Für Familien, Zocker und Knobler: neun Brettspiel-Tipps (für Silvester)

  • Brettspiele sind angesagt – nicht zuletzt dank der Corona-Krise.
  • Doch die Auswahl ist groß.
  • Wir haben Spieletipps für die Feiertage.
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Berlin. Für viele gehören Brettspiele mittlerweile zu den Feiertagen wie Weihnachtsbaum oder Raclette. Dabei müssen es längst nicht mehr Klassiker wie „Catan“, „Cluedo“ oder „Monopoly“ sein. Warum nicht stattdessen in „Dune Imperium“ auf einem Wüsten­planeten das wertvolle Spice fließen lassen? Oder in „28“ die Straßenbahn-Fahrgäste durchs malerische Lissabon kutschieren?

Spiele stehen wie jedes Jahr zu Weihnachten als Geschenk hoch im Kurs und die Corona-Krise hat den Boom nochmals angeheizt: Nach dem Rekordjahr 2020 wuchsen auch 2021 die Umsatz­zahlen. Der Verkauf von Erwachsenen­spielen steigerte sich um rund 14 Prozent, wie der Branchen­verband Spieleverlage mitteilte.

Im Sommer wurden bereits „Micro Macro: Crime City“ als Spiel des Jahres, „Paleo“ als Kenner­spiel des Jahres und „Dragomino“ als Kinderspiel des Jahres ausgezeichnet – und alle sind mindestens einen Blick wert. Was lohnt sich neben den prämierten Spielen noch? Neun Brettspiel­tipps für die Feiertage und den Silvester­abend:

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Für die Silvester-Party: „Fiesta de los Muertos“

Das kooperative Partyspiel für größere Gruppen dreht sich um den bekannten Tag der Toten, der in Mexiko jährlich am 2. November gefeiert wird. Spielerisch wandelt es das Stille-Post-Prinzip clever ab: Alle am Tisch erhalten zunächst eine Karte mit dem Namen einer bekannten verstorbenen Person.

Anschließend schreiben alle verdeckt jeweils einen zu dieser Persönlichkeit passenden Begriff auf aufklappbare Toten­kopftafeln. Danach müssen wiederum zu diesen Begriffen Assoziationen gefunden werden und so weiter. Sehr lustig ist häufig das Ende, wo die transformierten Hinweise den Verstorbenen richtig zugeordnet werden sollen.

„Fiesta de los Muertos“ wandelt das „Stille Post“-Prinzip ab und eignet sich als Partyspiel besonders für Silvester. © Quelle: Benjamin Siebert/dpa-tmn
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Für Zocker: „High Score“

Würfeln, zocken, überbieten! Wer mit jeweils sieben Würfeln in sieben Runden die meisten Punktechips sammelt, triumphiert in „High Score“. Der Clou des sehr zugänglichen Spiels ist, dass jede Runde nach anderen Regeln gewürfelt wird. Dafür werden in jedem Spiel sieben von 21 sogenannten Challenge­karten gezogen – so ist jede Partie unterschiedlich.

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Das Spiel ist perfekt für den Urlaub oder den Weihnachtsabend, weil es schnell erklärt und schnell gespielt ist. Obwohl es auch auf der Packung steht, ist es jedoch weniger für zwei Spielende, sondern eher ab drei Personen zu empfehlen.

Für Zocker: „High Score“ ist schnell erklärt und schnell gespielt. Wer mit jeweils sieben Würfeln in sieben Runden die meisten Punktechips sammelt, gewinnt. © Quelle: Benjamin Siebert/dpa-tmn

Für Familien: „28“

Wer Lissabon besucht, kommt nicht an einer Fahrt mit den charakte­ristischen gelben Straßen­bahnen vorbei. In „28“, namens­gebend ist eine der berühmtesten Linien, steuern die Spielenden ihre Bahn mithilfe von Tickets durch die portugiesische Hauptstadt, sammeln Fahrgäste ein und bringen sie zu Sehens­würdig­keiten.

Wenn eine andere Bahn aus dem Weg geschubst werden soll, kann eine Klingel betätigt werden – ein nettes Gimmick ohne echte Relevanz. Das Spiel bietet einen schönen Einstieg in die Welt der strategischen Brettspiele für Familien.

Wie wäre es mit einer kleinen spielerischen Reise nach Lissabon? Im Brettspiel „28“ werden Straßenbahn-Fahrgäste durch die portugiesische Hauptstadt kutschiert. © Quelle: Heidelbär Games/dpa-tmn
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Für Knobler: „Cryptid“

Die Spielenden suchen eine Kreatur, die sich auf genau einem Feld des Spielplans befindet. Dabei hat jeder andere Informationen über den Aufent­haltsort und versucht, durch das Befragen der anderen die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Cryptid“ ist ein sehr interaktives Deduktions­spiel, das gerade zum Ende immer spannender wird. Dabei ist hohe Konzentration gefragt, denn ein falsch gesetzter Stein macht das Rätsel für alle unlösbar.

