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Rückkehr zur Zauberschule: Warum “Harry Potter”-Mode keine Kindersache ist

  • Die magische Welt von “Harry Potter” erlebt gerade ein modisches Comeback.
  • Die Handtaschen, Röcke, Cardigans im Hogwarts-Stil richten sich nicht an Kinder.
  • Die “Harry Potter”-Generation ist erwachsen geworden.
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Hannover. Wer gerne unauffällig bleibt, ist bei Vera Bradley falsch. Die Taschen des amerikanischen Unternehmens sind farbenfroh, reich an Mustern – und eigentlich immer ein Hingucker. Doch die Kollektionen, die Vera Bradley nun angekündigt hat, dürften aus einem ganz anderen Grund ins Auge fallen. Dabei ist noch gar nicht klar, wie sie genau aussehen werden.

Doch die Inspiration, die ist schon bekannt. Gemeinsam mit Warner Brothers will das Label 2020 eine ganze Reihe von Produkten – von der Tasche über Bettwäsche bis hin zum Bademantel – im Stil von “Harry Potter”, Hogwarts und der magischen Welt aus der Feder von Joanne K. Rowling auf den Markt bringen.

Wer will das kaufen? Anscheinend ziemlich viele. Denn Vera Bradley ist nicht das erste Modeunternehmen, das eine eigene “Harry Potter”-Kollektion entwirft. Der Zauberlehrling und seine Zauberschule erleben gerade, so scheint es, ein großes Fashioncomeback.

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Weg vom Merchandise – hin zur Mode?

T-Shirts, Bettwäsche oder gar Zauberstäbe gab es für ausgesprochene “Harry Potter”-Fans spätestens seit der Verfilmung zu kaufen. Doch das meiste davon fiel eher in die Kategorie Merchandise. Also Produkte, die im Grunde dazu da sind, ein anderes Produkt – wie etwa einen Film – zu bewerben. Für Fans ist solches Merchandise eine Möglichkeit, ihre Begeisterung zum Ausdruck zu bringen. Und tatsächlich ist die Auswahl an “Harry Potter”-T-Shirts, -Pyjama-Hosen oder -Hoodies beeindruckend. Mit Mode hat das meistens aber nicht viel zu tun.

Anders sieht es bei den Röcken und Cardigans aus, die der Shop Unique Vintage derzeit online verkauft. Um zu wissen, dass das große, gelbe “H” auf der Brust für “Hufflepuff”, eines der vier Hogwarts-Häuser steht, muss man sich in der Welt von J. K. Rowling zumindest ein bisschen auskennen. Unique Vintage nennt die Kollektion auch schlicht “The House Rules Collection” – auch das ist eine Anspielung, die sich wohl nur dann entschließt, wenn man die Bücher oder Filme kennt.

Zu den verschiedenen Looks – Cardigan und Karorock in den Farben Gryffindors, Hufflepuffs, Ravenclaws oder Slytherins – empfiehlt der Shop dann weitere Outfits, die aber nur noch den Farbcode der vier Häuser aufgreifen. So zum Beispiel Pumps im warmen Rot und Gelb für alle heimlichen Gryffindors. Dezenter geht Fanliebe fast nicht.

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Auch die New Yorker Designerin Danielle DiFerdinando, Gründerin des Labels Danielle Nicole hat Handtaschen für Harry-Potter-Fans entworfen: Nicht für Klischeenerds, sondern für junge, hippe Frauen.

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Hogwarts und Skater – das ist kein Widerspruch

Tatsächlich lässt sich der Harry-Potter-Look auch ganz gut mit den Markenzeichen anderer bekannter Trendsetter verbinden. So hat zum Beispiel die Skatermarke Vans vor Kurzem eine eigene Harry-Potter-Kollektion auf den Markt gebracht. Auch sie greift die mit den jeweiligen Häusern verbundenen Farben auf: Rot (Gryffindor), Blau (Ravenclaw), Grün (Slytherin) und Gelb (Hufflepuff) und druckt sie etwa im berühmten Vans-Checkerboard-Muster auf ihre Schuhe.

Vans, Vera Bradley, Danielle Nicole – die derzeitige Harry-Potter-Mode zeigt, wer die Zielgruppe ist: Nicht Kinder, sondern junge Erwachsene sollen sich die Produkte kaufen. Schließlich verdient die Generation “Harry Potter” inzwischen ihr eigenes Geld. Gleichzeitig ist aber auch die Akzeptanz für Fankultur ganz allgemein größer geworden. Dass erwachsene Männer und Frauen etwa Superhelden toll finden, ist nicht mehr peinlich, sondern ein Milliardenmarkt.

Im Fall von “Harry Potter” ist es ähnlich: Anfangs mussten die Verlage noch spezielle Erwachsenenausgaben herausgeben, weil es ausgewachsenen Menschen unangenehm war, mit den Büchern gesehen zu werden. Inzwischen ist klar, dass die magische Welt von J. K. Rowling mehr als nur eine simple Kindergeschichte ist. Darum ist es auch nicht peinlich, anstatt des Collegepullovers einer echten Uni den Pulli einer fiktiven Schule für Zauberei zu tragen. Wirklich in Harvard oder Yale waren schließlich auch nur die wenigsten.

RND

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