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  • Pilzkalender 2020: Champignon, Steinpilz, Austerseitling - wann wächst welcher Pilz?

Pilzkalender: Wann wächst welcher Pilz?

  • Das ganze Jahr können Pilzliebhaber beim Sammeln fündig werden – wenn sie wissen, welcher Pilz wo und wann wächst.
  • Sammelerfahrungen aus 25 Jahren teilt Agrarwissenschaftler Stefan Marxer in seinem neuen Buch “Pilzvergnügt – Die Schätze des Waldes aufspüren”.
  • Dort präsentiert er die bunten Waldbewohner im Porträt.
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Der Herbst gilt als Pilzschlaraffenland, denn dann wachsen die meisten Pilze. Aber auch in anderen Jahreszeiten werden Waldbesucher fündig. Das zeigt Stefan Marxer in seinem neuen Buch “Pilzvergnügt – Die Schätze des Waldes aufspüren” (Löwenstein-Verlag, 24,90 Euro). In diesem gibt er seine 25 Jahre Sammelerfahrung preis – und porträtiert unter anderem diese 14 Pilze.

Maipilze und Champignons wachsen im Frühling

Der Maipilz

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  • Zeitraum: Von Mitte April bis Anfang Mai
Bei Maipilzen gehört ein Geruchstest zur Bestimmung. © Quelle: Österreichische Mykologische Gesellschaft

Ein toller Frühjahrspilz: Der Maipilz wächst unter Streuobst oder auf naturbelassenen Wiesen. Auch an grasigen Waldrändern und in lichten Laubwäldern ist er zu finden. Es lohnt sich jedoch eine Internetrecherche, da er an manchen Standorten gar nicht vorkommt. Das gelingt etwa mit dem Tool “Maipilze finden mit Google Earth”. Achtung: Der Pilz hat drei Verwechslungspartner: der Ziegelrote Risspilz, der Riesenrötling, und der Feldtrichterling.

Der Champignon

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  • Zeitraum: Zwischen Frühlingsende und Herbst, lokal sehr unterschiedlich
Die gute Kultivierbarkeit von Champignons wurde bereits im 17. Jahrhundert entdeckt. © Quelle: Österreichische Mykologische Gesellschaft
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Auch der beliebteste Kulturpilz, der Champignon, ist in der Natur zu finden. Er hält sich gerne in der Nähe der Zivilisation auf: auf Wiesen, Parkanlagen oder im Garten etwa. Allerdings sollte er dort nicht gepflückt werden – da er eine hohe Konzentration an Schwermetallen aufnimmt. Der Champignon sollte lieber fernab der Zivilisation gepflückt werden – oder im Supermarkt gekauft werden. Achtung: Mit giftigen Sorten wie dem Karbolegerling oder den Weißen Knollenblätterpilzen kann er verwechselt werden.

Sommersteinpilze, Täublinge und Pfifferlinge: Diese Pilze wachsen im Sommer

Sommersteinpilz

  • Zeitraum: Ab Ende Mai bis etwa Anfang Juli, in trockenen Jahren tritt er im späteren Juli bis August nur vereinzelt auf; ab September/Oktober kommt er wieder und bleibt manchmal sogar bis in die ersten Novemberwochen hinein.
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Der Sommersteinpilz ist vor allem in Eichen-, Buchen- und Laubmischwäldern zu finden. © Quelle: Stefan Marxer

Zu finden ist der Sommersteinpilz vorwiegend in Eichen-, Buchen- und Laubmischwäldern. Genau wie der Fichtensteinpilz handelt es sich um das Objekt der Begierde vieler Pilzsammler: Er ist leicht zu erkennen, schmeckt gut und ist räumlich und zeitlich weit verbreitet.

Fichtensteinpilz

  • Zeitraum: Vor allem in höheren Lagen (über 1000 Meter Seehöhe) ab Juli, dann bei ausreichend Feuchtigkeit bis in den Oktober
An diesem jungen Fichtensteinpilz haben sich schon Schnecken verköstigt. © Quelle: Stefan Marxer

Der Pilz sieht dem Sommersteinpilz sehr ähnlich, bevorzugt jedoch Fichten und Fichtenwälder. Spricht man landläufig von dem Steinpilz, ist der Fichtensteinpilz meist gemeint. Er kann enorme Ausmaße annehmen und bis zu zwei Kilogramm wiegen.

