Maximalismus: Ein Einrichtungstrend zeigt, dass viel manchmal viel hilft

  • „Viel hilft viel“ lautet ein altbekanntes deutsches Sprichwort, das derzeit in der Innenarchitektur Einzug hält.
  • Nach dem Hang zum Minimalismus folgt – wie so oft bei dem, was angesagt ist – das Gegenteil, der Maximalismus.
  • Was den Stil ausmacht und wie Sie Ihre eigenen vier Wände maximal schön einrichten.
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Bloß keinen Ballast – das war beim Thema Einrichten in den vergangenen Jahren das Gebot der Stunde. Minimalismus kam groß raus. Vor allem der immer noch anhaltende Hype um Tiny Houses vermittelt: Weniger ist mehr. Ein „reduzierter Stil“ herrscht auch bei Dekotrends vor. Und in der Mode sind Röcke und Oberteile so kurz und Taschen so winzig, dass man schon nicht mehr von Mini-, sondern von Mikromodellen spricht.

Neben dem Hang zur Reduktion dominierte sowohl auf den Laufstegen als auch in Interieurfragen auch lange das Cleane. Monochrome Weiß-, Beige- oder Grautöne waren und sind zum Teil immer noch angesagt. Deep Cleaning trendete gerade während der Lockdownphasen. Rumpelecken hatten keine Chance. Krimskrams wurde verbannt. Für eine aufgeräumte Optik setzten Influencer und Influencerinnen auf „Backward Books“, bei denen Bücher in ihren Regalen mit dem Rücken zur Wand standen, um die Front schön unbunt zu halten.

Doch Trends erzeugen bekanntlich Gegentrends. Einer der größten ist derzeit der Maximalismus. Bei diesem Einrichtungsstil geht es jedoch keinesfalls darum, die eigenen Räumlichkeiten wahllos mit kleinen und großen Möbeln, Dekoobjekten und unnützem Krimskrams vollzustopfen. Stattdessen soll das Zuhause einen am Ende eines langen Tages mit einer sorgsam zusammengestellten Auswahl an schönen Dingen empfangen.

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Maximalismus: ein Einrichtungsstil, der auf satte Farben setzt

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Das gelingt recht einfach, indem man all die schnöden Grau-, Weiß- und Beigetöne aus dem Zuhause verbannt oder zumindest auf eine überschaubare Menge reduziert. An ihrer Stelle kommen satte Farben ins Spiel: von Moosgrün und Türkistönen über Rotnuancen wie Pink, Magenta oder Beerentöne bis hin zu einem sonnigen Gelb.

Eine der zentralen Figuren der Stilrichtung ist der Brite Luke Edward Hall. Der Designer und Kolumnist hat nicht nur eine stetig wachsende Social-Media-Fangemeinde von derzeit fast 190.000 Followerinnen und Followern, sondern kooperiert mit exklusiven Interiormarken wie dem italienischen Porzellanhersteller Ginori oder dem britischen Teppichlabel The Rug Company.

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Sein eigenes Haus in den Cotswolds, das er ganz im Sinne des Maximalismus eingerichtet hat, zeigt recht gut, worauf es dabei ankommt: Die Wände dürfen in jedem Zimmer eine andere Farbe haben. Wer mag, kombiniert sogar in einem Raum mehrere Farben einer Farbfamilie, etwa Orange und Gelb. Auch Tapeten mit bunten Mustern sind erlaubt.

Bei Möbeln und Wohnaccessoires darf alles kombiniert werden, was gefällt. Das betrifft Farben, Formen und Texturen gleichermaßen. Beliebt sind zum Beispiel luxuriöse Samtsofas und -sessel im Art-Deco-Stil, unterschiedliche Bilderrahmen, dazu das ein oder andere barocke Element wie ein Kristalllüster oder eine verschnörkelte Wandleuchte.

Der maximalistische Stil bedeutet, sich mit allem zu umgeben, was man liebt

Für das gewisse Etwas sorgen indes allerlei Fundstücke, wie man sie manchmal auf Flohmärkten, in speziellen Einrichtungsgeschäften oder auch online bekommt: Von Stehlampen in Palmenoptik über ausgefallene Glasvasen, Kerzenhalter in Papageien- oder Affenform und alten Koffern bis hin zu wild gemusterten Kissen und extravaganten Spiegeln sind Hingucker angesagt, die nicht jeder hat. Auf diese Weise bietet der maximalistische Stil die Möglichkeit, sich guten Gewissens mit allem zu umgeben, was man liebt – und daher nicht als Ballast empfindet.

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