Aufräum-Expertin gibt Tipps: So verstauen Sie Ihre Weihnachtsdeko richtig

  • Bald verschwinden Christbaum, Weihnachtspyramide und Adventskranz aus den Wohnzimmern.
  • Die Weihnachtsdeko kann zerbrechlich sein und sollte nicht einfach in große Kartons geworfen werden.
  • Christbaumkugeln kann man etwa in Eierkartons aufbewahren und sie so vor dem Zerbrechen schützen.
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Mainz. Traditionell wird in vielen Familien rund um den 6. Januar, den Dreikönigstag, der Christbaum wieder abgebaut. Dann verschwindet in der Regel auch die restliche Weihnachtsdeko aus der Wohnung. Nur: Wie verpackt man die richtig? Wie wird die Lichterkette nicht zum Knäuel? Und wie verstaue ich die zerbrechlichen Christbaumkugeln? Fragen an Sabine Haag, Aufräumcoach aus Mainz.

Frau Haag, wie verpacke ich die Christbaumkugeln sicher?

Mittlerweile gibt es zahlreiche Boxen und Aufbewahrungskartons für die Weihnachtsdekoration. Das Besondere an diesen Aufbewahrungsmöglichkeiten ist ihre Unterteilung in einzelne Fächer. In diese kann man die empfindlichen Kugeln perfekt einlagern.

Wer eine günstigere Alternative sucht, greift zu Eierkartons, leeren Boxen für Schokoküsse oder Obsteinlagen für druckempfindliche Früchte. Diese würde ich aber nochmals in eine größere Box lagern, um die Kugeln nicht nur perfekt zu schützen, sondern auch den Transport zu erleichtern.

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Antike Weihnachtskugeln oder Porzellananhänger wickele ich zusätzlich in säurefreies Seidenpapier oder weiche Stoffreste. Wichtig ist dabei, dass der Stoff oder das Papier weich und anschmiegsam ist. Denn bei gröberem Papier oder Stoff besteht leicht die Gefahr, dass man den Umfang der Kugel beim Herausnehmen falsch einschätzt und zu fest zugreift.

Besonders empfindlich sind die sogenannten Eislack-Kugeln. Sie sollten am besten mit Handschuhen angefasst werden und im Originalkarton mit dem beigelegten Seidenpapier umwickelt werden, um Kratzer zu vermeiden. Schon eine minimale Verletzung der Lackschicht zieht nicht selten das Ablösen größerer Flächen nach sich.

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Die zerbrechlichen Kugeln sind jetzt in den Kartons. Gibt es da noch etwas zu beachten?

Leere Räume vermeiden! Große Zwischenräume zwischen den Gegenständen führen dazu, dass sie sich bewegen und verschieben können. So können sie leichter zerbrechen oder auf andere Weise beschädigt werden. Verwendet Seidenpapier, Packpapier oder Blisterfolie, um Lücken zu füllen.

Wer sich das Entwirren von Lametta ersparen will, kann es zwischen den Seiten eines ausrangierten Buchs lagern. © Quelle: Christin Klose/dpa-tmn

Was muss man bei den anderen Christbaumschmuck-Anhängern beachten?

Bei Glöckchen, Selbstgebasteltem und Co. kommt es immer drauf an: Wie zerbrechlich ist es, wie groß ist der Verwirr-Faktor? Ich habe eine Sammlung an gleich großen Schuhkartons, in die ich die restliche Dekoration lege. Das hat den Vorteil, dass ich sie perfekt übereinander stapeln kann und so kein Platz verschenkt wird. In die Kartons lege ich dann die Ornamente - und wenn sie empfindlich sind, wickele ich auch diese in Seidenpapier ein.

Was mache ich mit meinen Fensterbildern?

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Fensterbilder legt man am besten auf ein Stück Pappe, die man dann in eine abzuheftende Folie gibt. Wenn man mehrere hat, heftet man sie am besten aufeinander in einem schmalen Hefter.

Haben Sie einen Tipp für die Weihnachtspyramide?

Weihnachtspyramiden sollten unbedingt aufrecht stehend gelagert werden. Sonst verziehen sich die Teile, die für die Drehbewegung zuständig sind. Am besten nimmt man dafür die Originalverpackung, die meistens Abstandshalter und Fixierpappen enthält.

Und wie lagere ich zum Beispiel meinen Türkranz bis zum nächsten Weihnachtsfest?

Kränze kann man prima an einem Drahtbügel mit Bindfäden oder Kabelbindern befestigen und dann von unten einen Müllsack darüber befestigen. Am besten bewahrt man ihn hängend auf. Es gibt aber mittlerweile tolle Taschen, die extra dafür gedacht sind.