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Der Echte Knoblauchschwindling

  • Zeitraum: Von Sommer bis Herbst, je nach Feuchtigkeit
Der Echte Knoblauchschwindling ist ein geselliger Pilz und wächst gerne um Fichten herum. © Quelle: Stefan Marxer

Der Echte Knoblauchschwindling verspricht Aroma in der Küche: Direkt an Nadelbäumen wächst er. Wenn es trocken wird, verschwindet er schnell. In Feinkostläden gibt es ihn getrocknet zu kaufen. In Gruppen ist der gesellige Pilz leicht zu finden. Er gilt als einer der weltweit besten Würzpilze und zählt zu den höchstpreisigen Pilzen. Mit dem kleinen, unscheinbaren Pilz ist Vorsicht geboten: Zum Beispiel sollte er nicht mit dem Großen Knoblauchschwindling verwechselt werden.

Die Täublinge

  • Zeitraum: Ab Ende Mai in tiefer gelegenen Gebieten, bis Ende Oktober/Anfang November in höheren Lagen
Es gibt viele verschiedene Täublinge – bei grünen ist Vorsicht geboten. © Quelle: Stefan Marxer

Im Wald wächst der grüngefelderte Täubling, der Frauentäubling oder der Pfirsichtäubling. Mit über 700 Vertretern sind die Täublinge eine der artenreichsten Pilzgattungen in den mitteleuropäischen Wäldern. In kaum einem Wald sind keine Täublinge zu finden. Die meisten von ihnen sind brauchbare Speisepilze. An ihrer geradlinigen, dicht gestaffelten Lamellen sind sie zu erkennen. Vorsicht gilt bei den grünen Täublingen: Die können mit dem tödlichen Grünen Knollenblätterpilz verwechselt werden.

Die Pfifferlinge

  • Zeitraum: In Laubwäldern sind sie ab Mai oder Juni zu finden, in höher gelegenen, nadelwalddominierten Gebieten massenhaft von Juli bis September, manchmal bis in den Oktober
Die Pfifferlinge sind oft leicht zu erkennen: Mit ihrer gelben Farbe stechen sie ins Auge. © Quelle: Stefan Marxer

Sehr bekannt ist der Pfifferling. In Laubmischwäldern und Nadelmischwäldern sind verschiedene, optisch kaum zu unterscheidende Arten zu finden. Doppelgänger ist der ungenießbare Falsche Pfifferling sowie der Giftige Ölbaumtrichterling.

Herbst: Die Zeit der Semmelstoppelpilze, Reizker und Totentrompeten

Der Purpurleistling

  • Zeitraum: Beginnend mit Ende August bis in den Spätherbst
Der Purpurleistling erinnert im jungen Stadium an einen Pokal. © Quelle: Stefan Marxer

Dieser Pilz wird auch als “Schweinsohr” oder “Miniaturpokal in Violett” bezeichnet. Seine einzigartige Form verleiht ihm diese unterschiedlichen Namen. Sorge zur Verwechslung besteht hier nicht. In Deutschland gilt der Pilz als stark gefährdete Art – daher sollte er nur in sehr geringem Maß gepflückt werden. Einige Exemplare müssen stets zurückgelassen werden. Am Fuß von Bergen, in Nadelwäldern, aber auch in höher gelegenen Mischwäldern wächst er.

Semmelstoppelpilze

  • Zeitraum: Je nach Standort vom Sommer bis in den Spätherbst
Der Semmelstoppelpilz hat als Lebenspartner hauptsächlich Rotbuchen oder Fichten, daneben auch Tannen, Eichen und Kiefern. © Quelle: Stefan Marxer

Der Herbstpilz mit Stoppeln wächst vorwiegend in Buchen- und Mischwäldern. Sein starkes Eigenaroma ist charakteristisch für den Pilz. Aufgrund des einzigartigen Aussehens ist er kaum zu verwechseln und auch für Anfänger leicht zu identifizieren.

