Tierisch gut angezogen: Worauf Sie bei Hundebekleidung achten sollten

  • Viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer stylen ihre vierbeinigen Lieblinge.
  • Solange die modischen Accessoires einen Zweck erfüllen, spricht in der Regel auch nichts dagegen.
  • Trotzdem sollten Sie beim Kauf und Einkleiden einiges beachten.
Talisa Moser
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Für unsere liebsten Vierbeiner ist uns nichts zu schade. Kein Wunder also, dass Mode und Accessoires für Hunde boomen. Von Mänteln, Haarschmuck und eigenen Handtäschchen ist alles dabei. Aber wie geht es dem Tier eigentlich damit? Worauf Sie beim Styling Ihrer Lieblinge achten sollten.

„Hunden ist es völlig egal, ob sie ein Geschirr aus dem Tierbedarfsladen oder ein mit Swarovski-Steinen verziertes Luxushalsband tragen. Aber viele Halter haben eben Freude daran, ihren Vierbeiner modisch aufzupeppen“, sagt Ursula Bauer vom Verein Aktion Tier gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Das richtige Halsband muss nicht nur gut aussehen

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Zum Gassi gehen, aber auch als Wiedererkennungsmerkmal sind Halsbänder unerlässlich. Doch die sind längst nicht mehr nur funktional. Kleinunternehmen aber auch High-Fashion-Labels bieten Hundehalsbänder und Geschirr in verschiedenen Farben und Mustern an.

Trotz der modischen Vorzüge sollten Sie beim Kauf von Halsband und Leine aber vor allem auf die Sicherheit Ihres Hundes Rücksicht nehmen. Ein gutes Halsband besteht aus einem angenehmen und flexiblen Material und ist möglichst leicht. Es sollte locker genug sitzen, aber nicht über den Kopf des Tieres abgestreift werden können – dafür empfiehlt sich als Richtwert, dass ein bis zwei Finger unter dem Halsband Platz haben.

Durch Leinenziehen können sich die Vierbeiner ernste Verletzungen, zum Beispiel an der Luftröhre, zuziehen. Dagegen vorbeugen können Sie mit einem Brustgeschirr. Auch hier sollte das Material weich und leicht zu reinigen sein. Außerdem sollten Sie auf ein gepolstertes Modell zurückgreifen.

Capes und Mäntel halten die Vierbeiner warm

Mit Mänteln und Capes gegen Wind und Wetter: Auch für einen Hund kann eine zweite Lage im Winter durchaus sinnvoll sein. Zwar schützt ihn sein Fell normalerweise vor Kälte, doch laut Bauer können Capes und Mäntel gerade kurzhaarige Rassen ohne Unterfell, Welpen oder ältere Tiere vor Kälte und Nässe schützen. Das das nötig sein könnte, erkennen Hundebesitzer und Hundebesitzerinnen daran, dass ihr Hund zittert, die Rute einzieht und langsamer geht.

Doch auch beim Kauf von Hundemänteln sollte man einiges beachten: Der Verein Aktion Tier empfiehlt Mäntel aus hochwertigen, nicht raschelnden Materialien. Sie sollten die Tiere weder kratzen noch in ihrer Bewegung einschränken. Selbstgestrickte Mäntel oder Capes aus Wolle oder Baumwolle sind für nassen und windiges Wetter ungeeignet, da sie nicht wasserabweisend sind.

Im Sommer kann atmungsaktive Hundebekleidung die Vierbeiner kühlen und sogar Sonnenbrand vorbeugen. Doch Vorsicht: Nicht alle Hunde mögen Kleidung, achten Sie stets auf das Wohlbefinden Ihres Tieres. Generell gilt deswegen auch, dass die Kleidungsstücke schnell an- und wieder auszuziehen sind und man auf Anzeichen von Stress achten sollten.

Taschenhund oder Tierquälerei?

Wie wäre es, wenn der Hund die Leckerlies oder den Kotbeutel selbst dabei hat? Kleine Täschchen an Geschirr oder Leine machen dies möglich. Hundehalter und Hundehalterinnen sollten aber darauf achten, dass die Taschen, wie das Halsband auch, nirgendwo drückt und nicht schwer beladen ist.

Nicht selten wollen sich Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer selbst mit ihrem Haustier schmücken. Taschenmodelle speziell für Hunde sind auch in der High-Fashion-Welt zum größeren Thema geworden. Hundetaschen oder -rucksäcke können dann zum Einsatz kommen, wenn der Hund vorsichtshalber getragen werden muss – zum Beispiel in der überfüllen Stadt oder beim Tierarzt.

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Nicht allen Hunden ist der Transport in der Tasche aber geheuer. Versuchen Sie, das Haustier erst mal vorsichtig daran zu gewöhnen, bevor Sie sich auf den Weg machen. Und wenn sich Ihr Tier sträubt: Lassen Sie es lieber an der Leine gehen.

Der Hund hat die Haare schön

Spangen und Schleifen sind nicht nur ein hübsches Accessoire. Sie verhelfen langhaarigen Hunderassen auch zum Durchblick. Denn lange Hundehaare können unter Umständen sogar zu Reizungen oder Entzündungen der Augen führen.

Dabei sollte man aber speziell für Hundehaar entwickelte Produkte verwenden. Diese halten nicht nur besser in den Strähnen, sie sind auch besonders schonend zur empfindlichen Haut. Außerdem: je minimalistischer, desto besser. Der Kopfschmuck sollte nicht unnötig beschweren oder beim Toben stören. Laut Bauer sollte daher auf alles verzichtet werden, was den Hund nervt, behindert oder ängstigt.

Karneval ist nichts für Tiere

Was niedlich aussieht, ist nicht zwingend gut für das Tier: Ähnlich wie bei Mänteln oder Kopfbedeckungen kommt es auf den Hund an, ob er sich in einem Kostüm wohl fühlt. „Von allem, was keinem vernünftigen Zweck, sondern ausschließlich der Optik dient, also auch modische Accessoires wie Schleifchen oder Schuhe, hat das Tier jedoch keinerlei Nutzen“, sagt Bauer.

Der Unterschied ist: Ein Kostüm, sei es zu Halloween oder in der Karnevalszeit, bring keinerlei Vorteile für das Tier. Und das Tierwohl sollte wohl immer im Vordergrund stehen. „Vor allem in aufwändigeren Kostümen fühlen sich Bello und Co. in der Regel nicht wohl. Im besten Falle wird das unbequeme und ungewohnte Outfit erduldet. Und das hat dann mit Tierliebe wirklich nichts mehr zu tun“, sagt Bauer.

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