Rezepte ohne Zucker: Essen für Kinder geht auch zuckerfrei

  • Kinder kommen schon mit einer Vorliebe für Süßes auf die Welt, schon die Muttermilch schmeckt süß.
  • Mit zunehmenden Alter kann das jedoch zu Übergewicht führen.
  • Anastasia Zampounidis stellt in ihrem Buch Rezepte vor, die Kindern auch ganz ohne Zucker schmecken sollen.
|
Anzeige
Anzeige

Hannover. Kinder lieben Süßigkeiten – daran ist wenig zu Rütteln. Sie kommen mit einer Vorliebe für Süßes auf die Welt, schon die Muttermilch schmeckt süß. Doch anders als Erwachsene wissen Kinder nicht, dass in den meisten Süßigkeiten reichlich Zucker steckt, weshalb man sie nur selten und in Maßen genießen sollte. Zu viel Zucker, das geht aus etlichen Studien hervor, macht krank und dick – als Erwachsener weiß man das und hat es selbst in der Hand, die Gefahr zu umschiffen. Als Kind jedoch tappt man immer wieder unbewusst in die Zuckerfalle, was sich ein Leben lang rächen wird.

Die Fernsehmoderatorin und Autorin Anastasia Zampounidis gehört schon seit einiger Zeit zu den Köpfen in Deutschland, die dem „bösen weißen Gift“, wie sie es nennt, den Kampf angesagt haben. Vier (Koch-)Bücher hat sie bereits veröffentlicht, um zu manifestieren, warum sie vor 14 Jahren dem Industriezuckerkonsum abgeschworen hat und wie sie sich seither völlig zuckerfrei ernährt. Zampounidis, die von sich selbst sagt, sie sei früher ein wahrer Sugarholic gewesen, hat alle Arten von verarbeitetem Zucker aus ihrer Ernährung gestrichen und süßt ihre Speisen allenfalls noch mit natürlichem Zucker wie Obst oder Trockenfrüchten. Das Ergebnis, sagt sie, könne sich sehen lassen: Nicht nur die Heißhungerattacken, Stimmungsschwankungen und überschüssigen Pfunde hätten sich verabschiedet, auch Cellulitis, Pickel, Haarausfall und Infekte seien aus ihrem Leben verschwunden.

Das neueste Zuckerfrei-Werk, das die 51-jährige Deutsch-Griechin auf den Markt gebracht hat, widmete sie diesmal nicht ohne Grund den Kindern. Die Berlinerin, selbst kinderlos, aber als Tante und Freundin viel mit Kindern zusammen, hat erkannt, dass Zucker gerade in jungen Jahren besonders gefährlich ist, weil hier die Weichen für die körperliche Entwicklung und zukünftige Ernährung gestellt werden. „Vor 25 Jahren waren Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes Typ 2 bei Kindern nicht zu finden, mittlerweile sind die Zahlen alarmierend hoch: Jedes fünfte Kind in Deutschland ist zu dick – und wird es vermutlich auch als Jugendlicher und Erwachsener bleiben“, sagt Zampounidis. Den meisten übergewichtigen Kindern drohen, so die Zucker-Expertin, abgesehen von zahlreichen sozialen und psychischen Problemen etliche ernsthafte Folgekrankheiten: Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Gelenkprobleme oder Karies.

Um Kinder vor dem „weißen Gift“ zu schützen, muss sich aber nicht nur in der Lebensmittelbranche einiges ändern, auch im Elternhaus, der Kita, der Schule und dem Freundeskreis. Dass es möglich ist, den Nachwuchs zuckerfrei großzuziehen, ohne ihnen das Naschen und Genießen komplett zu verwehren, beweist Zampounidis eindrucksvoll in ihrem Buch: „Für immer zuckerfrei – für Kids“. Drei einfache und leckere Rezepte daraus haben wir hier gesammelt.

Für einen guten Start in den Tag: Frühstückspizza aus Haferflocken

Anzeige

Ob Knuspermüsli oder Nutella – die Zuckerfalle lauert oft schon früh am Morgen. Mit dieser knusprigen Pizza nicht.

Eine Pizza zum Frühstück: Der Boden besteht aus Haferflocken, Kokosraspeln und einer halben Banane. © Quelle: Bastei Luebbe
Anzeige

Das wird für eine Pizza gebraucht:

  • Für den Boden: 70 g feine Haferflocken, 15 g Kokosraspel, 1 EL Zimt, 1 Prise Salz, 1 TL Backpulver, ½ Banane, 50 ml Hafermilch
  • Für das Topping: 100 g Sojaquark (alternativ Milchquark), 1 EL Cashewmus
  • Zum Garnieren: je ½ TL Chiasamen und Leinsamen geschrotet, 30 g Himbeeren, 50 g Heidelbeeren, 2 Rispen Johannisbeeren, optional: Minze

So geht´s:

Chiasamen und Leinsamen rösten, dann beiseitelegen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Haferflocken, Kokosraspel, Zimt, Salz und Backpulver in einer Schüssel vermischen. In einer zweiten Schüssel die Banane mit einer Gabel zerdrücken. Hafermilch dazugeben und gut vermengen. Diese Mischung zur Masse in der ersten Schüssel dazugeben. Alle Zutaten mit einer Gabel kräftig zu einem Teig vermengen. Fünf Minuten stehen lassen. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech auslegen, flach drücken und mit einer Kelle zu einem dünnen Kreis streichen. Das Ganze 20 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und auf einem Teller abkühlen lassen. Quark und Cashewmus miteinander verrühren und auf den Pizzaboden streichen. Pizza mit Beeren belegen und mit Chia- und Leinsamen bestreuen.

