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Schweinenackensteaks im Test: Guter Geschmack ist nicht teuer – Tierwohl schon

  • Stiftung Warentest hat 15 Nackensteaks und -koteletts getestet.
  • Testsieger wird das Bio-Schweinenackensteak von der Pichler-Biometzgerei aus Bayern.
  • Am schlechtesten schneidet das Nackensteak der Rewe-Marke Wilhelm Brandenburg ab.
David Sander
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Fleischliebhaber gibt es viele in Deutschland – nicht wenige von ihnen wählen saftig-zarte Schweinenackensteaks. Doch wie gut sind die Steaks und -koteletts aus dem Handel wirklich? Stiftung Warentest empfiehlt acht mit der Note “gut”, insgesamt wurden 15 Steaks und Koteletts getestet. Doch nicht nur die Fleischqualität stand auf dem Prüfstand, auch das Wohl der Schweine sowie die Arbeitsbedingungen auf den Schlachthöfen wurden hinterfragt.

In der Juli-Ausgabe von “test” kürt Stiftung Warentest die besten Schweinenackensteaks und -koteletts für Grill und Pfanne – geschmacklich liefern die meisten überzeugende Ergebnisse. Von 15 Produkten wurden acht mit “gut” bewertet, fünf mit “befriedigend” und zwei mit “ausreichend”. Für die Bewertung haben die Tester unter anderem das sensorische Urteil (Aussehen/Geschmack), die mikrobiologische Qualität sowie die Deklaration verglichen. Die Kritik der Tester im Bezug auf die Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility CSR) fällt hingegen deutlich schlechter aus: Lediglich zwei Anbieter schneiden in diesem Punkt mit “gut” ab, einer mit “befriedigend”, neun mit “ausreichend” und drei gar mit “mangelhaft”.

Saftiger Geschmack: Bio-Steak von Pichler überzeugt

Die anhaltende Diskussion um Massentierhaltung beeinflusst auch das Kaufverhalten, immer mehr Verbraucher sorgen sich um das Wohl der Tiere. Wer gutes Schweinefleisch kaufen und gleichzeitig auf die Haltungsbedingungen achten will, könnte laut den Testern bei dem Bio-Schweinenackensteak von der Pichler Biometzgerei aus Bayern fündig werden. Im allgemeinen Qualitätsurteil ist es mit der Note 1,9 (”gut”) Testsieger, auch im CSR-Engagement erhält das Pichler-Steak als eins von zwei Produkten ein “gut”.

Das Nackensteak von Pichler kostet 16,90 Euro je Kilogramm, es ist Träger des EU-Bio-Siegels. Damit ist es eins unter wenigen: Im Handel ziert lediglich 1,6 Prozent der Nackensteaks ein Bio-Siegel. Stiftung Warentest ist vor allem von der hohen Fleischqualität und den Haltungsbedingungen der Schweine überzeugt. Pichler konnte demnach belegen, dass ihre Zulieferer viele Tierwohl-Kriterien umsetzen und einhalten. Das Steak riecht und schmeckt zubereitet intensiv nach Schweinefleisch und es hat ein saftiges Mundgefühl, berichten die Tester.

Gut zu wissen: Rückstände von Antibiotika oder von Krankheitserregern wie Salmonellen, Campylobacter und Listerien wurden in keinem getesteten Fleisch gefunden.

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Kaufland Purland Kotelett vorn

Wie Stiftung Warentest herausfand, verlangen nahezu alle konventionellen Anbieter von ihren Lieferanten hinsichtlich des Tierwohls kaum mehr als die schwachen gesetzlichen Standards – das beeinträchtige jedoch nicht die Fleischqualität. Zumindest geschmacklich kann ein konventionelles Steak mit den Bio-Varianten mithalten: Das Kaufland Purland Nacken-/Kammkotelett erhält das Urteil 2,0 (”gut”). Dabei überzeugt es auch mit seinem Kilopreis von 5,70 Euro.

Die Tester attestieren dem Kaufland Purland Kotelett ein saftiges Mundgefühl, bei den verpflichtenden und freiwilligen Packungsangaben sticht das Produkt mit der Note 1,7 (”gut”) deutlich aus dem Testfeld heraus. Kann das Kotelett im Geschmack noch mit den teuren Bewerbern mithalten, fällt es unter der Betrachtung der Unternehmensverantwortung deutlich zurück – CSR-Engagementsurteil: “ausreichend”. Kaufland engagiert sich nur dürftig für Tierwohl, Arbeiter und Umwelt – so haben die Schweine, von denen die Koteletts stammen, keinen Auslauf, sie werden auf harten Betonböden mit Öffnungen für die Exkremente gehalten (Spaltenböden) und müssen ohne Außenklima (frische Luft) auskommen.

Ausreichend: Rewe Wilhelm Brandenburg Steak überzeugt nicht

Wo Gewinner sind, sind bekanntlich auch Verlierer – so auch im Schweinenackensteak-Test von Stiftung Warentest. Das Wilhelm Brandenburg Schweinenackensteak von Rewe belegt den unrühmlichen letzten Platz mit der Gesamtnote 4,0 (”ausreichend”). Für 11,80 Euro das Kilo, eher im oberen Preissegment angesiedelt, missfällt das Steak vor allem im sensorischen Test (Note: 4,5). Laut den Testern riecht es roh sowie zubereitet leicht säuerlich. Auch im Geschmack ist es leicht säuerlich, leicht nach altem Fett und im Biss etwas uneinheitlich.

Zudem waren die Steaks von Rewe Wilhelm Brandenburg auffällig mit Verderbniskeimen belastet – die Menge sei laut Stiftung Warentest zwar gesundheitlich unbedenklich, kann jedoch auf Schwächen im Hygienemanagement hinweisen. Auch beim CSR-Engagement lässt das Rewe Steak Federn: nur “ausreichend”. Wie bei dem Kaufland Purland Produkt werden die Schweine, von denen die Steaks stammen, nur auf Spaltenböden ohne Außenklima gehalten – und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter in Schlachtbetrieben erhalten ein “ausreichend”. Mit “gut” bewerten die Tester beim Rewe-Steak allemal die chemische Qualität (2,0) und die Deklaration (2,0).

Alle Testurteile samt Bewertungserklärung der Produkte sind kostenpflichtig online auf test.de einsehbar.

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