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Silvesterbräuche weltweit: So feiern andere Länder den Jahreswechsel

  • In Deutschland begleiten Silvesterraketen, „Dinner for One“ und Champagner traditionell den Jahreswechsel.
  • Doch wie feiern die Menschen in anderen Ländern das neue Jahr?
  • Ein Überblick über Silvester- und Neujahrsbräuche rund um die Welt.
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Hannover. In den meisten Ländern wird am 31. Dezember Silvester gefeiert und das neue und bevorstehende Jahr begrüßt. In Deutschland wird vor zwölf mit Luftschlangen, Feuerzangenbowle und Fondue gefeiert und ab Mitternacht mit Raketen und Böllern – allerdings ist das in diesem Jahr coronabedingt nicht oder nur eingeschränkt möglich.

Während hierzulande also wieder einmal eine Diskussion über Feuerwerk brennt, blicken die Menschen in anderen Regionen der Welt dem neuen Jahr mit anderen Traditionen entgegen – ein Überblick.

Italien: Rote Unterwäsche bringt Glück fürs neue Jahr

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In Italien gilt rote Unterwäsche in der Neujahrsnacht als Pflicht. Wer glücklich und erfolgreich sein möchte, sollte mit roter Wäsche ins neue Jahr „rutschen“. Kaufhäuser und Dessous-Läden stellen daher jedes Jahr spätestens kurz nach Weihnachten ihre Wäscheauslage um – alles in der Farbe Rot. Gegessen wird Schweinshaxe mit Linsen.

Frankreich: Ganz in Ruhe schlemmen

Die Franzosen feiern in aller Regel nicht ausgelassen mit großen Partys in das neue Jahr. Sie bevorzugen es, mit Freunden in aller Ruhe zu schlemmen. Statt mit Böllern und Raketen wird das neue Jahr kulinarisch mit Champagner, Stopfleber (Foie gras) oder Austern begrüßt.

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Spanien: Weintrauben bewahren vor Unheil

In Spanien gehören die Weintrauben zur Neujahrsnacht dazu. Sie sollen Glück bringen und Unheil abwenden. Zu jedem der zwölf mitternächtlichen Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten, muss eine Weintraube gegessen und sich dabei etwas gewünscht werden. Bis zum zwölften Glockenschlag müssen alle Trauben verzehrt sein, sonst riskiert man Unglück im neuen Jahr. Supermärkte bieten für die Silvesternacht sogar eigens Döschen mit zwölf Trauben an.

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Der Brauch des Traubenessens geht angeblich auf das Jahr 1909 zurück: Damals fiel die Weinernte so üppig aus, dass jemand auf die Idee gekommen sei, den Traubenberg auf diese Weise abzubauen. Wie in Italien soll auch in Spanien rote Unterwäsche Glück bringen. Wer dann noch einen goldenen Ring in sein Sektglas wirft, der wird – dem Brauch nach – nur Glück im neuen Jahr erfahren.

Griechenland: Hier wird gezockt

Die Griechen zocken in den Jahreswechsel – zu Hause oder auch im Kasino mit Würfelspielen oder mit den Karten. Das große Zocken beginnt meist am Abend des 31. Dezembers und geht bis in den Morgen des 1. Januars. Wer gewinnt, soll das ganze Jahr über Glück haben. Wer nicht gewinnt, kann wenigstens auf Glück in der Liebe hoffen.

Türkei: Wasser marsch für Prosperität

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In der Türkei wünscht man sich mit „Mutlu yillar!“ ein frohes neues Jahr. Wie in Italien und Spanien gilt auch in der Türkei das Tragen roter Unterwäsche als glückbringend. Ein weiterer kurioser Brauch: Wer alle Wasserhähne im Haus aufdreht, sorgt für Reichtum und Segen im neuen Jahr. Nicht gerade ökologisch, aber wenn’s hilft...

