Lavazza: “Mit dem Kalender wollen wir Menschen inspirieren”

  • Lavazza bringt alljährlich Kalender heraus, für die die renommiertesten Fotografen weltweit Fotos machen.
  • Der aktuelle Kalender erscheint unter dem Motto „Earth CelebrAction“.
  • Francesca Lavazza, Vorstandsmitglied der Lavazza-Gruppe, im Interview.
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Das Kaffee-Unternehmen Lavazza bringt jedes Jahr gemeinsam mit Künstlern wie Helmut Newton oder Annie Liebovitz einen Kalender heraus. Der Kalender für das Jahr 2020 entstand in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Fotografen David LaChappelle, das Thema lautet: „Earth CelebrAction“. Francesca Lavazza, Vorstandsmitglied der Lavazza-Gruppe, erklärt im Interview, wie die mystischen Fotos in die Zeit des Klimawandels passen.

Eines der großen Motive des neuen Lavazza-Kalenders ist die Wiedervereinigung mit der Natur. Warum haben Sie dieses Thema gewählt?

Mit dem Kalender für 2020 wollen wir die Schönheit der Natur feiern. Wir wollen die Menschen dazu auffordern, sich zu engagieren, die Natur zu schützen und zu bewahren – und ja, sich wieder mit ihr zu verbinden. Denn gerade wenn man in der Stadt lebt, ist es leicht, diese Verbindung zu verlieren. Dann ist es schwierig, sich für die Natur zu sensibilisieren und sie zu erhalten.

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Wie erhalten Sie sich persönlich diese Verbindung?

Ich lebe etwas außerhalb von Turin. Ich bin also sehr nahe an der Natur und der Landschaft. Zudem arbeitet unser Unternehmen ja mit Kaffee, einem Rohprodukt, für das es eine Erntezeit gibt, das gepflückt werden muss. Eine Verbindung zur Natur zu haben, ist quasi Teil meines Jobs.

Die Fotos für den Kalender sind auf Hawaii entstanden – warum dort?

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Auch für den Fotografen David LaChappelle ist die Verbindung zur Natur sehr wichtig. Deshalb ist er vor einiger Zeit aus dem chaotischen Los Angeles nach Maui gezogen. Er wollte wieder eine Balance finden und sich wieder als Teil des Universums fühlen. Wir haben den ersten Tag des Shootings deshalb auch mit einer Zeremonie begonnen. Eine Ureinwohnerin von Hawaii hat uns dabei auch die Bedeutung des Wortes „Aloha“ erklärt. Dahinter verbirgt sich mehr als nur ein Willkommensgruß. Es ist etwas tief Spirituelles, das sehr verbunden mit der Natur ist, den Bewegungen des Ozeans und dem Feuer der Vulkane.

Für den neuen Lavazza-Kalender liefert diesen Mal David LaChapelle die Fotos. © Quelle: Lavazza/David Lachapelle
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Die Fotos von David LaChappelle sind opulent, bunt, mystisch. Wie passt das zu einer Welt, die immer stärker durch den Klimawandel zerstört wird?

David hat eine neue Ästhetik der Nachhaltigkeit entwickelt. Die Natur und die Landschaft darin sind total authentisch. Aber was wir darin platzieren, ist artifiziell. Das hilft uns zu verstehen, wie wir leben, arbeiten und wie wir diese tiefe Verbindung zur Natur schaffen. David zeigt immer, was die Menschen sein könnten.

Tatsächlich haben in den vergangenen Jahren viele Künstler ihre Perspektive völlig geändert. Sie nutzen ihr eigenes Talent, um den Menschen zu zeigen, wie sie in eine andere Richtung gehen können.

Von einer pessimistischen zu einer hoffnungsvolleren Perspektive?

Ja, genau. Auch bei Lavazza versuchen wir immer proaktiv zu handeln, immer mit einem Lösungsansatz. Davids positive Einstellung hat da sehr zu uns gepasst. Für ihn ist es sehr wichtig, auf eine natürliche Weise zu arbeiten. Mit dem Ziel, all die Schönheit um uns herum zu feiern, etwas Göttliches fühlen und das Gute erkennen.

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Mit dem Kalender wollen wir Menschen inspirieren. Denn der Einfluss des Visuellen ist dabei fundamental: Man kann damit die Emotionen der Menschen erreichen, bloß indem man sie vor etwas Schönes setzt.

Der Fotograf David LaChapelle arbeitet zum dritten Mal mit Lavazza zusammen. © Quelle: Lavazza/David Lachapelle

Warum einen Kalender? Gibt es im Zeitalter der digitalen Medien nicht effektivere Wege, um Menschen zu inspirieren?

Am Anfang haben wir den Kalender gewählt, weil uns die Nähe zu relevanten Akteuren und unseren Kunden extrem wichtig ist. Ein Kalender ist ein Objekt, das jeden Tag relevant ist und einen das ganze Jahr begleitet. Wir haben tatsächlich auch mal mit einer digitalen Form experimentiert, aber dann wollten die Leute den Kalender zurück. Sie wollten etwas, das sie behalten und sammeln können. Auf diese Weise ist die Tradition effizienter, weil sie geschätzt wird.

Wie engagiert sich Lavazza denn über den Kalender hinaus für Umweltschutz und Nachhaltigkeit?

Der Kalender ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Lavazza-Stiftung hat 24 Nachhaltigkeits-Projekte in der ganzen Welt in 17 Ländern und unterstützt so 94.000 Kaffeebauern. Nachhaltigkeit betrifft für uns ökonomische, soziale und ökologische Aspekte. In Kolumbien zum Beispiel fördern wir mit dem Projekt „Technology Transformation“ die Digitalisierung der Schulen und unterstützen die Bauern.

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Ihre Familie führt Lavazza mittlerweile in der vierten Generation. Haben Ihre Kinder Aspirationen ebenfalls ins Familiengeschäft einzusteigen?

Nun ja, sie sind noch jung, sicher sagen kann man das in dem Alter noch nicht. Aber sie sind sehr involviert wenn es um Themen wie Nachhaltigkeit geht. Sie nahmen zum Beispiel auch an „Fridays for Future“ teil.

Kommen Sie auch zu Ihnen und wollen wissen: Wie aktiv ist Lavazza in diesem Bereich?

Ja, sie sind da sehr fordernd. Es ist spannend, wie aufmerksam die nächste Generation ist. Sie sind bereit, ihre Einstellung aber auch ihr Verhalten zu ändern.