Hund allein lassen: So trainieren Sie Ihren Vierbeiner

  • Ob Spaziergänge oder Kuscheleinheiten – viele Hundebesitzer verbringen viel Zeit mit ihrem Vierbeiner.
  • Doch hin und wieder muss das geliebte Familienmitglied eine Zeit lang alleine zu Hause bleiben.
  • Dem Hund das Alleinsein anzutrainieren kostet Zeit und Geduld – ist aber unerlässlich.
Lisa Marie Simmack
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Jeder, der seinen geliebten Wauwau schon einmal für einige Zeit allein lassen musste, wird verstehen, wie schwer das fällt. Gerade am Anfang plagt unerfahrene Hundehalter das schlechte Gewissen, besonders wenn das Haustier jault und bellt.

Damit der Hund alleine zurechtkommt, muss ihm das Alleinsein antrainiert werden. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe und sollte sehr ernst genommen werden. Verantwortungsvolle Haustierbesitzer müssen Ihrem Vierbeiner unbedingt die Zeit geben, die er für das Training braucht und ihm mit Geduld und Nachsicht begegnen.

Warum haben Hunde Angst, allein zu sein?

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Hunde sind Rudeltiere und mögen es nicht, allein zu sein. Die Angst, zurückgelassen zu werden, liegt daher in ihrer Natur, ist aber von Hund zu Hund unterschiedlich stark ausgeprägt.

Generell sollten Hunde nicht oft und vor allem nicht lange alleine gelassen werden. Spätestens nach ein paar Stunden muss sich der Hund erleichtern. Wenn sie zu viel alleine gelassen werden, können Hunde sogar Depressionen erleiden. Wer durch Beruf und andere Tätigkeiten im Alltag zeitlich viel eingebunden ist, sollte sich deshalb rechtzeitig um einen Hundesitter kümmern. Dieser kann sich in Abwesenheit des Herrchens oder Frauchens mit dem Hund beschäftigen und mit ihm Gassi gehen.

Früh mit dem Training beginnen

Der Hund sollte so früh wie möglich an das Alleinsein gewöhnt werden. Idealerweise sollten Hunde schon im Welpenalter darauf vorbereitet werden. Aber auch älteren Hunden kann das vorübergehende Alleinbleiben noch beigebracht werden, es dauert mitunter nur länger.

Im ersten Übungsschritt wird der Hund erst einmal für einen kurzen Augenblick allein im Zimmer gelassen und die Tür geschlossen. Am besten sollte das Tier dafür an seinen Lieblingsort sein. Eine kleine Beschäftigung (Spielzeug oder ein paar Leckerlis) hilft, damit der Hund abgelenkt ist.

Wenn das für den Vierbeiner kein Problem darstellt, folgen im nächsten Schritt längere Abwesenheiten. Hundehalter sollten hierfür ihre Jacke und Schuhe anziehen und für eine kurze Zeit – erst nur einige Sekunden – die Wohnung oder das Haus komplett verlassen. Diese Übung wird dann mehrfach wiederholt, wobei die Zeiträume kontinuierlich ausgedehnt werden. Am Ende sollte auch mal ein Spaziergang möglich sein, während der Hund allein ist.

Der Hund muss Vertrauen haben

Beim Verlassen der Wohnung oder des Raumes sollten Hundebesitzer sich stets ruhig verhalten. Es ist ratsam, den Hund kurze Zeit zu ignorieren und sich nicht von ihm zu verabschieden. Auch auf eine stürmische Begrüßung nach Wiedereintritt ist zu verzichten. Durch die Ruhe wird dem Hund das Gefühl vermittelt, dass die Situation des Weggehens und des Alleinlassens nicht dramatisch ist. Ist der Hund bei der Rückkehr von Herrchen oder Frauchen aufgeregt, kann das bedeuten, dass er sich Sorgen gemacht hat. Verhält er sich hingegen ruhig und hebt etwa nur kurz den Kopf, deutet das auf Vertrauen des Hundes in die Rückkehr hin.

Um das Vertrauen des Hundes zu stärken, ist es wichtig, sein Jaulen, Bellen oder Kratzen an der Tür auszuhalten, und erst wiederzukommen, wenn das Tier ruhig ist. Das fällt am Anfang zwar ungemein schwer, doch hilft es dem Vierbeiner. Wichtig ist auch, den Hund für sein Verhalten nicht zu belohnen. Nur so lernt er, dass Fernbleiben und Wiederkommen für eine bestimmte Zeit nichts Außergewöhnliches darstellen.

Den Hund aufs Alleinsein vorbereiten

Vor dem Alleinlassen sollten Halter ihrem Hund einen großen Auslauf gönnen. So ist er nicht nur erschöpft, sondern verschläft die Zeit alleine vielleicht sogar ein Stück weit. Zudem sollte er draußen unbedingt sein Geschäft verrichten.

Wird der Hund dann alleine gelassen, sollte er eine Beschäftigung haben, denn Langeweile kann sich negativ auf den Gemütszustand des Tieres auswirken. Ein paar versteckte Leckerlis in der Wohnung können dem Hund das Alleinsein schmackhafter machen.

Wie viel Zeit braucht ein Hund, bis er sich ans Alleinsein gewöhnt?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei manchen Hunden ist das von Anfang an kein Problem, bei anderen braucht es nur ein paar Anläufe und bei wieder anderen sind einige Monate Training nötig. Ganz egal, wie lang es dauert, Geduld und Ruhe im Umgang mit dem Tier sind unerlässlich. Auf gar keinen Fall sollte der Hund bestraft oder ausgeschimpft werden, wenn ihm das Alleinsein schwerfällt oder er beim Weggehen von Herrchen oder Frauchen anfängt zu jaulen. Hundeschulen und Tierärzte können helfen, wenn Halter Probleme mit ihrem Hundetraining haben.

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