Lässt sich Kaffeesatz als Dünger einsetzen?

  • Millionen Menschen in Deutschland trinken täglich Kaffee.
  • Dass auch Pflanzen den Koffeinkick vertragen, wissen nicht alle.
  • Kaffeesatz lässt sich vielseitig im Garten, auf dem Balkon oder bei Zimmerpflanzen einsetzen.
Ben Mendelson
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Nach dem Kaffeetrinken am Morgen, Mittag und Nachmittag muss der benutzte Kaffeefilter samt Kaffeesatz nicht weg­geschmissen werden. Denn Kaffee und sogar der Filter können auf Pflanzen sehr positive Effekte haben. Was muss man beachten, um Kaffeesatz als Dünger zu verwenden? Wie lässt sich Kaffeesatz noch im Garten oder auf dem Balkon einsetzen? Und welche Pflanzen vertragen Kaffeesatz nicht so gut?

Kaffee für Pflanzen: Kann man Kaffeesatz als Dünger einsetzen?

Ja. Grundsätzlich lässt sich Kaffeesatz problemlos als Dünger für Pflanzen einsetzen. Allerdings gilt es einige Aspekte bei der Konsistenz zu beachten. Außerdem gibt es einige Pflanzen, die schlechter als andere auf Kaffeesatz reagieren. Wofür Kaffee­satz im Boden sorgt, worauf man beim Einsatz von Kaffee­satz als Dünger achten muss und welche Pflanzen Kaffee­­satz nicht gut vertragen: Alles Wissenswerte über Kaffee­satz als Dünger und andere Verwendungsmöglichkeiten erklären wir im Folgenden.

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Kaffeesatz als Dünger: Worauf muss man achten?

Eine Grundvoraussetzung, um Kaffeesatz als Dünger verwenden zu können, ist die Konsistenz. Der Kaffeesatz sollte getrocknet werden, um als Dünger zu dienen. Denn feuchter Kaffeesatz schimmelt schnell und könnte den Pflanzen eher schaden als nützen. Der Kaffeesatz sollte also nach dem Kaffeekochen in einem offenen Gefäß an der Luft getrocknet werden.

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Nach dem Trocknen kann der Kaffeesatz auch in kleiner Dosis in das Wasser gemischt werden, mit dem die Pflanzen gegossen werden. Das ergibt aber nur dann Sinn, wenn der Boden basisch ist und die Pflanzen einen neutralen oder leicht sauren Boden benötigen. Denn Kaffeesatz hat einen niedrigen pH-Wert, ist also sauer.

Wofür sorgt Kaffeesatz als Dünger?

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Kaffeesatz kann mit dem niedrigen pH-Wert von etwa 6,5 einen Ausgleich bei basischen Böden oder kalkhaltigem Wasser darstellen, wenn man damit gießt. Am besten eignet sich Kaffeesatz als Dünger für Pflanzen im Garten, die einen sauren Boden benötigen. Doch wofür sorgt Kaffeesatz bei den Pflanzen? Folgende Wirkstoffe enthält Kaffeesatz:

  • Stickstoff
  • Kalium
  • Phosphor
  • Schwefel

Besonders der Stickstoff ist wichtig für die Pflanzen, da er für ein besseres Wachstum sorgt. Die weiteren Wirkstoffe im Kaffeesatz sorgen unter anderem für stärkere Wurzeln und fördern die Blütenbildung und die Zellstruktur. Kaffeesatz wirkt also auf vielen Ebenen positiv auf die Pflanzen – sofern sie ihn als Dünger gut vertragen. Der getrocknete Kaffeesatz muss dafür einfach flach in den Boden eingearbeitet (etwa mit einer Harke) oder von einer Mullschicht bedeckt werden.

Welche Pflanzen vertragen Kaffeesatz als Dünger gut?

Kaffeesatz als Dünger ist vor allem für Pflanzen im Garten gedacht, die einen sauren Boden benötigen. Aber auch Balkon- und Zimmerpflanzen können Kaffeesatz vertragen – dann aber nur eine kleine Dosis am Boden des Topfes vor dem Umtopfen. Einige Pflanzen, die Kaffeesatz besonders gut vertragen, sind zum Beispiel Hortensien oder Rhododendren sowie die Nutzpflanzen Tomaten, Zucchini und Heidelbeeren.

Es gibt auch Pflanzen, die Kaffeesatz weniger gut vertragen (siehe unten). Das heißt aber nicht, dass sie überhaupt nicht mit Kaffeesatz in Berührung kommen dürfen. Die Dosis des Düngers sollte nur minimiert werden. So vertragen etwa Erdbeeren lediglich eine kleine Portion Kaffeesatz als Dünger. Man sollte Erdbeeren also nicht nur mit Kaffeesatz düngen.

Wie kann Kaffeesatz noch im Garten eingesetzt werden?

Wegschmeißen sollte man den gebrauchten Kaffeesatz keinesfalls. Denn er lässt sich vielseitig im Garten wiederverwenden. Einerseits als Dünger, andererseits kann man Kaffeesatz auch auf den Kompost geben. Man sollte den Kaffee nur nicht als großen Berg einfach auf den Kompost werfen, sondern ihn eher auf der Oberfläche des Komposts verteilen. Der Kaffee­satz regt dort die Zersetzung und Verrottung an, gibt dem Kompost wichtige Nährstoffe – und lockt Regenwürmer an. Auch der Kaffeefilter kann im Kompost landen, sofern er ungebleicht ist.

Wer im eigenen Garten mit Schnecken zu kämpfen hat, kann hierfür ebenfalls auf Kaffeesatz zurückgreifen. Einfach eine Schicht auf den Boden um die betroffenen Pflanzen streuen: Schnecken hassen diesen Trick. Denn die Weichtiere mögen kein Koffein und werden sich folglich von den Pflanzen fernhalten.

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Kein Kaffeesatz: Welche Pflanzen vertragen Kaffeesatz als Dünger nicht so gut?

Wie bereits oben beschrieben: Es gibt Pflanzen, die Kaffeesatz schlechter vertragen als andere. Hier sollte aber vor allem auf die Menge an Kaffee geachtet werden. Denn vielen Pflanzen schadet eine kleine Dosis Kaffeesatz nicht. Anders ist das bei Setzlingen: Diese sollten nicht mit Kaffeesatz in Berührung kommen.

Zu den Pflanzen, die Kaffeesatz weniger vertragen, gehören zum Beispiel Apfel- und Pflaumenbäume, Erdbeeren, Zwiebelgemüse, Rosen und Tulpen, Lavendel, Möhren, Chrysanthemen und Hyazinthen. Bei der Dosierung ist vor allem das Verhältnis von Erden- und Kaffeemenge entscheidend.

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