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Pigmentflecken: Woher die dunklen Stellen auf der Haut kommen und was gegen sie hilft

  • Dunklere Flecken auf der Stirn, dem Dekolleté oder an Armen und Händen entstehen häufig als Folge von zu viel UV-Licht.
  • Doch auch Verletzungen oder hormonelle Veränderungen können die Pigmentflecken verursachen. Auch Veranlagung spielt eine Rolle.
  • Wer eine Pigmentstörung bei sich beobachtet, kann sich beim Hautarzt Rat holen.
Kristina Auer
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München. Sonnenflecken, Schwangerschafts­flecken, Altersflecken – für das Phänomen dunkler Hautstellen im Gesicht, auf Brust, Schultern oder Armen gibt es viele Namen. Eines haben alle Erscheinungen gemeinsam: Es handelt sich um Pigmentstörungen der Haut, bei denen der Hautfarbstoff Melanin in einigen Zellen übermäßig produziert wird und ungleichmäßig verteilt ist. Hyperpigmentierung lautet der Fachbegriff für die hellbraunen bis grauen Stellen.

Ebenso vielfältig wie die Bezeichnungen sind die Ursachen der Pigmentflecken. Oft tauchen die Verfärbungen im Sommer ganz plötzlich nach einem Sonnenbad auf, manchmal auch in der Schwangerschaft.

„Es handelt sich um Schädigungen der Haut, bei denen sich Pigmente im Gewebe einlagern“, sagt der Dermatologe Christoph Liebich. Der Hautarzt mit Praxis in München unterscheidet im Wesentlichen drei Formen von Pigmentflecken:

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  • durch Hautalterung entstandene Pigmentstörungen, die in der Medizin als Lentigines bezeichnet werden
  • durch hormonelle Veränderung hervorgerufene Flecken, das sogenannte Melasma
  • reaktive Pigmentstörungen, die infolge von Verletzungen der Haut auftreten

UV-Licht lässt Flecken entstehen und verstärkt sie

Auch Mischformen aus den verschiedenen Ursachen und Erscheinungs­formen der Pigmentflecken sind möglich. Fest steht: „UV-Licht spielt eine sehr große Rolle“, so der Dermatologe. Auch Sommersprossen zählen genau genommen zu den Pigmentstörungen. Sie zeigen sich meist bei Menschen mit sehr hellem Hauttyp und gehen auf eine Veranlagung zurück. Wie bereits der Name sagt, verstärken auch sie sich im Sommer durch stärkere Sonnenstrahlung.

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Intensiver Sonnenschutz sei daher das wirksamste Mittel, um Pigmentstörungen vorzubeugen. „Und das bedeutet: 365 Tage im Jahr Sonnencreme auftragen und immer den höchsten Lichtschutzfaktor verwenden“, betont Liebich. Auch bereits bestehende Flecken verstärken sich durch Sonnenlicht weiter.

Duftstoffe können Hyperpigmentierung hervorrufen

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Bei den altersbedingten Lentigines ist das UV-Licht der wesentliche Faktor. Doch auch das Melasma, das meist in großflächigeren Flecken auftaucht und auch „Schwangerschafts­maske“ genannt wird, entsteht in Verbindung mit Sonnenlicht. Auch reaktive Pigmentstörungen können sich durch zu viel Sonnen­einstrahlung verstärken – ein typischer Fall sind etwa Pickelmale und abheilende Hautstellen bei Akne, die sich dunkel verfärben. Bei allen Formen der Hyperpigmentierung spielt jedoch auch Veranlagung eine Rolle.

Ebenso können bestimmte Duftstoffe wie Bergamotte in Verbindung mit Sonnenlicht die Hyperpigmentierung auslösen. „Wenn man in die Sonne geht, rate ich, komplett auf Duftstoffe auf der Haut zu verzichten“, sagt Liebich. Auch bei anderen Kosmetika solle man prüfen, ob diese mit viel Sonnenlicht verträglich seien.

Pigmentstörungen vom Hautarzt begutachten lassen

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Bei reaktiven Pigmentstörungen sei die Chance am größten, dass diese mit der Zeit von selbst wieder verschwinden, erklärt der Dermatologe. Liegt die Ursache beim Hormonhaushalt, könne man sich etwa bei der Gynäkologin über einen Wechsel der Antibabypille beraten lassen. „Tritt das Melasma in der Schwangerschaft auf, verschwindet es manchmal nach der Entbindung“, sagt Liebich.

Gesundheits­schädlich sind Pigmentflecken meist nicht. Es gebe aber auch Melanomarten, also Formen von schwarzem Hautkrebs, die den Pigmentstörungen ähnelten, erklärt Liebich. Wer eine Hyperpigmentierung bei sich feststellt, solle deshalb immer einen Dermatologen einen Blick auf die Stellen werfen lassen. „Lieber einmal zu viel zum Hautarzt gehen als einmal zu wenig“, betont der Mediziner.

Was hilft gegen Pigmentflecken?

Eine Vielzahl von Cremes und Seren verspricht, die dunklen Stellen verschwinden zu lassen. Doch wirken Kosmetika wirklich gegen Pigmentflecken? Man könne es zumindest versuchen, meint der Dermatologe. Milde Fruchtsäuren und Vitamin C könnten die Hyperpigmentierung abmildern. „Es gibt auch Sonnencremes mit speziellen Wirkstoffen gegen Pigmentflecken“, sagt Liebich.

Dr. Christoph Liebich ist Dermatologe und leitet eine Praxis in München. © Quelle: Dermazent München

Wenn Kosmetik nicht die gewünschte Wirkung gegen die Flecken bringt, bleiben verschiedene Behandlungs­angebote beim Dermatologen. Liebich empfiehlt sanftere Ansätze wie die Mikrodermabrasion. Dabei wird die oberste Hautschicht mithilfe kleiner Diamantkristalle abgetragen. Auch eine Microneedling-Behandlung, auch Mesotherapie genannt, könne gute Erfolge erzielen. Hierbei wird durch kleine Nadeln die Hauterneuerung angeregt. „Ein Needling hat außerdem den Nebeneffekt, dass man danach eine jüngere und schönere Haut hat“, sagt Liebich.

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Die Pigmentflecken mit dem Laser entfernen zu lassen empfiehlt der Dermatologe nur als „Ultima Ratio“ – wenn also keine der anderen Behandlungsmöglichkeiten wirken. Der Grund: „Je aggressiver die Behandlung ist, desto schneller kann die Pigmentstörung wiederkommen“, sagt Liebich. Grundsätzlich gelte aber für alle Behandlungs­methoden: Eine Garantie, dass die Pigmentflecken nicht zurückkommen, gibt es nicht.

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