend Flüssigkeitszufuhr erzielt.

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