Neues Jahr, neue Trends: Was kommt 2020 in Mode?

  • Ein Ausblick in die Trends des neuen Jahrzehnts: Runde und ovale Formen dominieren beim Interior.
  • Modetechnisch erwarten uns knallige Farben und eine feminine Note.
  • Gesunde Snacks dürfen 2020 auch nicht fehlen.
Kerstin Hergt
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Hannover. Naturtöne, Trenchcoats und gesunde Snacks: 2020 erwarten uns Trends, die uns etwas zur Ruhe bringen sollen. Beim Interior Design stehen 2020 runde und ovale Formen hoch im Kurs, und für die Mode prognostizieren Experten knallige Farben und eine feminine Note. Was kommt sonst noch auf uns zu? Ein Blick nach vorn.

Bunte Farben, Raphia und Trenchcoats

Im Modebetrieb herrscht ein schwindelerregendes Tempo. Was heute in ist, kann morgen schon wieder out sein. Doch eine Konstante bleibt: Anna Wintour, die im vergangenen November ihren 70. Geburtstag feierte, gibt auch weiterhin den Ton in Sachen Trends an. Als Chefin der US-Ausgabe der „Vogue“ hat sie mit dem Verlag Condé Nast einen Vertrag auf unbegrenzte Zeit. Ihr Einfluss ist nach wie vor immens. Wintours Fashion-Vorhersagen treten in der Regel ein.

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Für das neue Jahr bedeutet das: flache Schuhe, Shorts, Stickerei, Accessoires aus dem Palmfasergewebe Raphia, bunte Farben, Prints und Trenchcoats dominieren. Das jedenfalls prognostizierte die immer noch einflussreichste Modekritikerin der Welt im Rahmen der Youtube-Serie „Go Ask Anna“, in der Designer und Models der sonst eher medienscheuen Wintour Fragen rund um das Thema Mode stellen.

Trenchcoats werden 2020 eine große Rolle in der Modewelt spielen. © Quelle: imago images/PA Images
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Feminin und elegant

Auf die Frage des französischen Designers Nicolas Ghesquière, Kreativchef der Damensparte bei Louis Vuitton, was sie mit Blick auf die Zukunft auf einem Trip ins All tragen würde, antwortet Wintour lakonisch: „Weiß. Als Symbol für Hoffnung und Frieden.“ Tatsächlich ist für Stylisten, Blogger und Modemagazine die Farbe Weiß auch ein Thema für all jene, die nicht vorhaben, in höhere Sphären abzuheben. Und zwar in Form von legeren Baumwollhemden, klassischen T-Shirts und luftigen Kleidern – alles recht bodenständig. Ansonsten setzt man viel auf leuchtende Farben. Dazu passen Tropen- und Safarimuster. Bei den Materialien ist Leder beziehungsweise Lederimitat ein großes Thema. Der Trenchcoat kommt in oftmals dekonstruierter Form daher.

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Fließende Stoffe, bauschige Statementärmel, Rüschen und Schärpen sorgen in der Damenmode außerdem für eine sehr feminin-elegante Note, die an die Achtziger- und Neunzigerjahre-Looks von Prinzessin Diana erinnert. Für die Frühjahrskollektion des amerikanischen Modelabels Tory Burch war sie tatsächlich Vorbild.

Natürliche Farben lassen Ruhe einkehren

Zwar hat das renommierte Pantone-Institut das klassische Dunkelblau zur Farbe des Jahres 2020 gekürt, doch auf der Pariser Möbelmesse Maison & Objet im vergangenen Herbst standen erdige Töne wie Terrakotta, Weinrot oder Muskat im Vordergrund. Vor allem Grün mit Nuancen von Lindgrün bis Khaki steht Branchenexperten zufolge auch 2020 hoch im Kurs, gern auch in Kombination mit Rosatönen. Zu den bevorzugten Materialien in der Inneneinrichtung zählt nach wie vor naturbelassenes Holz, etwa helle Eiche oder dunkle Walnuss. Aber auch Terrazzo, Rattan, Messing und Marmor sind angesagt.

2020 dürfen natürliche Farben und Formen in unser Zuhause einziehen. © Quelle: Dennis Cortés/Unsplash

Organische Formen dominieren

Was die Form angeht, gibt es künftig kaum Ecken und Kanten: Ob Sitzmöbel, Lampen, Spiegel, Tische oder Teppiche – rundes und ovales, fast schon organisches Design löst strenge und klare Linien ab. Das passt insgesamt zu einer von Designern wie Kunden schon seit Längerem favorisierten betont ruhigen Wohnatmosphäre. Das eigene Zuhause ist weiterhin ein Rückzugsort, der vor allem gemütlich sein soll. So gilt denn auch bei den Ausstellern der Kölner Möbelmesse Imm Cologne, die am 13. Januar startet, als Toptrendthema Cosy Minimalism. Es steht für aufgeräumtes und übersichtliches, aber dennoch gemütliches Wohnen. Rustikaler Purismus wird von schlichter Eleganz abgelöst. Dazu gehört, Alltagsgegenstände möglichst von der Bildfläche verschwinden zu lassen – idealerweise hinter Schranktüren und in Schubladen, die möglichst ohne Griffe und Beschläge auskommen. Überhaupt ist das Weglassen der Kern dieses Einrichtungsstils. Für „optische Ruhe“ sorgen außerdem glatte Oberflächen und der sparsame Umgang mit Kontrasten.

Foodtrend: Sternfrucht

Die Sternfrucht, auch Carambola genannt, wird 2020 zu den beliebtesten Lebensmitteln zählen. Jedenfalls laut der amerikanischen Onlinebestell- und Lieferplattform Uber Eats. Die hat auf Grundlage der im vergangenen Jahr am häufigsten bei ihr georderten Produkte Trends für das neue Jahr prognostiziert. Dabei steht die dekorative und zugleich vitaminreiche Sternfrucht stellvertretend für einen grundsätzlichen Foodtrend, der sich zumindest in den reichen Industrienationen immer mehr verfestigt: Menschen legen allgemein viel Wert auf gesundes, frisches Essen, das sich nicht zuletzt auch gut auf Fotos macht. In den sozialen Medien wird Essen wie sonst nirgends geteilt. Aus dem Bedürfnis, auf Instagram mit kunstvoll arrangierten Speisen Follower anzulocken, ist nicht zuletzt auch die Strömung Eating Art entstanden, die der Food Report von Hanni Rützler für das Zukunftsinstitut für das Jahr 2020 ganz vorn sieht. Dabei geht es Köchen, Künstlern und Designern nicht nur um Genuss, sondern auch um Botschaften.

Der "Healthy Food"-Trend wird sich auch 2020 fortsetzen. © Quelle: RusticVegan/Unsplash

Weniger Fleisch auf dem Teller

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Hintergrund und Zubereitung von Nahrungsmitteln werden ebenso kritisch hinterfragt wie Essgewohnheiten. Letztere sind bereits jetzt schon auf den Kopf gestellt: Der in drei feste und große Mahlzeiten eingeteilte Alltag ist laut Rützler einer Neuordnung der Mahlzeiten gewichen. Das Stichwort dazu lautet: Snackification. Vielseitige Minimahlzeiten in probierfreundlicher Größe werden danach stark unser Essverhalten beeinflussen. Typische Snacks sind Burger, japanische Nudelsuppe und die Bowl mit einfachen und gesunden Zutaten wie Reis, Fisch und Kräutern. Fleisch verliert dabei seine alltägliche Rolle – was laut Rützler zu einer Renaissance des Sonntagsbratens führt.


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