Kurzer Prozess: Das Short-Sleeve feiert sein Revival in der Mode

  • Über die Ästhetik des Hawaiihemds lässt sich streiten – und doch bahnt es sich erneut seinen Weg in die Modewelt.
  • Angesagt sind jetzt Kurzarmhemden in dezenten Erdtönen oder einem unaufdringlichen Blau.
  • Was das Short-Sleeve so beliebt macht.
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Eigentlich hatte es ja bereits Elvis Presley populär gemacht – 1961, als er für den Film „Blue Hawaii“ halb cool, halb locker vor der Kulisse der Insel Oahu posierte. Sein rotes Hawaiihemd war für viele der Inbegriff von Urlaub – und dieser Trend ging nicht weniger als um die Welt.

Aber wer erinnert sich schon noch an diesen Auftritt der einstigen Stilikone Elvis? Er wurde schließlich später im Leben für ganz andere Outfits bekannt, die Modeexperten heutzutage unisono als scheußlich bezeichnen würden.

Und das Hawaiihemd? Das bekam nach ein paar Jahren in der Versenkung einen neuen Botschafter: Privatdetektiv Thomas Magnum alias Tom Selleck. Shorts, Hemd, Sneaker – in den Achtzigern wollte jeder Mann ein bisschen so sein wie Magnum in der gleichnamigen Fernsehserie. Was freilich vor allem am roten Ferrari lag, mit dem er über Oahu düste.

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Aber man war eben nicht auf Hawaii und vom Kauf eines Ferraris bis heute so weit entfernt wie von der Profifußballerkarriere. Und so versank auch das Hawaiihemd sehr schnell wieder dort, wo es für viele hingehörte: im Altkleidercontainer. Hätten wir es mal aufgehoben.

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Kurzarmhemden für Männer liegen wieder im Trend – Das hat sich geändert

Wer in diesen Tagen durch die wieder erwachten Innenstädte fern von Hawaii schlendert, wird sie wieder entdecken, die Kurzarmhemden. Nicht unbedingt mit Hawaiimuster, sondern eher dezent in Erdtönen oder einem unaufdringlichen Blau – aber vom Ansatz dem Vorbild treu geblieben.

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Locker müssen sie sitzen, über der Hose getragen werden. Und natürlich mit Stolz – ganz so, wie es bereits Elvis an sich zeigte. Das Kurzarmhemd – ein No-Go, wie uns Stilberater über Jahre weismachen wollten? Vergessen Sie es.

Das Short-Sleeve, wie es die Engländer nennen, ist zurück, und es ist plötzlich wieder überall zu finden. H&M und Tommy Hilfiger etwa bieten ganze Kollektionen – von Grün über Blau bis Schwarz, gemustert oder uni. Bei Guess gibt es Blumenmuster, Versace kommt mit einem kunterbunten Modell.

Ganz wichtig: Die Ärmel bedecken nur locker den Oberarm. Derzeit gefragt sind vor allem Modelle mit Reverskragen. Wer dann sein Hemd oben offen trägt, braucht nicht mal mehr die Kulisse Hawaiis, um so cool zu sein wie Elvis.

Mit Kragen und Steg: So wirkt das Kurzarmhemd strenger

Es geht aber auch anders: Mit klassischem Kragen und Steg wirken auch Kurzarmhemden strenger – das unterstreichen viele dadurch, dass sie es bis ganz nach oben zuknöpfen. Formeller ist eigentlich nur noch ein Anzug.

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Muster sind so angesagt wie eh und je. Es darf aber auch unifarben sein. Nur eines ist beim Kurzarmhemd 2021 ein Fauxpas: Karos. Genauso wenig braucht es heutzutage ein weißes T-Shirt unter dem Hemd. Wer es dennoch tragen will, raten Stilexperten, sollte es offen tragen – für noch mehr Lockerheit. Wenn das überhaupt noch geht.

Der Klassiker unter den Short-Sleeves: Das macht ein echtes Hawaiihemd aus

Das Hawaiihemd war übrigens streng genommen schon zu Elvis‘ Zeiten nichts Neues mehr. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten die ersten Modelle auf den Straßen Honolulus auf und wurden schon damals über der Hose getragen.

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Weil keine genaue Bezeichnung in der polynesischen Sprache existierte, bürgerte sich über die Jahre im Englischen der Begriff Aloha Shirt oder Hawaiian Shirt ein. Wichtigste Kennzeichen: Die Taschen unterbrechen das Muster nicht, der Saum ist gerade – und im Original sind die Knöpfe aus Kokosnussschalen gefertigt. Und wenn es wirklich echt sein soll, muss es natürlich dort herkommen, wo auch Magnum und Elvis sich wohlfühlten: aus Hawaii.

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