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Do it yourself: Welcher Tee wann passt und wie man Mischungen selbst herstellt

  • Zu den klassischen Teezutaten zählen Hagebutte, Apfel, Minze, Huflattich und Löwenzahn.
  • Wie man daraus eigene Mischungen kreiert, erklärt Buchautor Axel Gutjahr im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
  • Der Experte teilt außerdem vier Teerezepte zum Selbermachen.
Isabella Hafner
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Schon die Menschen der Antike wussten, wie heilsam Tee sein kann. Buchautor Axel Gutjahr erklärt, welche Kräutermischung wann passt und wie man das Getränk genießen sollte. Nach dem Interview folgen vier Rezepte für Teemischungen.

Herr Gutjahr, wie muss man sich das vorstellen: Sie stehen stets zu Hause in Ihrer Alchemistenküche und experimentieren mit Tee­rezepten?

(lacht) Na ja, ich habe einen Lagerraum, in dem sich viele Rohzutaten befinden. Andere Kräuter habe ich eingefroren. Dann kombiniere ich in der Küche Zutaten nach dem Baukastenprinzip.

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Was heißt das?

Es gibt die klassischen Teezutaten: Hagebutte, Apfel, Minze, Huflattich und Löwenzahn. Die habe ich immer vorrätig. Wobei ich versuche, meist frische Zutaten zu nehmen. Zu Hagebutte – das ist ein klassischer Sauermacher – passen gut Brombeere und Johannisbeere. Lindenblüte hingegen schmeckt wie Honig pur. Natürlich gibt es auch medizinische Tees. Aber die schmecken manchmal gallenbitter. Ich tüftele Rezepte für Genusstees aus. Wobei die auch eine heilende Wirkung haben können.

„Zum Teetrinken sollte man sich Zeit nehmen und ihn in kleinen Schlucken trinken“, sagt Axel Gutjahr, Spezialist für das Getränk. © Quelle: Servus-Verlag

Was fasziniert Sie so am Tee?

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Zuerst einmal: Das, was wir als Tee bezeichnen, ist eigentlich nur Aufguss. Tee im klassischen Sinne besteht aus aufgebrühten Blättern des Teestrauchs. Was mich fasziniert: dass ich ein unverfälschtes Naturprodukt trinke. Ich hole die Zutaten aus meinem Garten oder aus der Umgebung. Sie sind langsam gewachsen. Und wenn etwas so langsam wächst, wie es die Natur vorsieht, erziele ich ein ganz anderes Aroma, als wenn ich das chemisch hochpeitsche.

Auch der Ort ist wichtig. Ein Sonnenkind wie die Melisse pflücke ich nicht von einer Stelle, wo die Pflanze unterm Blätterdach steht. Wichtig ist auch der Zeitpunkt des Erntens. Ein Blatt sollte sich gut entwickelt haben. Bei der Lindenblüte hat man nur zehn bis fünfzehn Tage zum Ernten. Vorher sind die Blüten nicht richtig geöffnet, später halb verblüht. Da entfalten sich die Geschmacksstoffe nicht richtig. Ich sammle am Morgen oder abends, weil sonst die Pflanzen schnell welken.

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Und wo sammeln Sie? Im eigenen Garten?

Ich habe im Garten einen Kräuterteil, in dem ich meine Basiskräuter anbaue. Den Rest sammle ich in der freien Natur. Man braucht ja auch nicht so viel, um eine Teemischung für sich herzustellen. Wenn meine Frau und ich zwei Stunden Lindenblüten sammeln, haben wir einen Zehn-Liter-Eimer voll. Die Blüten werden getrocknet eingefroren, das reicht fürs ganze Jahr.

Haben Sie Ihre festen Fundstellen?

Wenn ich zum Beispiel Himbeerblätter brauche, da weiß ich schon, wo Himbeerhecken stehen. Aber wenn ich zufällig an einem Spitz- oder Breitwegerich vorbeikomme, denke ich: „Mensch, der sieht aber schön aus!“ Man sollte Kräuter übrigens auf keinen Fall in einer Tüte oder in einem Stoffbeutel sammeln. Ideal ist ein Korb, weil da von allen Seiten Luft herankommt.