Bulgarien: Rückenschlag bringt gesundes Jahr

In Bulgarien geht es mit Schlägen auf den Rücken ins neue Jahr - sie sollen Gesundheit und Reichtum bringen. Für diesen Neujahrsbrauch wird ein Ast des Kornelkirschbaums bunt geschmückt, der damit zu einer „Surwatschka“ wird. In der Silvesternacht und am Neujahrstag gehen Kinder von Haus zu Haus und schlagen die Bewohner auf den Rücken. Dabei wünschen sie ein gesundes, glückliches und fruchtbares neues Jahr. Dafür bekommen sie kleine Geschenke wie Bonbons, Kuchen, Früchte oder Kleingeld.

Finnland: Mit Hufeisen die Zukunft deuten

In Finnland ist es Silvestertradition, ein ganzes Hufeisen einzuschmelzen und es in eiskaltem Wasser wieder erstarren zu lassen, um die Zukunft zu deuten. Vielleicht lässt sich sogar ein Geldgewinn daraus ablesen?

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Schweden: Mit Hummern und Austern ins neue Jahr

Die Schweden feiern den Jahreswechsel ganz klassisch mit Silvesterknallerei und -partys. In den Metropolen finden große Silvesterevents statt. In den eher ländlicheren Gegenden feiert man beschaulicher im Kreis von Verwandten und Freunden. Egal, wo die Party steigt, gespeist wird opulent: Hummer und Austern gehören in Schweden zum traditionellen Silvesteressen.

Russland: Bescherung von „Väterchen Frost“

In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost und seine Begleiterin „Snegurotschka“ (Schneeflöckchen) in Russland Geschenke. Im ganzen Land werden Jolka-Feste gefeiert. Die Familie sitzt um die „Jolka“ (den Tannenbaum) herum und isst. Die russisch-orthodoxe Kirche richtet sich anders als die westlichen nicht nach dem Gregorianischen Kalender, sondern nach dem Julianischen: Weihnachten ist in der Nacht zum 7. Januar, Neujahr erst am 13. Januar.

Tschechien: Äpfel sagen Zukunft vorher

In Tschechien gießen noch viele Familien Blei, um in die Zukunft zu schauen – noch älter aber ist der Brauch, einen Apfel zu halbieren und am Kerngehäuse das Schicksal abzulesen. Bilden die Kerne ein Kreuz, droht Unheil; in Sternform stehen sie für Glück. Finanziellen Erfolg soll nach tschechischer Tradition ein Mitternachtsessen mit Linsen bringen. Weil die Linsen ein bisschen wie Münzen aussehen, sollen sie Glück und Geldsegen versprechen.

Amerika: Der Müll bleibt im Haus

Aus demselben Grund wie in Tschechien werden vor allem im Süden der USA zu Silvester Linsen gegessen. In Teilen Pennsylvanias – dort, wo früher viele Deutsche siedelten – gehört dagegen Sauerkraut zu den Traditionsgerichten. Dann gibt es noch die Regel „Nothing Goes Out“, nach der am ersten Tag des Jahres nichts das Haus verlassen darf, auch nicht der Müll. Wenn doch, droht Unglück.

Japan: Oshogatsu

In Japan hat das Neujahrsfest einen hohen kulturellen Stellenwert. Die Feierlichkeiten erstrecken sich über mehrere Tage und dauern vom 29. Dezember bis 3. Januar. Ursprünglich folgte das japanische Neujahrsfest, „Oshogatsu“ genannt, wie auch das chinesische, koreanische und vietnamesische Neujahrsfest dem lunisolaren Kalender. Seit 1873 orientiert man sich dagegen am Gregorianischen Kalender, das neue Jahr beginnt somit am 1. Januar.

Zu den zahlreichen Bräuchen des Oshogatsu gehören Neujahrsgeschenke, der Neujahrsputz oder das Verschicken von Neujahrskarten. Ein im Fernsehen übertragener Gesangswettstreit, an dem die beliebtesten Sängern und Sängerinnen des Landes teilnehmen, sowie der Besuch eines Tempels am 1. oder 2. Januar zählen ebenfalls zu den festen Traditionen an Neujahr in Japan.

RND/pf

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