Als gesundes Hauptgericht: Fruchtiges Ofengemüse

Natürlich ist es heutzutage noch schwer möglich, seine Kinder komplett zuckerfrei zu ernähren – sobald sie aus dem Haus sind, lockt von der Kita bis zum Kiosk überall Süßes. Man kann aber dafür sorgen, dass der Nachwuchs zumindest zu Hause ausschließlich mit gesunden und nahrhaften Lebensmitteln in Berührung kommt und Fertiggerichte oder Fast Food vom Speiseplan streichen. Denn gerade in Tiefkühlpizza und Ketchup versteckt sich enorm viel Zucker.

Anzeige
Dieses Ofengemüse ist alles andere als langweilig: Karotten, Kartoffeln und Kichererbsen treffen dabei auf süße Aprikosen. © Quelle: Bastei Luebbe

Das wird für 2 Portionen gebraucht:

  • 300 g Karotten
  • 300 g vorwiegend festkochende Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • je 1 Prise Salz, Pfeffer, süßes Paprikapulver, Pfeffer, Zimt und Kurkuma
  • 2 EL Olivenöl
  • 80 g gekochte Kichererbsen (aus dem Glas)
  • 80 g getrocknete Aprikosen
  • 80 ml Orangensaft

So geht’s:

Ofen auf 200 Grad vorheizen. Karotten und Kartoffeln in Scheiben, Zwiebeln in Spalten schneiden. Gemüse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und die Gewürze darüberstreuen. Circa 30 Minuten backen, bis das Gemüse gar ist, anschließend mit Olivenöl beträufeln. Kichererbsen im Sieb abtropfen lassen und mit Wasser abspülen. Mit den ­Aprikosen zum Ofengemüse mischen, den Orangensaft dazugeben und weitere 15 Minuten backen.

Für Zwischendurch oder als Dessert: Inka-Pudding mit dunkler Schokolade

Anzeige

Obstsaft, Fruchtjoghurt und Frühstücksflocken stehen weit oben auf der Top-Ten-Liste der größten Zuckerfallen. Trotzdem dürfen Desserts und Süßkram nicht komplett aus einem Kinderleben verschwinden. Ob Kekse, Eiscreme, Pudding oder Kuchen – es gibt inzwischen viele Alternativen, diese Leckereien zuckerfrei zuzubereiten.

Gesund und schokoladig: Der Inka-Pudding mit dunkler Schokolade ist das perfekte Dessert. © Quelle: Bastei Luebbe

Das wird für vier Portionen gebraucht:

  • 1 EL Chiasamen
  • 10 Datteln
  • 25 g Mandeln
  • 1 Handvoll gehackte Haselnüsse
  • 125 g 100 %-ige Schokolade
  • 1 Tonkabohne
  • 400 ml Kokosmilch
  • 2 Orangen

So geht´s:

Chiasamen in 50 ml Wasser 15 Minuten quellen lassen. Datteln in etwas warmem Wasser ebenfalls 15 Minuten einweichen. Mandeln grob hacken und rösten. Haselnüsse getrennt rösten. Schokolade hacken, 2 Esslöffel beiseitelegen. Abgetropfte Datteln in Kokosmilch pürieren. Tonkabohne fein reiben und in Kokosmilch aufkochen. Hälfte der Chiasamen und Schokolade dazurühren, bis sie geschmolzen ist. In Gläser füllen. Eine Orange filetieren, in feine Streifen schneiden. Die zweite Orange auspressen und die andere Hälfte der Chiasamen mit Orangensaft aufkochen. Orangenfilets und Mandeln zum Orangensaft geben. Die Orangenmasse auf den Pudding geben und mit Haselnüssen und den restlichen zwei Esslöffeln Schokolade bestreuen.

Lebensmittelindustrie steht in der Verwantwortung

Die größte Schuld am übermäßigen Zuckerkonsum von (Klein-)Kindern trägt laut Zampounidis die Lebensmittelindustrie. Sie spricht von einer klebrigen Lobby, die Zucker als billigen Füll- und Konservierungsstoff nutzt, mit kindlichen Helden als Werbefiguren verführt und dabei einzig den eigenen Profit im Auge hat. Und tatsächlich: Etliche Kinderlebensmittel kommen viel zu süß daher, schon beim Babybrei oder Früchtetee lohnt es sich, sorgsam das Etikett zu lesen und nicht blindlings jeder verheißungsvollen Werbung zu vertrauen. Zampounidis fordert daher, erstens die Rezepturen zu ändern und zweitens das Marketing für stark gezuckerte Kinderprodukte zu verbieten – schließlich könnten „Kinder nicht zwischen Wahrheit und Manipulation differenzieren“.

Über die Autorin - mit 50 Rezepten raus aus der Zuckerfalle

Anastasia Zampounidis, 1968 in Griechenland geboren, begann ihre Moderatorinnenkarriere beim Musiksender MTV, später arbeitete sie für das ZDF, Sixx TV und ZDF neo. Seit 2006 lebt Zampounidis komplett zuckerfrei. In ihrem neuen Buch „Für immer zuckerfrei – für Kids“ (Bastei Lübbe, 144 Seiten, 16,90 Euro) beschreibt sie, wie das auch für Kinder möglich ist.

„Für immer zuckerfrei – für Kids“ heißt das neue Buch der Moderatorin Anastasia Zampounidis. © Quelle: Bastei Luebbe
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen