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Fashion mit Geschichte

Ärmel hoch! Diese T‑Shirt-Schnitte sind dieses Jahr in Mode

Die Mode des Sommers 2022 erinnert an die mancher Vorjahre: Oversize, Tank oder Polo (von links).

Im Oversizelook: das Boyfriendshirt

Kommt man bei steigenden Temperaturen ins Schwitzen, hinterlässt das nicht selten unschöne Spuren. Vorzugsweise unter den Armen. Das passiert nicht nur, wenn das Deo versagt, sondern mitunter auch, wenn die Kleidung zu eng sitzt. Glücklicherweise dominiert diesen Sommer auch der Oversizelook. Neben weiten Kleidern, Hosen und Blazern ist das Boyfriendshirt angesagt.

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Der zeltartige Schnitt mit weiten Ärmeln sorgt für ausreichend Luftzirkulation. Und auch wenn das Modell gefühlt zwei Nummern zu groß ist, sieht man nicht automatisch unförmig drin aus. Models wie Eva Padberg (Foto oben) und Hailey Bieber oder Fashionbloggerinnen wie Pernille Teisbæk stecken den Bund locker in weit geschnittene Hosen und schmale Röcke oder tragen das Shirt als Minikleid.

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Idealerweise besteht es aus 100 Prozent Baumwolle. Das ist nicht nur hautfreundlich, sondern sorgt auch dafür, dass es mit der Zeit nicht aus der Form gerät. Farbmäßig ist alles erlaubt. Mit Weiß ist man auf der sicheren Seite, Knallfarben wie Orange oder Grasgrün setzen dagegen starke Akzente. Wem einfarbig zu langweilig ist, der setzt auf Motto-, Logo- oder Bandnamenshirts. Hauptsache ist, dass der Stoff nicht transparent ist.

Ein echtes Boyfriendshirt soll im Zweifel auch der Partner tragen können. Gleichwohl muss man sich nicht zwingend an dessen Kleiderschrank bedienen. Bei vielen Luxuslabels von Balenciaga bis Stella McCartney, aber auch bei Modeketten wie Mango und Zara zählen Boyfriendshirts zum Standard der Damenkollektion.

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Wer Ideen sucht, wie man das Shirt am besten trägt, findet nicht nur online oder in Modemagazinen Inspiration. Auch Filme und Bildbände mit und über Leinwandlegenden wie Brigitte Bardot, Marilyn Monroe oder Audrey Hepburn geben Beispiele für die Attraktivität von Boyfriend-T-Shirts.

Ein Stück Rebellion: das Tanktop

Womöglich ist es eine Folge des Klimawandels, dass Modeschaffende selbst für Herbst und Winter auf viel Haut setzen. Das Luxuslabel Prada jedenfalls feierte in seiner jüngst präsentierten Kollektion für die nächste Saison das Tanktop. Vielleicht ist die Erhebung zum It-Piece aber auch als Hommage an Britney Spears gedacht, die sich im vorigen Jahr vor Gericht das Ende der jahrelangen väterlichen Vormundschaft erkämpft hatte und seitdem von Fans als Freiheitsikone gefeiert wird.

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Vor mehr als zwei Jahrzehnten machte die Popsängerin das vorzugsweise bauchfreie Achselshirt zu ihrem Markenzeichen. Spears hat die Mode der Nullerjahre, den Y2K-Style, mit Hüftjeans und Cropped Tops entscheidend mitgeprägt. Seit einiger Zeit schon ist der Look, dessen Name auf ein Computerproblem zur Jahrtausendwende zurückgeht, wieder angesagt – und das Tanktop fester Bestandteil der Sommermode.

Was ursprünglich nur als Unterhemd und Sporttrikot von Männern getragen wurde, hat auch für Frauen viele Vorteile: Das Achselshirt passt zum Tüllrock wie zur Jeans und kann als unterste Schicht unter alles gezogen werden. Darüber hinaus ist das Tanktop so schlicht, dass es Tattoos, Schmuck und definierte Oberarme gut zur Geltung bringt.

Spears war nicht die Erste, die das Tanktop zu schätzen wusste: Die australische Schwimmerin Annette Kellerman (1886 – 1975) prägte den Begriff, als sie bei einem Wettkampf 1907 in einem Trägertop in einen „Tank“ (damals sagte man noch nicht Pool) sprang und wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht kam. Sie wurde freigesprochen – und revolutionierte die Damenbademode.

Zu freizügig? Annette Kellerman posiert in ihrer Schwimmkleidung.

Zu freizügig? Annette Kellerman posiert in ihrer Schwimmkleidung.

Poloshirt: ein Mittelmaß aus casual und elegant

Nicht zu casual, aber auch nicht overdressed, lässig und doch elegant – mit einem Poloshirt macht man kleidungstechnisch vieles richtig. Doch es gibt ein Restrisiko für Biederkeit. Verpönt sind die Kombination mit Perlenkette und das Hochklappen des Kragens. Beides unterliegt dem Verdacht des Schnöseltums und wird womöglich bestraft mit Einladungen zum Sonntagsbrunch im Golfclub. Glücklicherweise jedoch beugen aktuelle Interpretationen des Poloshirts folgenschweren Modeunfällen vor: Neue Stoffe und Schnitte sorgen für ein frisches Image des Klassikers. Das gilt im Übrigen auch für die Herrenmodelle.

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So dominiert längst nicht mehr nur das formstabile Pikeegewebe. In diesem Frühjahr und Sommer sind Polohemden auch in Seide, Strick und Frottee zu haben. Auffällig ist außerdem eine neue Offenheit: Vielfach fehlt die signifikante Knopfleiste. Ebenfalls ein Novum: Das Oberteil, quasi ein Hybrid aus legerem T-Shirt und formellem Hemd, gibt es jetzt auch in der bauchfreien Cropped-Variante.

Farblich ist alles erlaubt, besonders beliebt sind jedoch Querstreifen. Getragen werden Poloshirts bei Damen auch auf der Straße zu Tennisröckchen. Doch auch Kombinationen mit Plissee- oder Bleistiftrock, Bermudas oder Schlaghose sind angesagt. Bei Männern ersetzt das Poloshirt das Hemd zur Anzughose oder wird zu Shorts getragen.

Ursprünglich entstammt das Poloshirt auch der Herrengarderobe: Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es erstmals in Indien als Trikot bei Reiterspielen eingeführt. Der französische Tennisspieler René Lacoste etablierte es in den Dreißigerjahren auch auf dem Court. Zusammen mit Ralph Lauren und Tommy Hilfiger hat die Marke Lacoste den sogenannten Preppy-Stil mit seinem adretten Collegelook geprägt.

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Das Poloshirt spielte dabei eine entscheidende Rolle. Bei der Vielzahl an Neuauflagen hat es sein elitäres Image weitgehend verloren. Smart ist das Poloshirt immer noch – solange der Kragen unten bleibt.

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