Für Knobler: „Cryptid“ ist interaktives Deduktionsspiel, in dem die Spielenden den Aufenthaltsort einer Kreatur auf dem Spielplan finden müssen. © Quelle: Skellig Games/dpa-tmn

Für Kinder: „Ungeheuer hungrig“

Das Hybrid-Spiel vom kleinen deutschen Verlag Hybr Games vermischt eine App mit einem Brett-/Kartenspiel auf nette und niedliche Weise. Gemeinsam müssen Monster mit altem Krempel gefüttert werden, der auf den Handkarten aufgedruckt ist. Entscheidend sind hierbei die Farben der gespielten Karten. Diese sollen zusammen nämlich die Fellfarbe des jeweiligen Monsters ergeben.

Technisch integriert wird die App mittels QR-Codes auf den Karten­rück­seiten, die mit dem Tablet oder Smart­phone eingescannt werden. Aber Achtung: Nicht zu gesund füttern! Die Monster mögen keine Vitamine. Obst und Gemüse wollen nur die ab und zu auftauchenden Häschen. Das kooperative Spiel sorgt bei Jung und Alt für großen Spaß.

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Für Kinder: „Ungeheuer hungrig“ ist ein kooperatives Spiel, welches eine App mit einem Brett-/Kartenspiel auf charmante Weise vermischt. © Quelle: Hybr Games/dpa-tmn

Für Quizliebhaber: „Quiz Club“

In Quizspielen gewinnen immer die Klügsten mit der größten Allgemein­bildung? Auch bei „Quiz Club“ hilft viel eigenes Wissen, doch genauso wichtig ist die richtige Einschätzung der anderen am Tisch. Es gibt kooperative Runden, in denen einem Mitspielenden am besten die Frage gestellt wird, die er voraussichtlich beantworten kann. In den kompetitiven Runden setzt man dagegen auf das Nichtwissen des Gegenübers.

Das Spiel beinhaltet knapp 1000 Fragen von durchweg guter Qualität und ist durch Packs zu bestimmten Themen­gebieten erweiterbar.

Für Quizliebhaber: „Quiz Club“ beinhaltet knapp 1000 Fragen von durchweg guter Qualität. Bei diesem Spiel hilft Wissen, aber auch die richtige Einschätzung der anderen am Tisch. © Quelle: Funtails/dpa-tmn

Für Taktiker: „Explorers“

Das Familienspiel spielt in einer fiktiven Welt und ist ein sogenanntes Flip-and-write-Spiel: Alle am Tisch haben abwischbare Tableaus mit der gleichen Land­karten­kombination vor sich. Dann werden über vier Runden nacheinander Plättchen mit insgesamt vier unterschied­lichen Landschafts­typen umgedreht und jeder und jede Mitspielende macht auf seinem oder ihrem Tableau zwei oder drei Kreuze.

Dabei kann auf unterschied­liche Art gepunktet werden: durch das Einsammeln von Nahrung (Äpfel, Fische, Möhren) oder Edelsteinen, das Abkreuzen von Tempeln oder das Umbauen von Dörfern. Obwohl die Regeln recht einfach sind, bietet „Explorers“ durchaus etwas Tiefe und einen hohen Wieder­spielwert: Über eine Million Spiel­kombinationen sind möglich.

Für Taktiker: „Explorers“ spielt in einer fiktiven Welt, hat einen hohen Wieder­spielwert und eignet sich für die gesamte Familie. © Quelle: Benjamin Siebert/dpa-tmn

Für Filmfans: „Dune Imperium“

Spiele mit einer Lizenz zu Filmen oder Serien werden ihrem Vorbild nicht immer gerecht. „Dune Imperium“ macht aber gleich mehrere Sachen richtig: Einerseits erkennen Fans des Romans oder der aktuellen Verfilmung von Regisseur Denis Villeneuve die Atmosphäre auf dem Wüsten­planeten wieder.

Andererseits ist durch die klare Symbolik auch ohne Vorwissen ein schneller Einstieg möglich. Dabei richtet sich „Dune Imperium“ an erfahrene Spielende, die auch vor Konflikten nicht zurückschrecken. Spezielle Intrigenkarten, die man vor den Gegnern geheim hält und die noch eine über­raschende Wende bringen können, sorgen für die entscheidende Würze.

Für Filmfans: „Dune Imperium“ gibt die Atmosphäre auf dem Wüstenplaneten wieder und richtet sich an erfahrene Spieler, die auch vor Konflikten nicht zurückschrecken. © Quelle: Direwolf/Asmodee/dpa-tmn

Für Experten: „Arche Nova“

Beim Aufbau eines wissen­schaftlich geführten Zoos geht es nicht nur darum, viele (Tier-)Attraktionen zu bieten, sondern auch, möglichst viele Arten­schutz­projekte zu unterstützen. Der Hypetitel der diesjährigen Spiele­messe in Essen ist ein echtes Schwer­gewicht. Zwar sind die Regeln für ein Expertenspiel nicht übermäßig kompliziert, doch strategisch verlangt es einiges ab. Die Aktions­auswahl wird dabei mit einem cleveren Karten­mechanismus getroffen.

Achtung, Zeit einplanen: Das Erstlings­werk von Spieleautor Mathias Wigge kann durchaus länger dauern.

Für Experten: Bei „Arche Nova“ geht es nicht nur darum, einen Zoo aufzubauen, sondern auch, möglichst viele Artenschutz­projekte zu unterstützen. © Quelle: Feuerland/dpa-tmn

RND/dpa

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