Stiftung Warentest: Helfen Light-Produkte wirklich beim Abnehmen?

  • Bei vielen Light-Lebensmitteln sparen Verbraucher im Vergleich zum Original Kalorien. Das bestätigt ein neuer Bericht von Stiftung Warentest.
  • Allerdings lohnt ein Blick auf die Nährstoffzusammensetzung.
  • Denn in der Rezeptur befinden sich teils ungesunde Süß- und Zusatzstoffe.
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Nur „0,1 Prozent Fett“, „ohne Zuckerzusatz“, „leichter Genuss“ – oft versprechen die Aufschriften auf Produktverpackungen zucker- und fettreduzierte Lebensmittel. Aber halten sie auch das, was sie versprechen?

Die Stiftung Warentest hat für die „test“-Januarausgabe 77 Lebensmittel genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Wer auf Light-Lebensmittel setzt, spart tatsächlich jede Menge Fett und Zucker. Light ist aber keine Garantie. Denn nur etwa 60 Prozent der untersuchten Produkte haben tatsächlich weniger Kalorien.

„Die Bilanz ist gemischt“, heißt es im Testbericht. Berücksichtigt wurden im Test als fettarm oder zuckerreduziert gekennzeichnete Milch- und Käseprodukte, Margarine, Dressings, Fleisch- und Wursterzeugnisse, Desserts, Konfitüren, Fruchtnektare, Cerealien und Ketchup, die im Juli und August 2019 im Supermarkt zu kaufen waren.

Weniger Zucker, gleicher Brennwert?

„Mit etwa jedem zweiten Light-Produkt im Test müssen Kunden Kompromisse eingehen“, resümiert Stiftung Warentest. „Sie erkaufen sich die versprochene Ersparnis mit ungesunden Fetten, umstrittenen Süßstoffen oder Zusatzstoffen, die viele Verbraucher meiden wollen.“ Das Minus an Haushaltszucker kompensierten die Hersteller oft durch Süßstoffe oder andere süßende Zutaten wie Fruktose oder Honig. „Nur bei vier von 22 Produkten ist einfach der Zuckergehalt verringert, ohne groß die Rezeptur verändert zu haben“, schreiben die Tester.

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Bei manchen Produkten sei die veränderte Rezeptur aber auch sinnvoll. Beim Test verschiedener Müslisorten habe sich zwar gezeigt, dass sich der Brennwert kaum unterscheidet, obwohl der Zuckergehalt um rund 30 bis 60 Prozent verringert ist. Der trotzdem positive Effekt: Statt Zucker sind bessere Kohlenhydrate und wertvolle Ballaststoffe im Frühstück enthalten: zum Beispiel Vollkornflocken oder Mandeln.

Beim Abnehmen auf fettarme Wurst und Käse setzen

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Weniger Fett lohnt laut der Warentester bei Wurst und Käse. Bei Frikadellen, Salami, Halbfettmargarine, Schnitt- und Weichkäse sei in der Rezeptur einfach nur der Fett- und Kaloriengehalt verringert worden. „Deshalb lohnt sich die Fetteinsparung besonders.“ Einziges Manko: Bei weniger Fett kann es Geschmackseinbußen geben.

Anders sieht es bei Fruchtjoghurt und Milchdrinks aus. Bei sechs als fettarm gekennzeichneten Molkereiprodukten zeigte sich im Test, dass sie zwar tatsächlich weniger als ein Gramm Fett enthielten, aber bis zu 14 Gramm Zucker pro 100 Gramm – was hinderlich ist für Menschen, die an ihrem Gewicht arbeiten wollen. Wer zu einer Light-Version bei Cremes zum Kochen greift, hat unter Umständen bis zu 15 Prozent ungesundes Palmfett im Produkt. „Wenn Sie mit normaler Sahne kochen und einen Teil durch Milch ersetzen, sparen Sie auch Fett“, rät die Stiftung Warentest.

Abnehmen klappt nicht ausschließlich mit Light-Produkten

Light-Lebensmittel alleine seien noch keine gesunde Ernährung. Verbraucher sollten darauf achten, von Natur aus zucker- und fettarme Lebensmittel zu konsumieren: zum Beispiel Gemüse, Joghurt pur, Magerquark und Schinken. Fettreduzierte Frikadellen, Salami, Käse und Halbfettmargarine können laut der Warentester aber ohne Kompromisse konsumiert werden – um Kalorien zu sparen. Beim Zucker sieht das anders aus. Da lohne es sich nur vereinzelt bei Lebensmitteln, etwa beim Müsli.

„Vergleichen Sie Nährwerttabellen und Zutatenverzeichnisse mit denen herkömmlicher Produkte“, empfiehlt der aktuelle Bericht der Stiftung Warentest. Für ein langfristiges Abnehmen reiche es aber nicht, nur auf Light-Produkte zu setzen. Dafür müsse sich die Kalorienzufuhr insgesamt verringern und der Körper in Bewegung kommen.

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