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Gegen den Corona-Frust: Island wirbt mit Schreitherapie

  • Mit einer Schreitherapie wirbt Islands Tourismusbranche in Corona-Zeiten für die Insel.
  • Wer nicht direkt auf Island schreien will, kann dies auch am Computer tun.
  • Der Schrei wird dann aus Lautsprechern auf der Insel abgespielt.
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Reykjavík. In Corona-Zeiten sitzt der Frust bei den meisten Menschen tief. Nichts ist mehr so, wie es war. Auch der sonst blühende Island-Tourismus ist wegen der Corona-Reiseangst derzeit am Kriseln. Um vermehrt auf die weite, ungewöhnlich märchenhafte Landschaft der nordatlantischen Vulkaninsel aufmerksam zu machen, hat sich die isländische Tourismusbranche eine skurrile Idee einfallen lassen. Mit der in den experimentellen 70er-Jahren entwickelten psychologischen Schreitherapie will man wieder mehr Besucher anlocken.

Auch von zu Hause aus kann geschrien werden

Ungehemmtes Schreien in weiter schöner Landschaft soll demnach das Angstzentrum im Gehirn, eine mandelförmige Formation, die sich Amygdala nennt und von der es auf jeder Hirnhälfte ein Exemplar gibt, beruhigen, indem das Angstzentrum Stress absondert. Das Besondere an der Werbekampagne: Wer nicht direkt nach Island will, um vor Ort loszuschreien, kann über die Internetseite lookslikeyouneediceland.com am Computer daheim losschreien, dass sich die Balken biegen.

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Der eigene Urschrei wird aufgezeichnet und über riesige, gelbe in Islands schönsten Orten aufgestellten Lautsprecherboxen mit der Aufschrift “Let it out” abgespielt. So hört man sich selbst in einem Livevideo auf Island schreien, ohne auf der Insel zu sein. Mehrere richtig schöne, isländische Landschaften stehen einem dabei zur Auswahl.

Dem inneren Instinkt folgen

Doch so einfach, wie es klingt, ist es nicht mit dem Schreien. Wie man es rauslässt, wird in drei Schritten erklärt. Am Computermikrofon positioniert sollte man sich zunächst Gedanken über die Art des Schreis machen. “Einige Leute nutzen Lautstärke, einige nutzen Wörter und einige könnten den Atem nutzen”, heißt es in der Schreianleitung.

Zweitens sollte man stehen und zwar so, dass die Füße hüftbreit auseinanderstehen. Dabei sollten die Knie nicht durchgestreckt, sondern leicht gebeugt sein. Die Schultern sollen entspannt sein. “Sie werden es als hilfreich empfinden, ihre Hände an die Hüften zu legen.” Am wichtigsten sei aber: “Folge deinem Instinkt.”

Schreien wie ein Baby

Die dritte und letzte Anweisung zum richtigen Schreien auf Island: Man soll sich ein Baby vorstellen, wenn es schreit und weint. Der Lärm kommt aus dem Babybauch. “Von dort sollte auch dein Schrei kommen”, heißt es in der Anleitung.

Zum Aktivieren der Bauchmuskeln ist es demnach möglich, die Hände auf den Bauch zu legen und ein paarmal sehr tief ein- und auszuatmen, bevor es mit dem Urschrei, der über das Internet nach Island gesendet wird, losgeht. Alles klar?

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