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Achtsames leben

Fähigkeit zur Akzeptanz: Wie das Streben nach Glück gelingt

Menschen streben nach Glück – und können selbst eine Menge dafür tun, um ein glückliches Leben zu führen. Wie das gelingt, erklärt Achtsamkeitscoach Helmut Nowak (kleines Bild).

Alle Menschen streben nach Glück. Doch was ist Glück? Klar, denkt man dann vielleicht sofort: Es geht darum, sich gut zu fühlen. Doch die Erfahrung lehrt uns, dass, je mehr wir versuchen, dieses Glück zu erhaschen oder festzuhalten, desto mehr dazu neigen, dafür zu leiden. Warum? Weil es in uns oft nicht so ist, wie wir es gern hätten – wir haben eben nur einen sehr begrenzten Einfluss auf unsere Gefühle. Der Königsweg im Umgang mit Gegebenheiten ist die Fähigkeit zur Akzeptanz. Die amerikanische Schriftstellerin Edith Wharton hat mal treffend formuliert: „Ließen wir von dem Versuch ab, glücklich sein zu wollen, könnten wir eine recht schöne Zeit verbringen.“

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Ich möchte Sie hier einladen, den Fokus auf eine andere Art von Glück zu lenken: Es geht darum, nach einem erfüllten und sinnvollen Leben zu streben und danach zu handeln. Das nämlich liegt in unserer Hand, das können wir gestalten und entwickeln. Dadurch wird unser Leben bedeutungsvoller, vitaler. Es geht dabei darum, zu erkennen, welche Werte für uns bedeutsam sind und mit welchen Zielsetzungen wir diesen Werten entsprechen können.

Ein sinnerfülltes und werteorientiertes Leben

Eine wegweisende Hilfe bietet die Akzeptanz- und Commit­ment­­the­ra­pie, kurz ACT. Darin geht es um das Erkennen unserer Glücksfallen, darum, unliebsamen Gefühlen wie Angst und Schmerz Raum zu geben und sinnerfüllt sowie werteorientiert zu leben. Eine weitere Unterstützung bietet die Logotherapie und Existenzanalyse des Psychiaters Viktor Frankl. Als Juden wurden er, seine Frau und seine Eltern im September 1942 ins Getto Theresienstadt deportiert. Alle engen Familienmitglieder wurden getötet – er überlebte und wurde im April 1945 in Türkheim von der US-Armee befreit.

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Seine Eindrücke und Erfahrungen in den Konzentrationslagern verarbeitete Frankl in dem Buch „Trotzdem Ja zum Leben sagen – ein Psychologe erlebt das Kon­zen­tra­tions­la­ger“ (Penguin-Verlag). 1955 erhielt er den Professorentitel für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien, Gastprofessuren führten ihn in die USA. Er galt als einer der größten Fachleute auf seinem Gebiet. Frankls Lebensthema bestand in der Sinnsuche und Sinnfindung. Sein Lieblingszitat war: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.“

Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie.

Viktor Frankl,

Psychiater

Um den eigenen sinnerfüllten Werten auf die Spur zu kommen, ist es hilfreich, sich in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche zu fragen: Was ist mir im tiefsten Inneren wirklich wichtig? Was möchte ich mit meiner Zeit anfangen? Was für ein Mensch möchte ich sein? Welche persönlichen Stärken oder Qualitäten möchte ich entwickeln?

Fragen Sie sich, welche Art von Beziehungen Sie aufbauen möchten, und befassen Sie sich mit eigenem Wachstum und Gesundheit: Hier geht es beispielsweise um Kreativität, Achtsamkeit, Naturerfahrung, Sport und Ernährung. Wie ist es im Bereich Arbeit und Ausbildung? Hier geht es um Ihren Arbeitsplatz und Ihren Beruf, um Weiterbildung. Wie möchten Sie gegenüber anderen sein? Welche persönlichen Qualitäten möchten Sie bei der Arbeit einbringen? Welche Fähigkeiten möchten Sie weiterentwickeln? Schauen Sie sich auch den Bereich Freizeit an, wie Sie entspannen, Ihren Hobbys oder anderen Aktivitäten nachgehen. Was liegt Ihnen wirklich am Herzen?

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Der Autor ist zu erreichen unter www.achtsamkeit-und-co.de.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Fachleute zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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