Feuchtigkeit und Pflege: Das brauchen unsere Haare im Winter

  • Heizungsluft und Mützen beanspruchen unsere Haare besonders stark.
  • Im Herbst und Winter braucht unser Haar daher spezielle Pflege.
  • Am besten sollten die Haare außerdem so wenig wie möglich geföhnt werden.
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Köln/München. So schön manche Tage im Herbst und Winter auch sind: Für die Haare sind die kalten Monate Stress pur. Das sieht man ihnen auch an. Woran liegt das und was kann man dagegen tun?

„Die Ursachen für gestresstes Winterhaar sind vielfältig“, sagt die Kölner Dermatologin Uta Schlossberger. „Sie reichen von der Veränderung des Wachstumszyklus, der mit vermehrtem Haarausfall einhergeht, über trockene Heizungsluft bis zum Wechsel zwischen warm und kalt.“

Das Phänomen, das im Herbst teilweise mehr Haare in der Bürste bleiben als in den anderen Jahreszeiten, ließe sich leicht erklären, so die Hautärztin. Das habe mit unserem evolutionären Erbe zu tun. Demzufolge diene das Haar im Sommer als Hitzeschutz, im Winter schütze es dagegen vor Kälte. Im Herbst käme es dann zu einer Art menschlichem Fellwechsel – und somit zu vermehrtem Haarausfall.

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Heizungsluft als Stressfaktor für Haare

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Darüber hinaus gelten vor allem geheizte Räume als Stressfaktor für die Haare. „Und auch der Wechsel zwischen Innen- und Außentemperatur macht ihnen jetzt zu schaffen“, ergänzt Beauty-Redakteurin Cordula Funke von der Zeitschrift „Glamour“ aus München.

Einer ihrer Tipps für gesundes Haar klingt zunächst gewöhnungsbedürftig: Man solle im Winter weniger Haare waschen als sonst. Doch auch die Dermatologin befürwortet diese Idee. Denn ab etwa acht Grad arbeiten die Talgdrüsen nur noch auf halber Kraft. Das bedeutet: Zu häufiges Shampoonieren macht die Kopfhaut dann noch trockener.

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Im Winter sollte man nicht allzu oft die Haare waschen - denn das trocknet die Kopfhaut aus. © Quelle: Christin Klose/dpa-tmn

Heißes Föhnen tut dem Haar im Winter nicht gut

Ebenfalls verzichten sollte man im Winter auch auf zu häufiges und zu heißes Föhnen. „Das gehört ebenfalls zu den Dingen, die das Haar unnötig austrocknen und somit spröde und brüchig machen können“, erläutert Bastian Casaretto, Creativdirektor beim Kosmetikunternehmen Aveda Europe. Stattdessen solle man den Föhn auf Warmluft reduzieren und nur so wenig wie möglich benutzen.

Zu den herausragenden Haarproblemen in der kalten Jahreszeit gehört die Trockenheit - und eigentlich ist das Gegenmittel klar: viel Feuchtigkeit. Dementsprechend solle man auf entsprechende Haarpflegeprodukte umsteigen und auch die komplette Pflege-Routine aus Shampoo, Conditioner und Kur nach diesem Kriterium auswählen.

Haarkuren und -masken seien im Winter besonders wichtig, sagt Funke. Diese sollte man möglichst regelmäßig einmal in der Woche anwenden. Casaretto empfiehlt darüber hinaus eine tägliche Pflege mit einer sogenannten Leave-in-Sprühkur, also Feuchtigkeitsspray, das nicht mehr ausgewaschen werden muss. Alternativ funktioniere auch ein Conditioner.

Mützen führen schnell zu fettigem Haar

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Einen genau gegenteiligen Effekt auf das Haar können im Winter übrigens Mützen haben. Schlossberger erklärt das damit, dass unter dem dicken Strick leicht eine Feuchtkammer entsteht, die dafür sorgt, dass Feuchtigkeit nicht abtransportiert werden kann. Die Folge: Man bekommt schnell fettiges, strähniges Haar. Deshalb sollte man Mützen auch nur möglichst kurze Zeit tragen.

Dafür gibt es aber auch noch einen anderen Grund: Mützen - übrigens ebenso wie Mantelkrägen oder Schals - laden das Haar statisch auf. Der Effekt: Man sieht nach dem Absetzen aus, als habe man in eine Steckdose gegriffen. Dagegen rät Funke zu einem Antistatik-Spray, das mittlerweile von vielen Haarpflegeherstellern angeboten wird.

Übrigens: Im Winter mit nassen Haaren das Haus zu verlassen, weil man auf Föhn und Mütze verzichten möchte, ist keine gute Idee, wie Schlossberger weiß. Denn die Kälte sorgt dafür, dass den Haaren das Wasser schnell entzogen werde. Die Folge: sie werden noch trockener. Darüber hinaus werde dadurch die Schutzschicht der Kopfhaut angegriffen.

Das hilft gegen Frizz

Doch bevor der Winter richtig Einzug hält, kommt zunächst einmal der Herbst mit Nebel und nasskalten Temperaturen – und damit die Hoch-Zeit für Frizz. Damit gemeint ist das unkontrollierte Kräuseln und Abstehen von Haaren, das nahezu jede Frisur ungepflegt aussehen lässt.

„Dagegen hilft aber ebenfalls ein Trick“, sagt Casaretto. Er rät, ein Papiertuch an den Scheitel zu halten und dann vorsichtig Styling-Spray darüberzusprühen. „Das Papiertuch saugt die Feuchtigkeit aus dem Haar auf, so dass nur noch die Harze übrig bleiben – und die glätten Frizz.“

Wer Locken hat, solle den Conditioner nach dem Waschen nicht komplett ausspülen, sondern einen Rest im Haar belassen, rät Casaretto. Auch das helfe gegen die lästigen, abstehenden Härchen. Und auch Funke hat noch einen Anti-Frizz-Tipp parat: Hitzeschutz-Spray, was man vor dem Föhnen ohnehin aufs Haar sprühen solle - auch das habe Anti-Frizz-Wirkung.

RND/dpa

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