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  • Manuka-Honig: Wirkung, Anwendungsbereiche, besondere Inhaltsstoffe - warum gilt er als Wundermittel?

„Superhonig“? Was es mit Manukahonig auf sich hat

  • Dem neuseeländischen Manukahonig wird eine heilende Wirkung durch hohe Anteile von Methylglyoxal nachgesagt.
  • Doch wissenschaftliche Studien, die die Wirkung bestätigen, fehlen.
  • Verbraucher sollten sich auch vor Fälschungen in Acht nehmen.
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Hannover. Dass Honig nicht nur süß und lecker ist, sondern auch gesund sein kann, ist für viele Menschen nichts Neues. Doch der Manukahonig gilt bei manchen als ein wahres Wundermittel. Der neuseeländische Honig wird aus dem Blütennektar der Manukapflanze gewonnen, mit der bereits die Ureinwohner seit Jahrhunderten Verletzungen behandeln. Heute gibt es den fertigen Honig in Apotheken, Reformhäusern, Drogerien und auch Supermärkten zu kaufen – allerdings hat er seinen Preis.

Wie wirkt Manukahonig?

Der Honig enthält einen hohen Anteil Methylglyoxal, kurz MGO, das eine stark antibakterielle Wirkung haben soll. Das Zuckerabbauprodukt MGO steckt tatsächlich in jedem Honig. Während der Manukahonig allerdings bis zu 800 Milligramm MGO nachweisen kann, enthält herkömmlicher Honig deutlich weniger. Je höher der MGO-Anteil, desto stärker soll auch die heilende Wirkung sein. „Das sind sehr hohe Mengen, die man mit keinem anderen Lebensmittel so aufnehmen könnte“, sagt Anneke von Reeken von der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

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Wobei hilft der Manukahonig?

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Durch die antibakterielle Wirkung soll der Honig viele Anwendungsbereiche haben. Nachgesagt wird ihm, dass er vor allem Entzündungen, Wunden, Atemwegserkrankungen oder auch Magen-Darm-Probleme heilen könne. Dafür solle die klebrige Masse pur gegessen oder auch auf Wunden aufgetragen werden. Versuche der Universität Ottawa sollen eine Wirksamkeit gegen Erreger von Nasennebenhöhlenentzündungen zeigen. Dennoch mangelt es generell an wissenschaftlichen Studien, die die versprochenen Wirkungen des Honigs bestätigen. „Die Effekte von MGO sind vorwiegend im Labor gezeigt, wohingegen es an aussagekräftigen Studien zur tatsächlichen Wirkung beim Menschen fehlt“, sagt Andreas Hahn vom Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz-Universität Hannover. Daher dürfe auf den Gläsern selbst auch nicht mit bestimmten Wirkungen geworben werden, erklärt Verbraucherschützerin von Reeken.

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Worauf sollte beim Manukakauf geachtet werden?

Obwohl klare wissenschaftliche Belege fehlen, ist die Nachfrage nach dem „Superhonig“ groß. So kann ein Glas bereits bis zu 100 Euro kosten. Auch Fälscher haben es auf das Produkt abgesehen: Weltweit werden 10.000 Tonnen fälschlicherweise als Manukahonig verkauft und nur rund 1700 Tonnen der echten Ware. Somit ist nur in jedem sechsten Glas, auf dem „Manuka“ steht, auch tatsächlich welches enthalten. „Bei dubiosen, besonders günstigen Angeboten aus dem Internet wäre ich vorsichtig. Da würde ich lieber ins Fachgeschäft gehen“, empfiehlt von Reeken.

„Für den Verbraucher ist der Unterschied zwischen Original und Fälschung in den meisten Fällen nicht zu erkennen“, sagt Karl Speer, Lebensmittelchemiker an der TU Dresden. Er hat daher das sogenannte HAHSUS-Modell entwickelt. Dazu analysiert er verschiedene Substanzen im Honig. „Uns geht es darum, die Echtheit des Manukahonigs nachzuweisen, um den Verbraucher angesichts des hohen Preises vor Fälschungen oder vor gestreckten Honigen zu schützen“, sagt Speer. Die Menge an MGO sei kein Kriterium, da die Substanz als billige Chemikalie dem Honig zugefügt werden könne. Zwar gibt es die Prüfsiegel MGO oder UMF, aber über diese allein kann die Authentizität des Manukahonigs nicht abgeleitet werden.

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MGO nicht bei Diabetikern zu empfehlen

Tatsächlich hat MGO aber nicht nur gute Eigenschaften. „Der Verzehr von Manukahonig ist für Diabetiker nicht zu empfehlen“, sagt Speer. Das MGO wird von Diabetikern nur schwer abgebaut und führt zu einem deutlich erhöhten Schmerzempfinden.

RND/mr

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