Die Reizker

  • Zeitraum: Von September bis Oktober
Junge Reizker, die sich durch die weiße Milchfarbe von essbaren Verwandten unterscheiden lassen. © Quelle: Stefan Marxer

Der Edelreizker, Spangrüne Kiefernreizkler, Fichtenreizker und Lachsreizker sind in Kiefern- und Nadelwäldern, an Lichtungen und am Wegrand, auf sauren, nährstoffarmen Böden zu finden. Reizker sondern eine orange bis rötliche milchige Flüssigkeit ab. Achtung: Ist die Flüssigkeit weiß, handelt es sich um seinen Verwandten, der Reizungen verursacht. Reizker werden gerne von Würmern befallen, weshalb die Hüte genauer begutachtet werden sollten.

Totentrompete

  • Zeitraum: Von September/Oktober bis in den November
Das schwarze Schaf unter den Pfifferlingsverwandten: die Totentrompete. © Quelle: Stefan Marxer

In naturbelassenen älteren Buchen- und Eichenwäldern und auf nährstoffarmen, kalkhaltigen, mäßig basischen Böden wächst der Pilz. Er zählt zu den Leistlingen und ist mit den Pfifferlingen verwandt. Durch seine dunkelgraue bis schwarze Färbung ist er gut getarnt. Findet man ihn in großen Mengen, kann er getrocknet werden und ein Vorrat angelegt werden – im Geschäft muss er dann nicht für 100 Euro das Kilo erworben werden. Als leckeres Würzmittel kann er so gebraucht werden.

Pilzsammler finden im Winter Austerseitlinge und den Gemeinen Samtfußrübling

Violetter Rötelritterling

  • Zeitraum: Ab Herbstende bis in den Frühling hinein, sehr selten auch im späten Frühjahr
Der Hut des Violetten Rötelritterling strahlt in einer satten violetten Farbe, mit zunehmenden Alter geht sie ins Bräunliche. © Quelle: Stefan Marxer

In Laubmischwäldern wächst der Ritterling. Er ist häufig anzutreffen und bekannt für seinen guten Geschmack. Außerdem zählt er zu den Vitalpilzen, da ihm eine blutdrucksenkende und krebshemmende Wirkung attestiert wird. Drei giftige Verwechslungspartner hat er: der violette Dickfuß, der Bocksdicksfuß und die Nebelklappe.

Der Austerseitling

  • Zeitraum: Nach Temperaturabfällen im Spätherbst bis in den Januar und Februar hinein
Ein Baumstamm ist mit frischen Austernseitlingen übersät. © Quelle: Pilzkalender

An alten, umgestürzten Baumstämmen oder bereits geschwächten Bäumen ist er zu finden, sowie in Laubgebieten. Es handelt sich laut Stefan Marxer um den besten und ergiebigsten Winterpilz. Auf vielen Märkten wird er angeboten und in der asiatischen Küche ist er eine feste Größe. Ein kurzer, fast nicht vorhandener Stiel, ein grauer Hut und weiße Lamellen sind typische Merkmale. Mit dem Gelbstieligen Muschelseitling sollte er nicht verwechselt werden.

Der Gemeine Samtfußrübling

  • Zeitraum: Von September bis April, hauptsächlich in den Monaten um den Jahreswechsel
Der Gemeine Samtfußrübling hat seinen Namen aufgrund seines flauschig-samtigen Stiels. © Quelle: Stefan Marxer

An eher weichen Laubhölzern wie Weiden, Pappeln, Ulmen, Eschen, aber auch an Buchen wächst er. Der flauschig-samtige Stiel ist eine Besonderheit im Pilzreich – allerdings nicht zum Verzehr geeignet. Auch dieser Pilz ist in der asiatischen Küche beliebt und eine Zutat für viele Suppengerichte. Nur geübte Sammler sollten nach dem Pilz suchen – denn er hat einen tödlich-giftigen Doppelgänger: den Gift- oder Nadelholzhäubling.

“Pilzvergnügt” von Stefan Marxer, Löwenzahn, 184 Seiten. Dieses Buch wird klimapositiv hergestellt, cradle-to-cradle gedruckt und bleibt plastikfrei unverpackt. © Quelle: Löwenzahn

RND/Anja Semonjek

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