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Schlicht, leise, lässig: die Modetrends des Herbstes

Eine weite Baggy-Jeans kombiniert mit einem schicken Blazer, so sieht der schlichte Herbst 2021 modisch aus.

Hannover. Viele modebegeisterte Menschen sind der Meinung, dass der Herbst, zumindest stylemäßig, am schönsten ist. Es ist noch nicht so kalt, dass die Outfits komplett unter dicken Winterjacken verschwinden und zum Glück nicht mehr so heiß, dass einem selbst das luftigste Kleidchen noch am Körper kleben bleibt. Jetzt wird es Zeit für coole Zwiebellooks, die ersten Kuschelpullis und gekonnte Stilbrüche.

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Baggy oder Barrel: Weite Jeans bleiben angesagt

An Denim kommen wir in diesem Herbst nicht vorbei. Der Klassiker findet sich dabei in mehreren Varianten wieder. Ausgedient hat allerdings weiterhin die Skinny-Jeans. Es wird und bleibt auch im Herbst gemütlich. Ganz vorne mit dabei ist daher die Baggy-Jeans. Dieses Modell sitzt weit und ist manch einem vielleicht noch als Relikt aus den 90er-Jahren ein Begriff. Was die Baggy-Jeans zum aktuellen It-Peace macht, ist die große Vielfalt an Stylingmöglichkeiten. Mit einem engen Rollkragenpullover und Stiefeletten mit Blockabsatz wird der Look elegant und sexy.

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Aber auch der XXL-Look von Kopf bis Fuß funktioniert. Dann gesellt sich zur Baggy-Jeans der weite Hoodie, ein Herrenhemd oder ein XXL-Shirt und lässige Sneaker.

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Wem die Baggy-Jeans etwas zu lässig ist, kann zu Barrel-Jeans (auf deutsch: Fass) greifen. Die Jeans sitzt an Oberschenkel und Wade zwar locker, ist aber an der Taille und an den Knöcheln wieder eng geschnitten. Die Silhouette wird so gestreckt, feminine Kurven werden gezeichnet und durch den Fokus auf den Knöchel als schmalste Stelle wirken die Beine länger. Sexy wird die körperbetonte Barrel-Jeans mit engen Oberteilen oder Crop-Tops – an kühleren Herbsttage kommt ein leichter Blazer zum Einsatz.

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Jeansoveralls zum Niederknien

Doch bei Hosen hört der Jeanstrend in diesem Herbst nicht auf. Auch Jeanskleider und Overalls erleben ihr Comeback. Influencerin Xenia Adonts kombiniert ihren kurzen Jeansoverall beispielsweise mit Kniestrümpfen und derben Schnürschuhen.

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Der Jeansoverall ist meist schon Hingucker genug und kommt ohne weitere Unterstützung aus. Ein schickes Paar Loafer aus hellem Leder und leichter Goldschmuck überlassen dem Hauptstar die Bühne.

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Der Plisseerock erlebt sein Revival

Wer neben lässigen Jeans Lust auf mehr Eleganz hat, wird sich vielleicht an der neu entfachten Liebe zu Plisseeröcken erfreuen. Das Styling des Faltenrocks geht einfach – und doch braucht es etwas modisches Gespür. Oder anders gesagt: „Zwar ist dieser Rock unendlich kombinierbar, aber man sollte auf einige Kleidungsstücke dazu verzichten“, rät Alexandra Schöb, Moderedakteurin beim Magazin „Glamour“. „Dazu gehört beispielsweise eine Schluppenbluse, denn beides zusammen wirkt dann tatsächlich bieder.“

Stattdessen rät sie, einen Kontrast zu setzen, einen „Störer“ in die Kombination einzubauen. „Das kann ein lässiger Oversized-Blazer sein oder auch ein weites Hemd im Herrenstil“, nennt Schöb Beispiele. „Ganz aktuell ist auch die Kombination von Plisseerock mit einem Rugby-Shirt, das vielfach charakteristische breite Streifen hat. Das ergibt dann einen legeren College-Look.“ Im Büro dagegen sieht er mit Loafern und einem leicht taillierten Blazer gut aus, dazu passt ein schmal geschnittener Rollkragenpullover.

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Angesagt ist die Kombination des Plisseerocks mit Oversized-Oberteilen – wie etwa das Label Oui es macht, mit einem übergroßen Pullover und weiter Jacke.

