Hut auf: Herzogin Kate macht Fedora zum It-Piece

  • Kopfbedeckungen zählen zur Ausgehuniform weiblicher Royals. Häufig sind sie eher kurios als kleidsam.
  • Man denke nur an die karnevalesken Fascinator von Prinz Andrews Töchtern Eugenie und Beatrice.
  • Dennoch ist die extravagante Hutmode selten Thema in einschlägigen Medien, die gern die Outfits adliger Ladys unter die Lupe nehmen. Das könnte sich nun ändern.
Kerstin Hergt
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Das hat seinen Grund vor allem darin, dass die Leserschaft daran interessiert ist, wo es bestimmte Kleidungsstücke nachzukaufen gibt, zumal gerade die englischen Herzoginnen Meghan und Kate sowie die spanische Königin Letizia und die schwedische Kronprinzessin Victoria gern auch mal volksnahe Marken wie etwa Zara tragen. Der in der Regel individuell angefertigte Kopfschmuck hingegen gilt als zu exklusiv und als zu wenig alltagstauglich.

Niemals ohne Hut: Die britischen Prinzessinnen Eugenie (links) und Beatrice fallen immer wieder mit exzentrischen Hutmodellen auf.

Jetzt jedoch hat Herzogin Kate eine Lanze gebrochen für mehr Mut zum Hut: Bei ihrem ersten offiziellen Auftritt im neuen Jahr, auf dem Weg zum Gottesdienst im britischen Sandringham, dem Winterquartier der Queen, zeigte sich die Herzogin von Cambridge mit einem Modell, das das Zeug zum It-Piece hat. Im Netz löste der Filzhut des Labels Hicks & Brown für umgerechnet rund 110 Euro zum lila marmorierten Mantel wahre Begeisterungsstürme aus.

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Modell nach nur wenigen Stunden ausverkauft

Zwar hatte sich just ein paar Wochen zuvor schon Prinz Edwards Ehefrau Gräfin Sophie von Wessex mit dem Modell auf dem Haupt gezeigt – allerdings in einer schlichten beigefarbenen Variante. Kate wählte für ihren Auftritt ein Modell im Navy-Ton, der zudem die Pantone-Farbe des Jahres 2020, Classic Blue, aufgreift. Der elegante und dennoch tough wirkende „Suffolk Fedora“ mit einem Band aus Fasanenfedern war binnen weniger Stunden nach Veröffentlichung erster Fotos vom Kirchgang ausverkauft. Man verspricht aber auf der Website des britischen Herstellers Nachschub für Mitte Februar. Wobei Vorbestellungen erwünscht sind.

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Sophie (r.), Gräfin von Wessex, zeigte sich bereits im vergangenen Dezember an der Seite von Königin Elizabeth mit dieser Fedora-Variante. © Quelle: Joe Giddens/PA Wire/dpa

Im Wettstreit mit ihrer Schwägerin Meghan um die Modehoheit dürfte die stets stilsichere, aber zuweilen recht bieder gekleidete Kate mit ihrem Filzhut derzeit die Nase vorn haben. Dabei ist der Fedora keine neue Erfindung, sondern geht tatsächlich auf eine andere adlige Dame zurück, die die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt auf der Theaterbühne verkörperte: Als Prinzessin Fédora Romanoff im Stück „Fédora“ trug Bernhardt, damals ein umjubelter Weltstar, einen weichen Filzhut mit nach unten geknickter Krempe und Einkniffen an der Vorderseite.

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Hut mit verwegener Note

Die Schauspielerin, von katzenhafter Eleganz und bekannt für exzentrische Outfits, war auch eine Modeikone, und so wurde ihre revolutionäre Kopfbedeckung bald zum beliebten Accessoire bei ihren weiblichen Fans. Erst nach der Jahrhundertwende wurde der Fedorahut auch in der Männermode populär. Mafiaboss Al Capone und Hollywoodlegende Humphrey Bogart machten ihn gar zu ihrem Markenzeichen. Nicht zuletzt deshalb hat dieser Hut auch immer etwas Verwegenes an sich.

Humphrey Bogart machte den Hut zu seinem Markenzeichen, wie hier in „Casablanca“.

Accessoires nehmen in der aktuellen Mode einen immer größeren Stellenwert ein, weshalb schon seit einiger Zeit ein Comeback der Hüte beschworen wird. Bei den großen Schauen für 2020 waren sie keine Seltenheit. Von Chanel über Gucci bis Prada gehörten Hüte wie selbstverständlich zur Garderobe. Für jeden Anlass gibt es passende Modelle. Und das in einer Vielzahl von Formen und Materialien. Gut möglich, dass Kopfbedeckungen bald nicht nur bei Royals zum Standard zählen.