Outdoorsaunen im Trend: Was Sie beim Bau unbedingt beachten sollten

  • Outdoorsaunen haben einen ganz besonderen Reiz.
  • Während sie in Finnland, dem Mutterland der Saunakultur, ein lange Tradition haben, sind sie nun auch hierzulande zunehmend im Trend.
  • Im Angebot sind Bausätze und Rundum-Sorglos-Pakete.
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Nach dem Schwitzbad sofort an die kühle Luft und tief einatmen – für viele Saunafreunde gibt es nichts Schöneres. Die meisten privaten Schwitzkabinen befinden sich allerdings im Haus, der Weg ins Freie ist oft verbaut oder mit Aufwand verbunden. Eine Alternative sind Outdoorsaunen. Diese lägen derzeit im Trend, sagt Thorsten Damm, Geschäftsführer des Bundesverbandes Saunabau, Infrarot-Wärmekabine und Dampfbad e.V.: „Das finnische Vorbild der Außensauna findet auch bei uns zunehmend Liebhaber.“ Von der rollbaren Fasssauna über die finnische Blockhaussauna bis zur Saunalandschaft mit Wellnessbereich sei alles möglich – sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien, erklärt er: „Ab sechs Quadratmetern Fläche geht es los – je größer, desto schöner.“

Bevor eine Sauna errichtet wird, sollte zunächst beim zuständigen Bauamt angefragt werden, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Eventuell müssen auch Grenzabstände eingehalten werden. Beides ist vor allem bei größeren Saunen der Fall. Oftmals erstellen die ausführenden Firmen einen entsprechenden Bauantrag. Meist ist ein Fundament, möglichst mit Drainage, erforderlich. Zwischen der Bodenplatte und der Sauna sollte eine wasserundurchlässige Trennschicht angebracht werden. Das Dach wird oft mit Schindeln eingedeckt, die das Holz vor Regen und Schnee schützen. Meist ist auch eine Dämmung nötig – bei massiven Blockholzsaunen kann allerdings darauf verzichtet werden. Außerdem müssen Anschlüsse für Strom und Wasser gelegt werden.

Outdoorsauna selber bauen? Lieber Profis ranlassen

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Outdoorsaunen können von geübten Heimwerkerinnen und Heimwerkern selbst gebaut werden, viele Händler bieten Bausätze an. Das Aufbauen sei kein Hexenwerk, sagt Sarah Schafer von der Gartenhaus GmbH. Wie viel Zeit dafür benötigt werde, hänge von der Größe der Sauna und den eigenen Vorkenntnissen ab. „Eine Minisauna beziehungsweise Fasssauna kann innerhalb eines Tages aufgebaut werden, bei größeren Saunahäusern dauert es schon einmal mehrere Tage“, erklärt sie. Das preiswerteste Modell der Firma Gartenhaus GmbH ist ab 2900 Euro erhältlich.

„Bausätze können gut sein, müssen es aber nicht“, gibt Damm zu bedenken. Er rät dazu, die Sauna von Profis errichten zu lassen, die von der ersten Skizze bis zum Aufbau alles erledigen. Außerdem sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Produkt RAL-geprüft ist. Damm geht in diesem Fall von einem Preis ab 5000 Euro für eine Sauna aus. „Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.“ Wer die Sauna bauen lässt, hat zudem den Vorteil, dass er sich mit Reklamationen an die Firma wenden kann, ergänzt Martin Niederstein, Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes. Anschlüsse für den elektrischen Saunaofen dürfen nur von Fachleuten vorgenommen werden. Das gilt auch für die Installation eines Gasofens.

Die traditionelle Saunakultur in Finnland gehört seit 2020 neu zum Immateriellen Kulturerbe der Unesco.

Witterungseinflüsse beim Saunabau mitdenken

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Ein großer Unterschied zu Saunen, die sich im Gebäude befinden, besteht grundsätzlich nicht. Gartensaunen seien allerdings starker Witterung ausgesetzt, erklärt Frank Jakob vom Hersteller Klafs: „Extreme Sonneneinstrahlung, aber auch Frost, Regen und Schnee stellen die Materialien und die Konstruktion einer Sauna im Freien jedes Jahr aufs Neue auf eine harte Probe.“ Deshalb sollten qualitativ hochwertige und witterungsbeständige Hölzer verwendet werden. „Außen ist vor allem Wetterfestigkeit von Bedeutung, die aber bei guter Pflege mit vielen Werkstoffen erreicht wird“, so Damm.

Das Holz im Innenraum müsse chemisch unbehandelt sein, betont Niederstein. Für Wände und Decken habe sich Fichte und kanadische Hemlock-Tanne bewährt. Diese Nadelhölzer besitzen eine geringe Wärmeleitung und bieten dennoch gute Strahlungseigenschaften. Die Saunabänke werden in der Regel aus Pappel- oder Abachiholz gefertigt, weil das Material nicht zu heiß wird. Außerdem splittern diese Holzarten sehr selten.

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Umgebung muss an die Hitze angepasst werden

Fenster und Türen müssen bei einer Außensauna gut isoliert sein, damit nicht so viel Wärme verloren geht. Andererseits sollte ausreichend Luftaustausch und -zirkulation möglich sein. Ein Vorraum kann als eine Art Schleuse dienen. Hier besteht zudem die Möglichkeit, sich an- und auszuziehen. Kleine Fenster bedeuten oft weniger Wärmeverlust, allerdings ist damit der Blick in den Garten eingeschränkt.

Ganz wichtig ist die Wahl des Ofens. „Er muss für das Raumvolumen passend dimensioniert sein und darf nicht zu klein gewählt werden“, betont Niederstein. In der Regel werden Saunen elektrisch beheizt, weil das die praktikabelste Lösung sei, erklärt Damm: „Gasheizungen sind eher für den Profibereich, und das Heizen mit Holz muss mit dem Schornsteinfeger abgestimmt werden.“ Ganz gleich, womit geheizt wird: Auf jeden Fall entstehen hohe Temperaturen. In der Nähe der Sauna darf sich deshalb kein leicht brennbares Material befinden. Auch trockene Pflanzen sollten hier nicht wachsen. Besser sind etwa Platten aus Natursteinen, die um das Gebäude verlegt werden.

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Nach dem Schwitzen sei es wichtig, sich abzukühlen, sagt Damm. „Daher ist eine Dusche oder ähnliches in der Nähe der Sauna erforderlich.“ Geeignet sind auch ein Becken mit kaltem Wasser oder ein kleiner Pool. Um vor unerwünschten Blicken geschützt zu sein, sollte an ausreichenden Sichtschutz gedacht werden – etwa durch entsprechende Bepflanzung oder Schilfmatten.

Lichtspielereien, wie in dieser selbstgebauten Mietsauna, runden das Wohlfühlerlebnis ab. © Quelle: Nils Schlebusch/Henning Grentz/d

So wird das Saunaerlebnis abgerundet

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Der Purist kommt mit einer Schwitzkabine und einer kalten Dusche aus. Wer beim outdoor Saunieren etwas Wellnessstimmung genießen möchte, kann sich eine Sound- und Lichtanlage etwa mit LED-Leuchten installieren lassen. Dann wechseln in der Sauna die Farben und es ertönt sanfte Musik. Ein Fußbecken mit lauwarmen Wasser kühlt den Körper nach dem Saunieren auf Normaltemperatur ab. Angenehm ist auch ein Ruheraum mit Liegen für die Zeit zwischen den Saunagängen. Bei trockenem Wetter ist der ideale Ort zum Entspannen und Träumen eine Terrasse mit Blick in den Sternenhimmel.

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