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Hochzeitstrends 2020: Brautpaare wünschen sich Natürlichkeit und lockeres Ambiente

  • Eine Hochzeit ist etwas ganz Besonderes im Leben – da wollen viele Brautpaare auch ein besonderes Fest organisieren.
  • Statt auf altbekannte Traditionen setzen Heiratswillige zunehmend auf Natürlichkeit, einen Wow-Faktor und eine entspannte Atmosphäre.
  • Nur das Thema Nachhaltigkeit kann sich bei den Trends für 2020 nicht allzu stark durchsetzen.
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Mühlacker. Die Hochzeitsfeier ist im besten Fall eine einmalige Sache. Da wollen Paare ihren Gästen und vor allem sich selbst etwas Besonderes bieten – wenn nicht gar etwas Einmaliges. Daher sagt Sonja Schulz, Autorin des Buchs „100 Hochzeit-Checklisten – Das Hochzeitsbuch für eure Planung“ und Leiterin der Plattform Hochzeitsportal24: Brautpaare wollen weg von üblichen Traditionen und durchgetakteten Feiern.

Roségold und natürliche Töne sind beliebt

Zwei Stilrichtungen setzen sich bei den Trends für Hochzeiten in 2020 besonders durch: Vintage und Boho. Beide Varianten gebe es zwar schon seit mehreren Jahren, ihre Beliebtheit sei in Deutschland aber immer noch konstant. Der Boho-Stil umfasse zum Beispiel einen festlichen Hippie-Stil, bei dem auch einige Traditionen abgewandelt werden würden. „Es kann viel lockerer als bei üblichen Hochzeitsfeiern zugehen“, weiß Schulz. „Man macht etwa ein Lagerfeuer draußen, um das man dann auch tanzt statt drin in der Location auf der eigentlichen Tanzfläche.“

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Auch naturbetonte Hochzeiten – also „natural greenery“ – lägen im Trend. Dabei werde vor allem mit natürlichen Dekorationen gearbeitet wie zum Beispiel Eukalyptus. „Der Farbfokus liegt auf Dunkelgrün und Weiß, dazu passen etwa dunkle Holztische gut“, rät die Autorin. „Aktuell sind zudem Roségold und natürliche Töne angesagt.“ Trendfarben würden nur unregelmäßig variieren, trotzdem brauche es eine Weile, bis die farblich passenden Dekorationen im lokalen Fachhandel erhältlich seien.

Scheunenhochzeit bietet lockeres Ambiente

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Für Trendbewusste rät Sonja Schulz: „Wenn man einen Trend schon am Anfang mitmachen möchte, sollte man vor dem Festlegen klären, ob man ihn auch schon wirklich aufgreifen kann beziehungsweise welchen Aufwand man dafür betreiben müsste.“ Es gebe Bräute, die ihre Dekorationen dann beispielsweise in den USA bestellen würden. Davon rät die Expertin aus Gründen der Nachhaltigkeit jedoch ab.

Als Location sei aktuell besonders die Scheunenhochzeit beliebt. „Sie ist festlich, aber auch ein bisschen rustikal, was wiederum den Druck vom Brautpaar nimmt, alle Traditionen und Erwartungen an eine typische Hochzeit erfüllen zu müssen. Denn hier geht es auch etwas lockerer zu.“

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Immer mehr Brautpaare wünschen sich einen Wow-Effekt

Trotz dem Wunsch nach Natürlichkeit und Zwanglosigkeit setzen immer mehr Brautpaare bei ihren Hochzeiten auch auf einen Wow-Effekt. Sie wollen ihren Gästen etwas bieten, das diese noch nie gesehen oder erlebt haben. Angesagt seien im Moment zum Beispiel die „wedding loops“, also geschmückte Reifen als Wanddekoration. „Ein riesengroßer Reifen kann bei der freien Trauung auch Ersatz für den klassischen Altar sein“, sagt Schulz.

Ein anderes Beispiel für einen Wow-Effekt sei die Donut-Wand. Dabei handele es sich um eine Stellwand, an der Donuts hängen, die sich die Gäste selber herunternehmen können. „Das ist einfach eine besondere Art, wie man etwas präsentiert – auch darum geht es gerade vielen Brautpaaren. Sie wollen etwas haben, was es auf anderen Feiern im Umfeld noch nicht gab.“ Die Autorin rät dem Hochzeitspaar allerdings, sich nicht von den Erwartungen der Gäste unter Druck setzen zu lassen, sondern nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen zu feiern.

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Mikrohochzeiten: Feiern mit weniger als 25 Gästen

Beliebt seien zudem sogenannte Mikrohochzeiten, also Trauungen mit weniger als 25 Gästen. Schulz sieht eine mögliche Ursache darin, dass „immer mehr Paare erst heiraten, wenn sie ein Baby erwarten oder schon Kinder haben. Man kann in Deutschland aber nicht kurzfristig heiraten, wenn man eine größere Location braucht. Die großen und guten Locations für eine Feier in den Sommermonaten sind eineinhalb bis zwei Jahre im Voraus ausgebucht.“

Die Autorin sieht in den Mikrohochzeiten jedoch keinen echten Trend, „sondern es ist ein Begriff, der eine kleine Hochzeit besser verkauft – denn früher hatte eine kleine, vielleicht auch noch kurzfristig angesetzte Hochzeit schon einen eher negativen Touch“.

An Nachhaltigkeit denken

Auch das Interesse nach Nachhaltigkeit würde steigen, jedoch nicht so stark wie im Alltag. „Denn die Hochzeit soll ja dieser besondere Tag des Lebens sein, und viele Brautpaare denken daher hier nicht an Nachhaltigkeit“, weiß Schulz. Sie empfiehlt, auf kleine Dinge zu achten – zum Beispiel darauf, bestimmte Sachen secondhand zu kaufen oder örtliche Dienstleister auszuwählen. „Wer in München wohnt, muss ja nicht einen DJ aus Berlin kommen lassen. Und man kann statt Orchideen oder Callas aus dem Ausland auch heimische Blumen kaufen. Wiesenblumen sind gerade sowieso beliebt.“

RND/lb/dpa

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