Haferflocken im “Öko-Test”: Ein Viertel mit Nickel belastet

  • Haferflocken erfreuen sich großer Beliebtheit – ob im Müsli, Kuchen oder Pfannkuchen.
  • Doch ein aktueller Bericht von “Öko-Test” zeigt: Viele Produkte haben Probleme mit Nickel, Schimmelpilzgiften und Mineralöl.
  • Drei Haferflockenmarken fallen durch, zehn schneiden mit “sehr gut” ab.
David Sander
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Haferflocken gelten als gesund – sie enthalten viele Vitamine und Eiweiß. Zudem sind sie in diversen Rezepten zu finden, darunter Müsli, Kuchen oder Pfannkuchen. Doch Haferflocken sind nicht gleich Haferflocken. In der Oktoberausgabe des Verbrauchermagazins “Öko-Test” haben Experten 24 bio- und konventionelle Haferflockenmarken untersucht – mit teilweise gravierenden Qualitätsunterschieden. Sechs von 24 Produkten sind demnach deutlich mit Nickel belastet, einige enthalten Schimmelpilzgifte und teilweise treten auch Probleme mit Bestandteilen von Mineralöl auf. Von drei Marken rät “Öko-Test” sogar explizit ab, sie fallen mit der Gesamtnote “ungenügend” durch. Erfreulich hingegen: Zehn Produkte werden mit der Bestnote bewertet. Dazu zählen unter den Bioprodukten die Alnatura Haferflocken extra zart und die günstigste Sorte im Test Crownfield Haferflocken zart des Discounters Lidl.

Haferflockentest: Belastung durch Nickel und Schimmelpilzgifte

Bei der Überprüfung auf Nickel orientierten sich die Tester an der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Efsa, diese legte 2018 eine tolerierbare Aufnahmemenge von Nickel pro Tag (TDI) fest. Tierstudien haben gezeigt, dass Nickel die Fortpflanzung und Entwicklung von Nachkommen stören kann. “Öko-Test” fand heraus, dass die Haferflocken von zwei Herstellern so stark mit Nickel belastet sind, dass ein Erwachsener mit 60 Kilogramm Körpergewicht den aktuell gültigen TDI bereits mit einer 50-Gramm-Portion überschreiten würde. Das war in den Gut-&-Günstig-Haferflocken-extra-zart und der Biomarke Bio-Zentrale-Flocken-Hafer-zart der Fall. In vier weiteren Produkten würden die Nickelgehalte immer noch mehr als die Hälfte des TDI ausschöpfen.

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Doch nicht nur Nickel, auch Schimmelpilzgifte konnten die Experten im Labor nachweisen. Laut “Öko-Test” handelt es sich um zellgiftige sowie immunsystemschwächende T2- und HT2-Toxine. Die Tester meinen, durch bessere und häufigere Kontrollen könnten Anbieter Waren mit höherer Belastung dem Handel vorenthalten. Bei der Haferflockenmarke Kornmühle extra zarte Haferflocken sind die Gehalte von Schimmelpilzgiften “stark erhöht”, bei vier weiteren “erhöht”. Alle anderen Produkte enthielten lediglich Spuren der Gifte. “Öko-Test” weist aber explizit daraufhin, “dass alle Hersteller im Test die aktuell gültigen EU-Richtwerte für die Toxine einhalten. Die ‘Öko-Test‘-Kriterien sind dagegen strenger“.

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Teils Mineralölverunreinigungen – fast alle Flocken frei von Glyphosat

Neben Nickel und Schimmelpilzgiften entdeckten die Tester in sechs Fällen zusätzlich Verunreinigungen mit Mineralöl. Das sei insofern problematisch, als dass sie sich im menschlichen Körpern anreichern und bisher unklar ist, was sie dort bewirken. Als Ursache vermutet “Öko-Test” Transportkartons oder die Verpackungen selbst. Die 18 übrigen Testkandidaten waren mineralölfrei – darunter sowohl papier- als auch plastikverpackte.

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Ebenfalls erfreulich: Die Experten haben lediglich in einem Produkt – Ja! Zarte Haferflocken – kleine Mengen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat nachgewiesen – die anderen 23 Haferflocken seien frei davon. Im Haferflocken-“Öko-Test” aus dem Jahr 2013 fanden die Tester noch potenziell krebserregende aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), diese wurden im aktuellen Test dem Magazin nach in keinem der Produkte nachgewiesen.


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