DIY: So bauen Sie ein Insektenhotel selbst

  • Insektenhotels liegen voll im Trend: Sie sind nützlich und schick.
  • Für einfache Varianten reicht eine alte Konservendose, die mit Bambusstäben gefüllt wird.
  • Aufwendigere Insektenhotels bieten vielfältige Unterkünfte für unterschiedliche Insekten.
Anja Klein
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Köln/Hannover. Insekten müssen geschützt werden. Viele Studien haben ergeben, dass wir dabei sind, einen Großteil der Insekten zu verlieren. Wer Insekten ein Zuhause bieten möchte, kann ein Insektenhotel leicht selbst bauen und zum Erhalt von Biene, Käfer, Schmetterling, Fliege und Co. seinen Beitrag leisten. Denn die kleinen Insekten sind die Grundlage eines ausgewogenen Ökosystems. Insektenhotels gibt es fertig zu kaufen, aber selbst bauen ist recht einfach und macht Spaß.

Insektenhotel selbst bauen: Die Baumaterialen

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Als Baumaterial eignet sich viel: Baumscheiben, Äste, Holzwolle, Holzreste, Paletten, leere Metalldosen, Baumrinde, Stroh, Schilfrohr, Bambusstäbe, Kiefernzapfen, Reisig, Backsteine, Terrakottatöpfe, Lehm.

Angebohrte Holzreste eigenen sich gut als Unterschlupf für Insekten. Wichtig ist es, saubere Löcher zu bohren.

Eine alte Schublade oder eine ausgediente Holzkiste eignen sich gut als fertiger Rahmen. Ein breiteres Brett als Dach schützt den Eingangsbereich vor Regen. Gefüllt wird der Rahmen mit angebohrten Holzresten, Zweigen, Stroh, Backsteinen und allem, was gerade so zur Hand ist. Da die Bauaufsichtsbehörde für Insektenhotels nicht zuständig ist, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Hartholzreste aus Eiche, Buche, Apfelbaum oder Ahorn eignen sich besonders gut, weil sie einfach länger halten als Weichholz. Wichtig ist es, saubere Löcher zu bohren. Faserige Eingänge mögen die späteren Bewohner überhaupt nicht. Unterschiedlich groß sollten die Löcher aber schon sein. Je nach Durchmesser (zwei bis zehn Millimeter) ziehen jeweils andere Insekten in das neue Zuhause ein.

Biene, Käfer oder Würmer: Ein Dach überm Kopf

Die Rote Mauerbiene ist nicht wählerisch. Sie nimmt sowohl mit Lehm gefüllte Ziegelsteine als auch Bohrlöcher in Holzresten an. Ihre Verwandten, die Löcher-, Scheren-, Blattschneider- und Maskenbienen, ziehen letzteres vor. Keulenhornbienen lieben markhaltige Holunderstengel und Holzbienen fliegen auf morsche Baumrindenreste. Allen gemeinsam ist das Motto: „Tust du mir nichts, tue ich dir nichts“. Vor Stichen muss sich wirklich niemand fürchten. Auch die restlichen Bewohner sind ausgesprochen friedlich, sofern man das Ganze nicht aus Sicht einer Blattlaus betrachtet.

Florfliegen stehen auf Rot. Wer die fleißigen Blattlausvertilger als Mieter gewinnen möchte, sollte einen Teil des Hotels (zum Beispiel ein kleines Holzkistchen) mit roter Farbe anstreichen, mit Einflugschlitzen versehen und mit kuscheligem Weizenstroh füllen. Die immer hungrigen Ohrwürmer bevorzugen mit Stroh oder Holzwolle ausgestopfte Terrakottatöpfe oder Blechdosen. Obst-, Wiesen- und Waldhummeln nisten gern in löchrigen Ziegelsteinen. Holz- und Laufkäfer lieben lockere Kiefernzapfen oder Stroh. Während die niedlichen Marienkäfer, wer hätte das gedacht, eher auf die härtere Pinienrinde stehen.

Die „kleine Pension“: Willkommen in der Dose

Ein schlichtes Insektenhotel wird aus einer leeren und sauberen Konservendose gebaut. Alternativ geht auch ein ausgehöhlter Baumstamm. Bambusstangen werden dafür so gesägt, dass sie etwas länger sind als die Dose. Alternativ werden trockene Pflanzenstängel genommen. Tülle aus den Stangen mithilfe eines spitzen Gegenstands entfernen, durchgehend offene Bambusstangen aber auf einer Seite mit Watte oder Baumwolle verschließen. Mehrere dieser Stangen kommen dann straff in die Dose, die an einen geeigneten Platz gelegt oder mit einem Bindfaden aufgehängt wird. Etwas Gips in den Behälter zu füllen, damit die Niströhrchen fest sitzen und nicht herausfallen.

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Das „Grandhotel“: Verschiedene Behausungen in einem Kasten

Eine Alternative ist die Kombination verschiedener Behausungen in einem Kasten. Die Räume aus Ziegelsteinen und Bambusstangen werden in dem Grundgerüst kombiniert mit Terrakottatöpfen, die mit Stroh, Heu, kleinen Ästen, Moos oder Baumrinde gefüllt sind. Dazu kommen etwa ein Zentimeter lange und 15 Millimeter dicke Stängel von Holunder, Brombeere oder Heckenrose für Insekten, die in stehenden Zweigen Nester bauen. Daneben entstehen „Suiten“ in Holzscheiben. Dafür werden in einen trockenen, etwa 20 Zentimeter dicken Teil eines Stamms aus Laubholz viele kleine Löcher gebohrt. Die meisten Löcher sollten einen Durchmesser von sechs Millimetern haben.

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Biene und Schmetterling: Reich gedeckter Tisch für Insekten

Bunte und nektarreiche Blumen bieten reichlich Futter für die große Insektenfamilie. Offene Blüten passen perfekt in den naturnahen Garten und locken mit den Pollen und reichlich Nektar Hummeln und Bienen an. Ein Tütchen mit Sommer- oder Wildblumen reicht aus für ein mehrere quadratmetergroßes Blütenmeer. Im Handel gibt es zwar zahlreiche fertige Mischungen für Bienen und Schmetterlinge zu kaufen, sie können aber auch gut selbst gemischt werden. Marokkanisches Leinkraut, Wiesenrittersporn und Phacelia bilden beispielsweise ein Blütenmeer, das von Juni bis in den Spätsommer hinein reichlich Nahrung für die Insektenwelt bietet.

Mindestens genauso fleißig werden blühende Kräuter, wie Rosmarin, Schnittlauch, Oregano, Salbei oder Duftnessel von unzähligen Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten angeflogen.

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