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Um die Inflation auszugleichen: Dieser Rechner zeigt Ihnen, wo Sie wie viel sparen müssten

Wo lassen sich in der Inflation Kosten vermeiden?

Die Inflation speist sich in erster Linie aus den gestiegenen Energiepreisen und – etwas weniger dramatisch – aus der Teuerung der Lebensmittel. Wer mit seinem bisherigen Budget auskommen muss, hat keine andere Möglichkeit, als diese Mehrausgaben durch Konsumverzicht wieder einzusparen.

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Allerdings lassen sich die immensen Preissteigerungen von Energieerzeugnissen kaum komplett durch Verhaltensänderungen in diesem Bereich kompensieren. So sinnvoll es sein mag, die Duschzeit zu verkürzen: Derartige Maßnahmen werden nicht ausreichen, um die Kosten wieder auf das bisherige Niveau zurückzuführen. Auch im Bereich der Lebensmittel sind die Einsparpotenziale begrenzt, denn essen und trinken muss jeder Mensch nun einmal.

Mit dem Konsumrechner lassen sich Einsparungen verteilen

Deshalb rücken unweigerlich die übrigen Konsumgewohnheiten in den Blick. Denn der Verzicht auf gelegentlichen Luxus fällt in der Regel leichter als Einschränkungen bei Nahrungsmitteln, Wärme und Mobilität. Um die nötigen Einsparungen nach den persönlichen Vorlieben auf die verschiedenen Lebensbereiche verteilen zu können, hat das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) einen Konsumrechner erstellt.

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Im Ausgangszustand ist die Einsparung in jeder Kategorie der Konsumausgaben auf exakt die Summe eingestellt, die der Teuerung in dem jeweiligen Bereich entspricht. Wer nun beispielsweise seine Ausgaben für Lebensmittel unangetastet lassen möchte und stattdessen lieber weniger Geld für die Gastronomie ausgeben möchte, kann dies mit den Reglern entsprechend einstellen und im Anschluss kontrollieren, ob die Ersparnis reicht, um die Inflation auszugleichen.

Geben Sie Ihr Budget ein und verteilen Sie die Sparsumme

Neben dem Verzicht auf liebgewonnene Annehmlichkeiten gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, auf die angespannte Lage zu reagieren. Wer regelmäßig Geld spart, kann den Anteil der monatlichen Rücklagen verringern und diese Summe stattdessen für den Konsum reservieren. Manch einer mag sich mit einem Konsumkredit über die schwere Zeit retten. Millionen Beschäftigte versuchen in diesem Jahr, ordentliche Lohnerhöhungen durchzusetzen oder mit Überstunden das Gehalt aufzubessern.

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In den meisten Fällen dürfte es eine Mischung sein aus Konsumverzicht, Auflösen von Erspartem und Lohnverhandlungen, mit der sich die Menschen an die neue Weltlage anpassen. Doch diese Strategien stehen nicht allen Menschen gleichermaßen offen. Haushalte mit geringem Einkommen, die bisher schon kaum gespart haben, können ihre Sparquote nicht noch weiter reduzieren.

Familien müssen höhere Teuerung bewältigen

Dabei leiden gerade diese Haushalte überdurchschnittlich unter der Inflation, wie das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung errechnet hat. Die Ökonomen und Ökonominnen haben beispielhaft neun Haushaltstypen untersucht und jeweils die übliche Inflationsrate ermittelt. Demnach hatte eine vierköpfige Familie mit einem Einkommen zwischen 2000 und 2600 Euro zuletzt im Mittel eine Inflationsrate von 8,6 Prozent zu schultern, während ein Alleinlebender mit einem Einkommen von mehr als 5000 Euro auf eine Inflationsrate von „nur“ 6,5 Prozent kommt. Der Grund: Familien und Geringverdiener geben einen relativ großen Anteil ihres Budgets für die besonders von der Teuerung betroffenen Bereiche Energie und Lebensmittel aus.

In einer weiteren Studie hat das IMK erhoben, in welchen Bereichen sich die Bevölkerung einschränken will. 62 Prozent der Befragten gaben bei Warmwasser und 73 Prozent bei Strom an, ihren Verbrauch reduzieren zu wollen. Im Bereich Bekleidung und Schuhe wollen sich 53 Prozent einschränken. 39 Prozent der Befragten gaben an, künftig weniger Nahrungs- und Genussmittel kaufen zu wollen. Wenig überraschend fallen die Anteile der zum Sparen Entschlossenen unter Geringverdienenden in allen Kategorien höher aus als unter Gutverdienenden.

Konsumklima auf tiefstem Stand seit 1991

Der Konsummonitor des Handelsverbandes Deutschland (HDE) belegt, dass Kundinnen und Kunden mehr auf Sonderangebote achten. Bei Lebensmitteln wird häufiger auf Spezialitäten, Delikatessen sowie Genussmittel wie Alkohol oder Kuchen verzichtet. Noch stärker sind die Auswirkungen im Non-Food-Bereich wie beim Kleidungs- und Schuhkauf. Größere Anschaffungen werden verschoben und im Supermarkt die billigeren Marken gewählt. Viele Verbraucher und Verbraucherinnen wechseln von höherpreisigen Supermärkten zu Discountern.

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Unter dem Strich drückt die Inflation messbar die Kauflaune in Deutschland. Das Konsumklima ist derzeit so schlecht wie nie seit 1991, als die GfK erstmals den entsprechenden Index ermittelt hat. Die schlechte Stimmung unterschreitet sogar den bisherigen Tiefstand aus dem April 2020, dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle mit einem weitgehenden Lockdown.

Inflationssorgen größer als Kriegssorgen

Die Inflation macht den Menschen derzeit mehr Sorgen als alles andere. Selbst der Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie stehen dahinter zurück. Das geht aus einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, ihre größte Sorge sei aktuell die Inflation. 34 Prozent der Befragten nannten die Invasion der Ukraine, nur noch 8 Prozent die Covid-19-Pandemie.

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