Angesagt ist die Kombination des Plisseerocks mit Oversized-Oberteilen – wie etwa das Label Oui es macht, mit einem übergroßen Pullover und weiter Jacke.

Die 2000er sind zurück

Im Kontrast zum eher spießig anmutenden Plisseerock steht ein Revival: Die 2000er sind zurück und mit ihnen: bauchfreie Tops und tief sitzende Jeans. Dazu gesellen sich auch figurbetonte, schmale Kleider, die an die Sexiness der 1990er- und 2000er-Jahre erinnern. „Dabei zitiert die Mode klar die TV-Serie ‚Sex and the City‘, bis hin zu den Marken, die durch diese Kultstatus erlangten wie etwa Manolo Blahnik oder Hervé Léger“, so Trendanalyst Carl Tillessen.

„Reminiszenzen an die 2000er-Jahre findet man allerdings nicht nur am Abend“, berichtet Ilka Müller-Winkel­mann, Stilberaterin aus Schildow bei Berlin. „Vor allem in der jungen Mode sieht man immer wieder Anklänge an diese Dekade, seien es bauchfreie Oberteile zu extrem tief geschnittenen Hüftjeans, wilde Muster oder Pullunder.“

Mit Pullundern bleibt das Sommerkleid auch im Herbst

Wer sein Lieblingssommerkleid noch nicht hergeben möchte, kann etwas drüber oder drunter tragen. Ein dicker Wollpulli über dem Blümchenkleid oder ein eleganter Rollkragenpullover unter dem Trägerkleid verlängern das Sommergefühl noch ein wenig. Ein weiterer Trend für diesen Herbst sind Pullunder. Auch diese lassen sich mit Kleidern kombinieren.

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Ein warmer Strickpullunder in der gleichen Farbe wie das Sommerkleid – so lassen sich Sommer- und Herbstlieblinge wunderbar kombinieren.

Ein warmer Strickpullunder in der gleichen Farbe wie das Sommerkleid – so lassen sich Sommer- und Herbstlieblinge wunderbar kombinieren.

Dazu gesellen sich auch in diesem Herbst kuschelige, kurze Cardigans. Mit einem eleganten Bleistiftrock und hohen Lederstiefeln schafft Modebloggerin Caro Daur beispielsweise einen Look, der Cardigans aus der „Oma-Ecke“ holt. Aber auch zu einem schlichten Basicshirt und (Baggy-)Jeans funktionieren die Strickjacken ausgesprochen gut. Neben klassischen, weißen Modellen trägt man Cardigans heute auch in Knallfarben oder mit Batikmuster.

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Und was wird an den Füßen getragen?

Die heiß geliebten Badelatschen müssen langsam weichen – wobei ganz Mutige auch nichts gegen Tennissocken und Adiletten haben. Wem dieser Look dann doch zu viel ist, greift in diesem Jahr wieder auf Chunky Chelsea Boots, wie etwa Dr. Martens zurück. Auch dieses Jahr ist die Devise – je mehr und ausgefallener der Plateau, desto besser.

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Definitiv ein Must-have für diesen Herbst sind außerdem hohe Stiefel: entweder mit dicker Plateausohle oder als 80er-Jahre-Comeback wie Model Lena Gercke sie präsentiert.

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Auch die klassischen Loafer bekommen ein Update und werden „chunky“: Die eigentlich flachen Schuhe haben nun eine dicke, robuste Sohle. Das italienische Luxuslabel Prada brachte seine Chunky-Loafers vor einiger Zeit heraus und der Trend ist bei Influencerinnen und Influencern aktuell hoch im Kurs. Ob zu einem kurzen Kleid oder weiten Culotten: Im Herbst lassen sich die neu interpretierten Loafers zu fast allem kombinieren und peppen jedes Outfit auf.

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Die Mode wird wieder leiser

Die Trends, die wir in diesem Herbst sehen, könnte man als ein Hoch auf die Schlichtheit bezeichnen. Wilde Muster bleiben außen vor, es wird eher ruhig. „In den vergangenen Jahren war die Mode sehr plakativ, bisweilen auch laut. Jetzt schwingt das Pendel in die entgegengesetzte Richtung“, prognostiziert der Trendanalyst Carl Tillessen. „Die Mode wird leiser, dezenter und in vielen Trends auch schlichter.“ Auch die „neue Naturverbundenheit“ ist ein Metatrend, der für Tillessen wichtiger wird.

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RND/Alice Mecke/dpa

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