Im Trend, aber Geschmackssache: Der Fake-Kamin

  • Ursprünglich dienten Kamine etwas Elementarem: dem Heizen von Räumen.
  • Heutzutage liegen sie schon seit Jahren im Wohlfühltrend.
  • Haus- und Wohnungsbesitzer signalisieren damit: Wir mögen es gemütlich und geruhsam.
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Hannover. Der hartherzige Ebenezer Scrooge aus Charles Dickens’ Weihnachtsgeschichte ist vielleicht die Ausnahme. Doch sonst geht wohl nahezu jedem ein bisschen das Herz auf, wenn er oder sie dieser Tage einen Kamin sieht, in dem ein Feuer prasselt oder an dem Socken mit Weihnachtsgeschenken baumeln.

Heute ist ein Kamin der Inbegriff von Gemütlich- und Heimeligkeit. Auch wenn er ursprünglich zu etwas eher Elementarem diente: Die Räume halbwegs warm zu bekommen, ohne dabei – wie bei offenen Feuerstellen – alles zu verqualmen. Für die angenehme Temperatur sorgen mittlerweile Zentralheizungen, für die innere Behaglichkeit hingegen gern Kamine und Holzöfen, die seit Jahren im Wohlfühlwohntrend liegen. Haus- und Wohnungsbesitzer signalisieren damit: Wir mögen es gemütlich und geruhsam – und zeigen auch, dass sie das Geld haben, sich einen Kamineinbau leisten zu können.

Kamin: Statussymbol und Ort der Selbstinszenierung

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Das hat Tradition: Schon früher sollte ein Kamin und vor allem dessen Aufsatz zeigen, was oder wer man war. "In der Renaissance avancierte der Kaminsims zum sozialen und ökonomischen Statussymbol und Ort der Selbstinszenierung", schreibt die Bloggerin Barbara Eichhammer in einer kleinen Kulturgeschichte des Kaminaufsatzes. Sprich: Wer Geld hatte, zeigte das ungeniert und ließ die Konsolen besonders üppig gestalten – mit Marmor, Granit, teuren Hölzern und vielleicht noch einem verschnörkelten Spiegel obendrauf. So ein Sims war ein Hingucker, und bevorzugt stellte man irgendwann alles drauf, was einem lieb und teuer war: Vasen, Reiseandenken oder auch Familienfotografien.

Der Wunsch nach so einem Platz, an dem man sich auch emotional wärmt, scheint immens. Und wenn es für einen echten Kamin aus finanziellen oder räumlichen Gründen nicht reicht oder man sich aus ökologischen Erwägungen dagegen entscheidet, muss das kein Problem sein: Wozu ein Kamin, wenn es doch auch nur die Umrandung tut? An die kommt ganz man leicht: Fachgeschäfte, Möbelhäuser, sogar Lebensmitteldiscounter haben Kaminkonsolen im Angebot. Da gibt es die rustikale oder die romantische Variante, die im Shabby Chic oder die im nordischen Design. Käufer können sich, steht der Sims erst einmal im Wohnzimmer, wie auf Downton Abbey, auf einem Loireschlösschen oder wie in Bullerbü fühlen.

Kaminsims: Ein Traum für alle Dekofans

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Begabte Naturen bauen sich ihre Kaminattrappe sogar selbst. Glaubt man der DIY-Seite "Haushaltsheldin", braucht es dafür kaum mehr als ein paar Bretter, Metallwinkel, Schrauben, etwas Kleinkram und vielleicht noch ein bisschen Geduld.

Egal ob selbst gebastelt oder gekauft: Dekofans toben sich mithilfe einer Konsole so richtig aus, wie ungezählte Fotos in sozialen Netzwerken zeigen. Da werden liebevoll Kerzen und Familienfotos, Bücher und Gläser, Pflanzen und Blumenvasen arrangiert. Irgendwie sieht es auf all den Bildern wahnsinnig gemütlich aus – sodass man sich ein Leben ohne Fake-Sims kaum noch vorstellen kann.

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Zum Einrichtungsstil im modernen Farmhauslook passt ein (Fake-)Kamin perfekt.

Durch einen Hintergrund in Backsteinoptik wird der Kamin-Flair zusätzlich unterstrichen.

Ausladend, aber natürlich – so wird aus dem Wohnzimmer ein kuscheliges Chalet.

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Auch der angesagte Beton-Look lässt sich bei einer Kaminkonsole umsetzen.

Wer es minimalistischer mag, greift auf cleanes Schwarz zurück.

Ein Spiegel an der Rückwand verstärkt den 3D-Effekt und wirkt wie ein Blick ins Innere des Kamins.

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Liebevoll arrangiert wird die Kaminkonsole mit der passenden Dekoration zum Mittelpunkt des Raums.

Auch zu anderen Anlässen und Jahreszeiten lässt es sich dekorieren.

Stutzig machen allerdings die zahlreichen Angebote für gebrauchte Konsolen. Dabei kann man die Teile doch einfach in den Keller oder die Garage verbannen, sobald die Temperaturen steigen und einem der Sinn mehr nach Picknick im Grünen steht. Zudem sind die Dinger vielseitig verwendbar: etwa als Umrandung für den Fernseher. Echte Kaminfans spielen darauf ein Kaminfeuer-Video ab – in HD und mit Knistersound. Fake und Fake gesellt sich gern.