In Ihrem Buch informieren Sie genau über einzelne Pflanzen, die sich für Tees eignen, und auch über ihre Wirkungen.

Ja, Kamille wird beispielsweise gern verwechselt. Die Hundskamille steht überall. Sie ist nicht schädlich, in ihr stecken aber keine gesundheitsfördernden Stoffe. Wenn man den gelben Blütenstand einer Kamille aufschneidet und der hohl ist, dann ist es echte Kamille.

Was sollten Teeliebhaber unbedingt beherzigen?

Ich lagere meine Tees in Schraubgläsern in einem kühlen, trockenen Raum – im Schrank. Oder portioniert im Tiefkühlschrank. Wichtig ist, den Tee nicht mit kochendem Wasser zu überbrühen, sondern bei etwa 95 Grad. Und man sollte eine Tasse benutzen, die oben breit ist. Mit Tee ist es wie mit Rotwein: Er muss kurz vor dem Genuss mit Sauerstoff in Kontakt kommen. Außerdem sollte man sich zum Teetrinken Zeit nehmen und in kleinen Schlucken trinken.

Axel Gutjahr lebt in Stadtroda. Er begeistert sich für Pflanzen und Tiere. Die Rezepte stammen aus seinem Buch „Teegenuss – aus Früchten, Blüten und Blättern“ (Servus-Verlag, 69 Seiten, 7 Euro.). © Quelle: Servus-Verlag
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Rezept 1: Frühlingskur

Das wird gebraucht: 25 g frische Birkenblätter, 25 g frische Brombeerblätter, 25 g frische Himbeerblätter, 25 g frische Schwarze-Johannisbeer-Blätter, 25 g frische junge Brennnesseln

So geht’s: Alle Zutaten in eine Kanne geben und mit einem Liter kochendem Wasser übergießen. Anschließend den Ansatz fünf bis zehn Minuten lang ziehen lassen. Das ist eine belebende, blutreinigende Teemischung – das Richtige, um den Körper nach den Wintermonaten wieder in Schwung zu bringen. Um einen wirksamen Erfolg mit dieser Kur zu erzielen, sollte man eine Woche lang mindestens vier- bis fünfmal pro Tag eine Tasse trinken. Im Rahmen dieser Kur kann der Tee auch zu den Mahlzeiten getrunken werden.

Rezept 2: Roter Zauber

Das wird gebraucht: 3 g getrocknete rote Stockrosenblüten, 40 g getrocknete Hagebutten, 5 g getrocknete Holunderbeeren, 40 g Zitronengras, Schalen einer Bioorange, eines roten Apfels und einer Biozitrone

So geht’s: Die Zutaten mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und den Ansatz 15 Minuten ziehen lassen. Der Rote Zauber besticht vor allem durch seine herrlich rote Farbe. Einzigartig ist auch der fein säuerliche Geschmack.

Tee zu trinken kann ein Achtsamkeitsritual sein. © Quelle: Manki Kim/Unsplash

Rezept 3: Wohlfühltee

Das wird gebraucht: 40 g frische junge Brennnesseln, 40 g Zitronenmelisse, 30 g Schafgarbe, 10 g Thymian, 50 g Pfefferminze, 40 g Gartensalbei, 20 g Ringelblumenblüten

So geht’s: Diese Mischung mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und den Ansatz fünf Minuten ziehen lassen. Ein Tee für jede Tageszeit.

Rezept 4: Fitnesstee

Das wird gebraucht: 50 g grüne Minze, 50 g Brombeer-, Himbeer- oder Walderdbeerblätter, 20 g Kamillenblüten, 50 g Melisse, Schale einer Bioorange, ¼ TL Anissamen

So geht’s: Die Zutaten mit einem Liter kochendem Wasser übergießen und den Ansatz fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Der Fitnesstee wird vorzugsweise aus frischen Zutaten zubereitet.

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