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  • Neuer Pilz „Falsche Rotkappe“ aus Nordamerika: Kann man ihn essen und worauf sollte man beim Sammeln achten?

Neuer Pilz aus Nordamerika eingeschleppt – was Sie über die Falsche Rotkappe wissen sollten

  • An mehr als 20 Stellen in Deutschland haben Pilzsuchende sie bereits gefunden: die Falsche Rotkappe.
  • Wahrscheinlich ist der Pilz essbar.
  • Pilzberater Lutz Helbig erklärt, worauf beim Sammeln der neuen Art zu achten ist.
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Drebau. Er steht in Kiefernwäldern und kann leicht mit der Marone oder dem Steinpilz verwechselt werden: In Deutschland breitet sich eine neue Pilzart immer mehr aus, vor allem im Süden Brandenburgs. Die Falsche Rotkappe – den Namen hat ihr der Erstfinder gegeben – ist aber auch in Niedersachsen und auf der Insel Rügen zu finden. Der Pilz sei aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt worden, berichtet Lutz Helbig vom Brandenburgischen Landesverband der Pilzsachverständigen. Auf welchem Wege, sei nicht bekannt.

Helbig hat als Pilzberater momentan viel zu tun, um wissbegierigen Pilzsammelnden den Unterschied zwischen der „falschen“ und der „echten“ Rotkappe zu erklären. Die neue Art aus Nordamerika falle durch einen massigen Fruchtkörper und eine längsrippige Musterung des Stiels auf, die der oder die Sammelnde fühlen könne, erklärt er. Junge Exemplare werden erst semmelgelb, die größeren haben dann eine kräftige rotbraune Kappe.

Falsche Rotkappe wahrscheinlich essbar

Das feste Fleisch dürfte ihn als Speisepilz interessant machen, sagt Helbig, der den Pilz als schmackhaft beschreibt. Der Stiel werde allerdings leicht zäh. Bei der Speisepilzbewertung sei er noch vorsichtig, der Pilz sei aber essbar. „Wir wissen aber noch nicht genau, ob es Unverträglichkeiten gibt“. Deshalb sollte man zunächst kleine Mengen probieren, rät er.

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In der deutschen Pilzliteratur ist die Falsche Rotkappe als Speisepilz allerdings noch nicht zu finden, dafür sei sie zu neu. Wahrscheinlich werde er in neuen Auflagen von Pilzbüchern zu finden sein.

Fundorte der Falschen Rotkappe

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Nachdem die Art im Jahr 2007 das erste Mal im Baltikum gefunden wurde, entdeckten Hobbymykologen den Pilz in Deutschland erstmals im Jahr 2014 bei Alt Schadow (Dahme-Spreewald). Die zweite Fundstelle war am Stausee in Spremberg, die dritte Stelle lag 2017 bei Drebkau (Spree-Neiße). Mittlerweile gibt es laut Helbig deutschlandweit etwa 20 Fundorte. Der Pilz brauche magere Böden, diese seien in den sandigen Kiefernwäldern zu finden.

In Deutschland gibt es nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mykologie mehr als 11.700 Pilzarten, rund 4600 davon in Brandenburg. Etwa 200 von ihnen können als Speisepilze bezeichnet werden. Helbig rät: Im Zweifel immer den Pilzberater aufsuchen.

RND/dpa

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