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„Screamatorium“ im Leadenhall-Market

„Schreien, schlagen, Kuchen“: So baut man in London seinen Alltagsstress ab

Ein Arbeiter geht während der Corona-Pandemie durch den leeren Leadenhall-Market in London.

Ein Arbeiter geht während der Corona-Pandemie durch den leeren Leadenhall-Market in London.

Eine Umfrage der Onlinejobbörse Monster aus dem Jahr 2019 zeigte, dass acht von zehn Mitarbeitenden schon einmal auf der Arbeit geweint haben. Um Arbeitsstress abzubauen, gehen viele Menschen in ihrer Mittagspause spazieren – eine US-amerikanische Studie zeigt, dass das auch durchaus sinnvoll ist. Demnach senken nämlich bereits 20 Minuten im Grünen das Stresslevel. In London gibt es bald noch eine weitere Möglichkeit zum Stressabbau.

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Im Leadenhall Market (ein überdachter Markt in London) findet sich neben Boutiquen und ausgewählter Gastronomie bald ein ganz neues Konzept zum Stressabbau. Dort wird nämlich das erste „Screamatorium“ (von „Scream“, deutsch: Schrei) Großbritanniens eröffnet. Das „Screamatorium“ ist vom 27. bis 30. September geöffnet und soll Besucherinnen und Besuchern völlig kostenfrei helfen, Spannungen und Stress abzubauen. Und das funktioniert nach einem interessanten Prinzip.

Grundidee des „Screamatoriums“ ist nicht neu

Die Stressgeplagten, die das „Screamatorium“ besuchen, sollen in einem geschützten Raum erst einmal schreien, so laut sie können oder wollen. Für Wettbewerbsorientierte misst ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin die Dezibel jedes Schreis und führt eine Bestenliste. Danach geht es zu einer Runde „Whac-A-Mole“, ein Spiel, bei dem die Spielerin oder der Spieler Plastikmaulwürfe, die aus Löchern kommen, mit einem Hammer zurück in die Löcher schlagen soll. Und zum Schluss begibt man sich in eine beruhigende Meditationszone, in der Kuchen geschlemmt werden darf.

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„Ich denke, ‚schreien, schlagen, Kuchen‘ ist eine gute Kombination“, sagt Catherine Jordan Jones, eine Sprecherin des Leadenhall-Marktes, dem Guardian. „Wer wäre danach nicht glücklich?“ Auch wenn sich das Konzept anfangs seltsam anhört: Die Grundidee dahinter ist nicht neu und wird in ähnlicher Ausführung bereits betrieben.

Psychologischer Nutzen ist nicht belegt

So können Interessierte in „Rage Rooms“ (deutsch: Wuträume) in Norwich stundenweise Keramik zerdeppern. Gemma Whiddett, Geschäftsführerin von Rage Rooms, erklärt dem „Guardian“, dass das Geschäft noch nie so gut lief wie heute. Und auch in Deutschland ist die Idee längst nicht mehr neu. Im KarlsWUT, einem Wutraum in Karlsruhe, können Gestresste nach Angaben der Betreiber etwa „Möbel, Geschirr und Glas“ zerstören. Und beim Car-Bashing in Köln/Bonn können Wütende Aggressionen abbauen, indem sie „ganz legal ein Auto zertrümmern“.

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Der psychologische Nutzen vom Schreien oder Zerstören von Dingen ist wissenschaftlich nicht belegt. Tatsächlich scheint es dafür aber eine Nachfrage zu geben – wie die Entstehung von Wuträumen oder „Screamatorien“ zeigt. Dann fehlt wohl nur noch der Kuchen.

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