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Hilfe bei Insektenstichen: Spitzwegerich­salbe selbst machen

  • Juckende Stiche von Bremsen und Stechmücken machen im Sommer vielen Menschen das Leben schwer.
  • Abhilfe schafft der Spitzwegerich mit seiner entzündungs­hemmenden Wirkung.
  • Eine lindernde Salbe lässt sich aus den Blättern der Heilpflanze, Pflanzenöl und Bienenwachs einfach selbst herstellen.
Kristina Auer
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Hannover. Baden, Grillen und im Garten das Leben genießen – der Sommer hat viele schöne Seiten. Doch um eine äußerst unangenehme Angelegenheit kommt man in der warmen Jahreszeit nur sehr schwer herum: juckende Insektenstiche. Bei empfindlichen Menschen können die Stellen zu großflächigen und schmerzhaften Entzündungen werden. Glücklicherweise gibt es Abhilfe – und die wartet nicht selten direkt am Wegesrand. Die Rede ist vom Spitzwegerich.

„Plantago Lanceolata“ lautet der lateinische Name des heimischen Krautes mit den spitz zulaufenden, lanzettenähnlichen Blättern. Zu finden ist Spitzwegerich fast überall in der Natur, er wächst am Wegesrand, wie sein Name bereits andeutet, und auf jeder Wiese. Die Pflanze wird zehn bis 60 Zentimeter hoch und trägt kleine Ähren mit weißen Staubblättern.

Spitzwegerich wirkt wundheilend und entzündungshemmend

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Seine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung verdankt der Spitzwegerich den Iridoidglykosiden, die in der Pflanze enthalten sind. Weitere nützliche Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe, die die Wundheilung beschleunigen. Spitzwegerich hilft deshalb gegen Hautreizungen durch Insektenstiche, Brennnesseln oder kleine Schrammen.

Auch unterwegs lässt sich diese Wirkung nutzen: Einfach ein paar Blätter des Krauts pflücken, zerreiben und auf die betreffenden Stellen drücken. Auch bei Husten und Erkältung kann Spitzwegerich helfen – die getrockneten Blätter ergeben einen lindernden Hustentee.

Die Wirkung des Spitzwegerich lässt sich auch ganz unkompliziert konservieren. So kann man sie überall und zu jeder Jahreszeit nutzen. Eine Spitzwegerich­salbe lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Dafür benötigt man lediglich etwas Zeit, drei Zutaten und ein desinfiziertes Schraubglas.

Spitzwegerichsalbe aus drei Zutaten selbst herstellen

Um eine Salbe aus Spitzw­egerich selbst herzustellen, benötigt man:

  • Eine Hand voll frische Spitzwegerich­blätter
  • 100 ml Olivenöl oder anderes Pflanzenöl
  • 12 g Bienenwachs

Zunächst wird ein Ölauszug mit den wirksamen Substanzen der Heilpflanze hergestellt. Im ersten Schritt wird der Spitzwegerich klein geschnitten und in ein desinfiziertes Schraubglas gefüllt. Die Blätter sollten nicht mehr feucht von Tau oder Regen sein.

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Ein Ölauszug bildet die Basis der Spitzwegerich­salbe

Anschließend wird das Glas mit dem Öl aufgefüllt, sodass die Blätter vollständig bedeckt sind. Das Glas nun gut verschließen und den Ölauszug für etwa zwei Wochen bei Zimmertemperatur ziehen lassen – täglich einmal gründlich durchschütteln.

Wer es eilig hat, kann die klein geschnittenen Blätter in dem Öl auch für 30 Minuten bei niedriger Hitze im Wasserbad ziehen lassen. Eine langsame Extraktion verspricht aber eine bessere Wirkung der Salbe.

Sind die Spitzwegerich­blätter gut durchgezogen, wird der Ölauszug gefiltert und von den Blättern getrennt. Dafür den Inhalt des Glases durch ein feines Sieb mit einem sauberen Baumwolltuch darin gießen.

Bienenwachs verleiht der Spitzwegerich­salbe ihre Konsistenz

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Nun wird das gefilterte Öl zusammen mit dem Bienenwachs im Wasserbad erhitzt. Um die spätere Konsistenz der Salbe zu testen, kann man eine kleine Menge entnehmen und abkühlen lassen, sobald sich das Wachs vollständig aufgelöst hat. Für eine etwas flüssigere Salbe können etwa zwei Gramm weniger Wachs verwendet werden, für eine festere Salbe etwa zwei Gramm mehr.

Hat die Spitzwegerich-Salbe die gewünschte Konsistenz erreicht, wird sie in heiß gespülte oder desinfizierte Gläser gefüllt. Die Gläser erst nach dem Abkühlen verschließen – fertig! Die Spitzwegerich­salbe ist so mehrere Monate lang haltbar.

Das Rezept lässt sich auch etwas abändern: Soll die Salbe besonders geschmeidig werden, kann das Bienenwachs durch die doppelte Menge Wollwachs (Lanolin) ersetzt werden.

Vegane Variante mit Kokosöl

Für eine vegane Variante der Salbe kann das Bienenwachs weggelassen und und für den Auszug Kokosöl verwendet werden, das sich ebenfalls sehr gut für die Anwendung auf der Haut eignet. Sollte sich das Kokosöl nicht gleich verflüssigen, kann es für einige Minuten an einem warmen Ort gestellt oder ebenfalls im Wasserbad geschmolzen und mit den Spitzwegerich­blättern vermischt werden. Die Textur der veganen Salbe wird etwas flüssiger als die Variante mit Wachs.

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