O Tannenbaum – Wie sieht der perfekte Weihnachtsbaum aus?

  • Etwa 80 Prozent der Deutschen planen auch in diesem Jahr, sich einen Weihnachtsbaum zu kaufen.
  • Besonders beliebt ist die Nordmanntanne, da sie gleichmäßig wächst und lange hält.
  • Der Plastikbaum ist dagegen keine gute Alternative – auch wegen seiner CO₂-Bilanz.
Alena Hecker
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Zur Weihnachtszeit gehört ein Baum einfach dazu. Rund 80 Prozent der Menschen möchten sich laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom auch in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer stellen. Wie der aussehen soll, ist vor allem abhängig vom persönlichen Geschmack – und manchmal auch vom Geldbeutel.

Welcher Baum darf es sein?

Die Nordmanntanne gilt seit Jahren als beste Wahl für alle, die einen perfekten Weihnachtsbaum suchen. Rund 75 Prozent der Deutschen wählen sie jährlich als Christbaum aus. Die Tanne wächst gleichmäßig, hat weiche Nadeln und hält sich auch im heimischen Wohnzimmer gut drei Wochen lang. Der Preis pro laufenden Meter beläuft sich derzeit auf bis zu 24 Euro.

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Auf Platz zwei mit einem Verkaufsanteil von etwa 15 Prozent landet die Blaufichte, die einen angenehmen Duft verströmt. Ihre sehr stacheligen Nadeln wissen Haustierbesitzer zu schätzen. “Katzen springen da nicht rein”, verspricht Saskia Blümel vom Verband Natürlicher Weihnachtsbaum. Preislich liegt die Blaufichte aktuell bei etwa 15 Euro pro Meter.

Am günstigsten mit bis zu 10 Euro pro laufenden Meter ist die Rotfichte. Auch sie duftet gut, hält sich dafür aber nicht sehr lang. In warmen Räumen wirft sie ihre hellgrünen spitzen Nadeln schon bald ab.

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Weihnachtsbäume werden mit Pestiziden behandelt

Der Großteil aller in Deutschland angebauten Bäume wird gedüngt und mit Pestiziden bespritzt – laut Umweltverbänden eine große Belastung von Böden, Gewässern und Tieren. “Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden, und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird”, so Rudolf Fenner von Robin Wood.

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Bei einer vom BUND durchgeführten Stichprobe von Weihnachtsbaumnadeln im Jahr 2017 fanden die Tester bei 13 von 17 untersuchten Bäumen immerhin neun verschiedene Pestizide – viele Weihnachtsbäume waren dabei mehreren Mitteln zugleich ausgesetzt. Ob und wie sich die Gifte in kleinen, warmen Räumen verhalten und wie Allergiker und Asthmatiker darauf reagieren, ist bislang unbekannt.

Biobäume sind ein großes Thema

“Bio ist definitiv ein Thema”, bestätigt Saskia Blümel vom Verband Natürlicher Weihnachtsbaum. Die Nachfrage sei jedoch bei Weitem nicht so hoch, wie man annehmen könne. Der Bioanbau habe zudem seine Tücken: “Es ist schwierig, gesunde Bäume zu erzeugen.” Im Vergleich zu anderen landwirtschaftlichen Produkten werden bei Tannenbäumen zudem nur sehr wenig Pflanzenschutzmittel eingesetzt: “Sie müssen wirklich nur dann eingreifen, wenn der Baum stark von Läusen befallen ist.”

Wer dennoch auf einen Baum aus biologischem Anbau Wert legt, sollte beim Kauf auf Siegel der anerkannt ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe wie Naturland, Bioland, Demeter oder das Bio-Siegel aus Deutschland und der Europäischen Union achten. Diese gewährleisten, dass die Bäume ohne den Einsatz von Pestiziden und Mineraldünger heranwachsen. Dasselbe gilt für Bäume aus FSC-zertifizierten Forstbetrieben. Zusätzlich stellt die Umweltorganisation Robin Wood auf ihrer Webseite eine laufend aktualisierte Liste mit Verkaufsstellen von Bio-Weihnachtsbäumen in Deutschland zur Verfügung.

Plastik ist keine Alternative

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Fast ein Viertel der Deutschen setzt inzwischen auf die Christbaumvariante aus Plastik. “Der komplett falsche Weg”, stellt Blümel klar. Zwar böte sich der langlebige Baum für Hotels und gastronomische Betriebe an. Doch im Gegensatz zum natürlichen Weihnachtsbaum produziere ein Plastikbaum rund 48 Kilogramm CO₂ bei seiner Herstellung, dem Transport und der Entsorgung. “Eine Familie müsste ihren Plastikbaum mindestens 17 Jahre lang nutzen, bevor er mit einem natürlichen Weihnachtsbaum mithalten kann.”

Der natürliche Weihnachtsbaum habe dagegen sogar mit möglichen Transportwegen eine neutrale CO₂-Bilanz: “Die Weihnachtsbaumkultur bindet CO₂ und erzeugt Sauerstoff, für jeden gefällten Baum wird ein neuer gepflanzt. Alte Bäume werden in der Regel kompostiert oder als Tierfutter, Material für Möbel oder Baumaterial genutzt.”

Das gibt es beim Kauf zu beachten

Der Großteil aller verkauften Weihnachtsbäume stammt aus Deutschland, etwa 10 Prozent werden aus dem Ausland importiert. Wer einen Baum aus der Region haben möchte, wendet sich am besten an einen Hofverkauf oder Händler an der Straße – oder schlägt den Baum gleich selbst. “Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Nadeln saftig grün und glänzend sind, auch der Stamm sollte frisch und nicht ausgetrocknet sein”, so Saskia Blümel.

Zu Hause sollte sich der Weihnachtsbaum langsam an die warmen Temperaturen gewöhnen können, zum Beispiel im Keller oder im kühlen Treppenhaus. Vor dem Aufstellen wird das untere Stammende noch einmal angeschnitten, bevor der Baum in einem mit Wasser gefüllten Ständer seinen Platz findet. Bevor es ans Schmücken geht, braucht der Baum ein paar Stunden, bis sich die Zweige gesetzt haben und ihre eigentliche Form annehmen. Danach steht seiner Bestimmung nichts mehr im Wege: Aus der einfachen Tanne wird der perfekte Weihnachtsbaum.

Wann kaufe ich den Weihnachtsbaum?

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Es liegt auf der Hand: Je später der Baum geschlagen wurde und je kürzer er lagern muss, desto länger hält er sich. Laut Informationen des Verbands Natürlicher Weihnachtsbaum kaufen etwa zwei Drittel ihren Baum auch erst nach dem dritten Advent.

Aber wer ihn früher besorgt, hat auch kein Problem: Richtig versorgt können sich die gefällten Bäume vier bis sechs Wochen lang halten. Ob ein Baum, egal zu welchem Kaufzeitpunkt, frisch geschlagen ist, erkennt man übrigens an seiner Schnittstelle. Sie sollte weiß und nicht grau sein.

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