Vielleicht etwas veraltet, aber trotzdem bei manchen noch beliebt: Lametta. Kann man das auch aufbewahren?

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Tatsächlich erlebt es gerade ein Revival! Aber es neigt dazu, sich bei der Lagerung zu verheddern. Um das zu verhindern, kann man es vorsichtig in ein ausrangiertes Buch zwischen die Seiten legen. Und auch filigrane Anhänger wohnen gerne zwischen Buchseiten.

Die Frage aller Fragen: Wie verpacke ich die Lichterkette richtig, dass sie im folgenden Jahr nicht ein großer Knäuel ist?

Es geht ganz einfach: Nehmt eine leere Papprolle von einer Küchenrolle oder von Geschenkpapier. Am oberen und unteren Ende schneidet man eine Kerbe rein, in die man zu Beginn das Ende mit dem Stecker einhakt. Dann wird die Lichterkette drum herumgewickelt und am anderen Ende wieder im Schlitz eingehakt. Bei langen Lichterketten funktionieren auch dicke, flache Pappen.

In einer Box mit separaten Fächern lagern Weihnachtskugeln sicher bis zum nächsten Einsatz. Eine Lage Seidenpapier schützt zusätzlich. © Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Gibt es ein System, um Deko immer auf Anhieb zu finden?

Gleiches kommt zu Gleichem. Die Außenlichterkette kommt zum Rentier für den Garten und die Haustürdeko, der Baumschmuck wird zusammen aufbewahrt und die Backförmchen werden mit den Weihnachtsservietten verstaut.

Nach dem Abdekorieren macht Ihr sogenannte Inseln und verstaut Dinge zusammen, die thematisch zusammengehören. So habt Ihr beispielsweise eine Adventsbox mit dem Adventskalender, der Kranzdeko und den Nikolausstiefeln, so dass ihr immer nur diejenige Box herausholen müsst, die ihr tatsächlich gerade benötigt.

Und dann ab damit in den Keller oder Wandschrank?

Zuerst noch das Wichtigste: die Beschriftung! Beschriftet alle Kartons und Boxen. Das mag trivial klingen, es reduziert das Suchen im nächsten Jahr ungemein. Und noch ein Trick: Nummeriert die Boxen. Wenn man mehr als drei Boxen besitzt, macht das schon Sinn. Wenn Ihr als große Weihnachtsfans zehn Schachteln mit Dekorationen habt, beschriftet sie mit 1/10, 2/10, 3/10 und so weiter. Am besten nummeriert Ihr sie in der Reihenfolge, in der Ihr sie auspacken möchtet.

Und Tischdeko, die ich nur zu Weihnachten brauche: Wo und wie verstaue ich die?

Die Weihnachtstassen, das Service mit dem Goldrand und die Serviettenringe mit den Engelchen: Sie alle sollten so verstaut werden, dass sie direkt in der Adventszeit rausgeholt werden können. Denn es macht keinen Sinn, spezielle Tischdekoration und Geschirr nur an drei Tagen im Jahr zu nutzen. Unsere Weihnachtsbecher stehen bis zum 1. Dezember ganz hinten im Küchenschrank und rücken dann nach vorne, um bis Weihnachten so oft wie möglich genutzt zu werden.

Tatsächlich haben wir ein altes Service mit Goldrand, das wir nur zu besonderen Anlässen herausholen. Es ist sehr empfindlich, und so habe ich ein besonderes System zur Lagerung entwickelt: Zwischen die einzelnen Teller lege ich Pappteller, die Kratzer vermeiden. Es gibt aber auch spezielle Filzeinlagen zum dazwischen legen.

Gelagert wird das Geschirr in gesteppten Taschen, die es in unterschiedlichen Größen gibt. Ich kenne das von Freunden aus den USA und fand es toll, da diese Stoffboxen kaum Platz wegnehmen und vor Beschädigungen und Kratzer schützen.

Und wo lagern Sie das Weihnachtgeschirr das Jahr über?

Haag: Wer solche speziellen Porzellanteile und andere Tischdekoration für Weihnachten hat, dem empfehle ich, die Sachen nicht in der Küche zu lagern, da sie dort nur die Schränke verstopfen und den Zugang zu den Dingen, die man täglich benötigt, versperrt. Also lieber im Wohnzimmerschrank einlagern oder aber in Boxen, die in den Keller oder auf den Dachboden wandern.

RND/dpa

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