Mode, Food und Einrichtung

Einfache Verhältnisse: Das sind die Lifestyletrends 2023

Grüner, nachhaltiger und mit einem Fokus aus sich selbst: Die Ereignisse der vergangenen Monate und Jahre haben sich auch auf unser Konsumverhalten ausgewirkt. Das zeigt sich auch in den diesjährigen Lifestyle-Trends.

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Natürlich schlicht

Der Siegeszug des Homeoffice hat zu neuen Herausforderungen in Sachen Raummanagement geführt, denn viele Wohnungen oder Häuser boten schlichtweg nicht genug Platz für mehrere arbeitende Menschen. Die Lösung: Der Schuppen im Hinterhof wurde während der Pandemie renoviert und zum Büro umgestaltet oder das Gartenhäuschen um einen Schreibtisch und einen Ofen für kalte Wintertage erweitert.

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Zwar ist ein Teil der Angestellten wieder zurück in den Firmenbüros, viele arbeiten aber weiter für einige Tage im Monat im Home­of­fice – und sind froh über ihre aufgemöbelte Datsche. Oder aber es ist nun mehr Raum für das Hobby vorhanden, etwa in Form eines privaten Yogastudios oder eines Ateliers.

Sowohl im Büro als auch zu Hause wird 2023 eine der wichtigsten Entwicklungen die Hinwendung zu biophilem Design sein. Dieses beruht auf der Annahme, dass, wer sich die Natur ins Haus holt, ausgeglichener, glücklicher und weniger gestresst ist. Dabei wird zum Beispiel durch Pflanzen ein indirektes Naturerlebnis geboten oder durch Lichtdesign eine Beleuchtung geschaffen, die den Schatten imitiert, den ein Baum wirft. Das soll den Eindruck eines heilsamen, entspannten Waldspaziergangs vermitteln.

Möglichst natürlich – das ist auch der sogenannte Coastal Granny Style. Auf Tiktok trendet der Look von Diane Keaton im Film „Was das Herz begehrt“ (2003), im weißen Rollkragenpullover, beigefarbener Leinenhose und Strohhut beim Strandspaziergang. Dieses leichte, maritime Lebensgefühl, das dadurch vermittelt werden soll, spiegelt sich auch in der Einrichtung wider und ist recht einfach in den eigenen vier Wänden umzusetzen, sei es durch Leinenkissen, einen Schaukelstuhl aus Rattan und ein paar Muscheln auf der Fensterbank. Den Milchkaffee trinkt man in dieser Umgebung aus der getöpferten, cremefarbenen Tasse.

Zwischen Retro und Recycling

Er ist eigentlich ein alter Hut, dennoch: Wir gehen mal davon aus, dass es sich bei dem Teil, auf das sich im kommenden Sommer alle einigen können und welches deswegen bereits Ende Februar womöglich nur noch über Wartelisten zu bekommen ist, um den Elbsegler von Celine handelt. Kreativdirektor Hedi Slimane setzte die blaue Prinz-Heinrich-Mütze, versehen mit dem goldenen Logo des französischen Labels, seinen Models für die digitale Show zur Frühjahr-Sommer-Kollektion 2023 auf.

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Vor der Kulisse auf dem Quai de la Pesquière in Saint Tropez stach die Kopfbedeckung als gelungenes Accessoire heraus. Gestreifte Pullover, weiße Häkelkleider, schwarze Mary-Jane-Schuhe und Röhrenjeans rundeten den French-Riviera-Style ab.

Ob die Mütze auch in deutschen Fußgängerzonen noch Charme versprüht, bleibt abzuwarten. Schauspielerin Diane Kruger hatte schon vor vier Jahren den Look für sich entdeckt. Wer den Trend nun mitmachen will, kann ja zunächst erst mal einen Testlauf mit Opas Modell aus der Mottenkiste wagen. Recycling ist ohnehin in.

Das Geschäft mit Secondhandklamotten ist auf Rekordniveau: Mittlerweile kauft jeder dritte Modekonsumierende seine Kleidung am liebsten gebraucht. Und weil das nicht nur Vintage-Plattformen wie Vestiaire Collective oder Vinted erkannt haben, steigen jetzt auch die Designer selbst in diese Form der Kreislaufwirtschaft ein, etwa auch Isabel Marant: Seit vergangenem Jahr kann man auch ältere Kleidungsstücke ihrer Marke zurückschicken. Sie werden dann vom Unternehmen online wieder verkauft. Der Absender erhält einen Gutschein für ein neues Teil von Marant. Darüber, wie nachhaltig das wirklich ist, lässt es sich trefflich streiten, denn letztlich konsumiert man bei diesem System ja nicht weniger, sondern mehr.

Diane Kruger setzte schon vor vier Jahren auf den Look.

Diane Kruger setzte schon vor vier Jahren auf den Look.

Neue Fleischfreiheit

Die Lebensmittelkosten explodieren, vor allem Fleisch wird immer teurer. Als ein Lokal in Frankfurt anfing, für den Döner 10 Euro zu verlangen, wurde das ähnlich breit diskutiert wie die Gaspreisbremse. Jetzt könnte es tatsächlich in großem Stil um die Wurst gehen – weil sie sich keiner mehr leisten kann. Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel eine Burgerkette in Hamburg ihre Karte auf vegetarische Kost umgestellt hat. Wer dort Fleisch essen möchte, zahlt extra dafür. Oder dass in Freiburg mit Beginn des kommenden Schuljahres nur noch vegetarisches Essen an den Schulen serviert wird.

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Man wolle, so die Begründung, die Kostensteigerung im Rahmen halten. Gutes Fleisch sei ein Preistreiber. Einkommensschwache Familien würde das vor eine Mehrfachbelastung stellen. Da Billigfleisch in der Schulkantine den Freiburgern nicht auf den Teller kommt, lautet ihr Fazit: Verzicht üben.

All die Argumente ums Tierwohl, um Klimaschutz und Gesundheit kennen ja viele Menschen – doch richtig weh tut erst der Blick auf den Kassenzettel. Pflanzliche Fleischersatzprodukte boomen bereits. Weil jedoch die Lust auf Lebensmittel, die nach Tier schmecken, ungebrochen ist, hat sich ein gigantischer Markt aufgetan. Das Rennen um bezahlbares Fleisch, das aus den Muskelstammzellen von echten Tieren im Labor hergestellt wird, läuft seit einigen Jahren auf Hochtouren. Als erstes Land erlaubt Singapur, dass Hühnchen-Nuggets aus dem Labor an Konsumenten verkauft werden; eine Portion kostet derzeit um die 17 Dollar.

Branchenkenner gehen davon aus, dass dieses In-vi­tro-Fleisch langfristig günstiger sein wird als konventionelles und es in den kommenden zehn Jahren weltweit zugelassen werden könnte. Bis es so weit ist, kann man in Deutschland jetzt komplett veganes Fleisch aus dem 3-D-Drucker probieren. Restaurants in Köln, Düsseldorf und Berlin bieten Produkte der israelischen Firma Redefine Meat an, deren Fabrik in Holland 500 Tonnen Steaks im Monat druckt.

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