Studie: Jeder Fünfte kauft Produkte, die Influencer empfehlen

  • Eine Studie besagt, dass jeder fünfte Deutsche Dinge kauft, die Influencer empfehlen.
  • Dabei spielt das Alter eine große Rolle: Die jüngere Zielgruppe lässt sich bei der Kaufentscheidung stärker beeinflussen.
  • Am erfolgreichsten sind jedoch Produkte, die nicht empfohlen, sondern nur präsentiert werden.
Michèle Förster
|
Anzeige
Anzeige

Make-up, Videospiele, Proteinriegel oder Kleidung – viele Unternehmen setzen zur Vermarktung ihrer Produkte mittlerweile auf Influencer, die auf Social-Media-Plattformen aktiv sind. Für die Firmen hat diese Form des Marketings nur Vorteile: Sie erreichen damit mehr Aufmerksamkeit für ihre Produkte, die Zielgruppe wird auf direkte und authentische Weise angesprochen und dabei bleiben die Kosten für einen bezahlten Beitrag überschaubar.

Eine Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigt nun, dass dieses Geschäftsmodell durchaus Erfolg hat. Eine Befragung von 1051 Verbrauchern hat ergeben, dass bereits jeder fünfte Deutsche Produkte gekauft hat, weil sie von Influencern empfohlen wurden. Bei der jungen Zielgruppe ist es sogar knapp jeder zweite.

Influencer beeinflussen die Kaufentscheidung

Influencer sind mittlerweile ein ganz normaler Bestandteil des Alltags von vielen Deutschen: 26 Prozent kommen über die sozialen Medien mindestens einmal am Tag in Kontakt mit ihnen. Ob in Videos, Posts oder Stories – das Anpreisen von Produkten rund um Mode, Schmuck und Fitness-Food entwickelt sich zum lukrativen Geschäft für Unternehmen wie Influencer.

Jeder Fünfte (19 Prozent) der Befragten gab zu, dass er bereits durch Influencer zum Kauf von Produkten animiert wurde. Der Anteil der Frauen, die Produkt- und Kaufempfehlungen folgen, ist dabei geringfügig höher (22 Prozent) als der der Männer (17 Prozent).

Jeder Fünfte lässt sich durch Produkt-Empfehlungen von Influencern zum Kauf verleiten. Der Anteil der Frauen ist dabei geringfügig höher. © Quelle: BVDW
Anzeige

Junge Zielgruppe ist besonders beeinflussbar

Auch dass es sich bei den Inhalten auf Youtube, Instagram und Co. um werbliche Inhalte und Kooperationen handelt, stört nur etwa ein Fünftel der Befragten. Die Mehrheit (40 Prozent) hat kein Problem mit bezahlten Posts und Videos, solange die Werbung auch als solche gekennzeichnet ist.

Anzeige

„Die jüngeren Generationen haben weniger Probleme mit Werbung. Sie erkennen darin einen Nutzen für sich“, so BVDW-Geschäftsführer Marco Junk. Ob es sich dabei nun um eine rationale Nutzenkalkulation oder vielmehr um eine leichte Beeinflussbarkeit handelt – die Studienergebnisse machen deutlich, dass sich die junge Zielgruppe in ihren Kaufentscheidungen manipulieren lässt: 43 Prozent der 16- bis 24-Jährigen kaufen Produkte, die Influencer vorstellen.

Empfehlungen haben nicht immer den gewünschten Effekt

Doch die BVDW-Studie offenbart auch einen psychologischen Effekt: Obwohl in der Verkaufspsychologie Empfehlungen als wirkungsvollstes Marketinginstrument gelten, scheinen sie im Falle der Influencer nicht zu überzeugen. Denn nur jeder Fünfte kauft Produkte, weil sie ihm empfohlen werden. Doch fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) unter 45 Jahren hat bereits etwas gekauft, weil er es zuvor bei einem Influencer gesehen hat.

Das bekräftigt auch eine 2019 durchgeführte Studie der Media-Agentur Wavemaker, der zufolge jeder zweite Deutsche Influencer als kommerzielle Werbebotschafter wahrnimmt. Für 41 Prozent der Befragten verlieren Influencer durch Kooperationen sogar ihre Glaubwürdigkeit – das Gegenteil von dem, was sich Marken von ihren Botschaftern versprechen.

Anzeige

Obwohl das Influencer-Marketing mit einem schlechten Ruf zu kämpfen hat, sind nach wie vor viele Käufe der von Influencern vorgestellten Produkte zu verzeichnen. Was diese Studien vor allem zeigen, ist wohl, dass Authentizität ein größeres Verkaufsargument ist, als es plumpe Markenbotschaften in Form von Empfehlungen und Affiliate Links je sein könnten.


“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen