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Tag des Kusses

Warum küssen so wichtig ist – es aber immer weniger tun

Zwei Teilnehmerinnen küssen sich während der jährlichen Gay Pride Parade in São Paulo, Brasilien. Ein Kuss kann vieles aussagen und ist gerade in Beziehungen wichtig, sagt eine Expertin.

Ein Kuss kann Unterschiedliches aussagen. Ein Schmatzer auf die Stirn des eigenen Kindes bedeutet etwas anderes als ein Wangenküsschen zur Begrüßung oder ein leidenschaftlicher Kuss mit dem Partner oder der Partnerin. Eine Geste der Liebe, eine der Wertschätzung und eine der Sexualität. Am 6. Juli wird diesen Gesten sogar ein ganzer Tag gewidmet: Der internationale Tag des Kusses. Doch: „Die Leute hören auf, sich zu küssen“, sagt Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning im RND-Podcast „Ach, komm!“.

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In ihrem Praxisalltag beobachte sie, dass Paare sich immer weniger leidenschaftlich küssen. Das Höchste sei ein Wangenkuss oder ein schneller Kuss auf die Lippen – ein typischer Begrüßungs- oder Verabschiedungskuss. Doch selbst das würden viele Paare weniger machen, berichtet die Sexualtherapeutin. In ihren Sitzungen beobachte sie, dass der eine Partner oder die eine Partnerin meist sehr gerne küsst, der oder die andere wiederum hingegen weniger Freude am Küssen findet. Aber warum?

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Mundgeruch und keine Lust

„Es geht auch um Hygiene, und da gibt es ein paar Leute, die schlampen, wenn sie länger in Beziehungen sind“, sagt Ann-Marlene Henning. Mundgeruch ist also ein Problem. Außerdem verbinden viele Paare das Küssen, gerade innig und leidenschaftlich, direkt mit Sex. Oder besser gesagt: als Eintrittspforte zum Sex. Hat ein Partner oder eine Partnerin also keine Lust auf Sex, werde auch direkt das Küssen vermieden. Wenn einer oder eine der beiden also nicht küssen möchte, werde dem also einfach aus dem Weg gegangen, anstatt die Gründe dafür anzusprechen oder überhaupt erst ausfindig zu machen, stellt Ann-Marlene Henning fest. Es fehlt also an Kommunikation. Dabei sei es wichtig, das Küssen beizubehalten.

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Küssen ist gesund

Küssen ist sogar gesund, denn dabei werden zahlreiche Bakterien ausgetauscht. Laut einer niederländischen Studie tauschen wir bei einem zehnsekündigen Kuss auf den Mund bereits bis zu 80 Millionen Bakterien aus. Was ekelig klingen mag, stärkt die Immunabwehr. Außerdem fand die Studie heraus, dass Partnerinnen und Partner dadurch eine ähnlichere Mundflora im Vergleich zu anderen nicht verwandten Personen entwickeln.

Küssen lässt uns aber auch gut fühlen. Dadurch werden laut der AOK-Krankenkasse Glückshormone wie Dopamin und Endorphin ausgeschüttet. Auch der Katecholamine-Spiegel, dazu zählt neben Dopamin auch Adrenalin, steige. Das rege wiederum den Puls und Blutdruck an. Unser Herz schlägt schneller.

Küssen sagt etwas über die Beziehung aus

Doch nicht nur für unseren Körper kann das Küssen von Vorteil sein, auch für unsere Beziehung. Eine Studie fand heraus: Wie oft Partnerinnen und Partner sich küssen, hängt damit zusammen, wie zufrieden diese mit der Beziehung sind. Das kann zum einen heißen, dass weniger küssen ein Indiz für andere Probleme in einer Beziehung sind. Zum anderen kann dies aber auch bedeuten, dass das wenige Küssen selbst der Grund für Unzufriedenheit in der Beziehung ist.

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Daher sieht auch Ann-Marlene Henning es als eine „wahnsinnige Komponente“ in Beziehungen an. Vor allem der Überraschungseffekt mache einen Kuss dann aufregend. Es könnte den Liebsten oder die Liebste – gerade am Tag des Kusses – also freuen, sie oder ihn mit einem leidenschaftlichen Kuss zu überraschen. Wichtig sei aber auch: Sollte ein Partner oder eine Partnerin oder sogar beide, weniger Freude am Küssen haben, sollten diese vor allem kommunizieren, die Gründe dafür herausfinden und zusammen daran arbeiten. So kann das Küssen auch in Zukunft wieder schön werden – oder auch bleiben.

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