Studie belegt: So umweltschädlich ist Hundehaltung

  • Immer mehr Europäer halten einen Hund bei sich zu Hause. Forscher der TU Berlin beschäftigen sich erstmals mit der Ökobilanz eines Hundelebens.
  • Etwa 8,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid stößt ein Hund im Durchschnitt aus, so die Forscher.
  • Problematisch sei die Futterproduktion und der Kot und Urin der Tiere – Hundehalter und die Industrie könnten dem jedoch entgegenwirken.
Anja Semonjek
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Berlin. Aus ökologischer Sicht ist das Halten von Haustieren nicht vorteilhaft. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Technischen Universität Berlin. In einer kürzlich veröffentlichten Studie untersuchten sie, welche Auswirkungen das Halten eines Hundes auf die Umwelt hat. Dabei untersuchten sie erstmals den gesamten Lebenszyklus des Hundes.

Je größer der Vierbeiner, und je länger er lebt, desto mehr Auswirkungen habe er auf die Natur. Etwa 8,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid stoße ein 15 Kilogramm schwerer Hund im Laufe von 13 Lebensjahren aus, so die Forscher. Das entspricht etwa 13 Hin- und Rückflügen von Berlin nach Barcelona.

In der Fachzeitschrift “Sustainability” wurde die Studie publiziert. Hintergrund der Untersuchung ist die steigende Anzahl der Haustiere in der Europäischen Union. In Deutschland hielten im Jahr 2005 etwa 5,5 Millionen Menschen einen Hund als Haustier, 2017 waren es bereits 9,2 Millionen Menschen. Für die Ökobilanzstudie wurde untersucht, wie viel Tierfutter ein “durchschnittlicher Hund” zu sich nimmt und wie viel Kot er ausscheidet.

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Optimierung des Hundefutters

Dass immer mehr Tierfutter produziert werden muss, sei laut der Forscher schädlich für die Natur. Eine Optimierung des Futters würde dazu beitragen, dass sich die Auswirkungen verringern. Besonders kritisch seien Nebenprodukte von Rindfleisch und Geflügel, die Produktion von Weißblech und Stahldosen und der Transport zum Einzelhändler.

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Außerdem wirke sich Kot und Urin negativ auf die Umwelt aus: Unter anderem litten die Pflanzen, heißt es in der Studie. Die Bäume seien beispielsweise anfälliger für Krankheiten. Wo Grünflächen rar sind, wie in Großstädten, sei dies besonders auffällig. Außerdem verursache Kot Süßwasserökotoxizität (Vergiftung).

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Exkremente entsorgen

Wie können Hundehalter also versuchen, ihren CO2-Fußabdruck gering zu halten? Da die Herstellung von Plastiktüten vergleichsweise wenig umweltschädlich ist, sollten sie die Fäkalien in jedem Fall aufsammeln – und ordnungsgemäß entsorgen. In Berlin gebe es Spezialautos, die den Kot aufsammeln. Das sei jedoch mit einem Mehraufwand verbunden, so die Forscher. Wenn Hunde urinieren, um Gebiete zu markieren und zu kommunizieren, könnten die Auswirkungen des Urins wahrscheinlich nicht verringert werden, ohne die soziale Struktur des Hundes zu beeinträchtigen.


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