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Old but green

Grüner wird‘s nicht: Der Grasshopper erobert erneut die (Cocktail-)Welt

After Eight der Cocktails: der Grass­hopper.

Manche haben ihn gerade neulich erst anlässlich des irischen Nationalfeiertages im Glas gehabt, und wohl nicht wenige davon, ohne zu wissen, was es eigentlich war. Denn am St. Patrick‘s Day färbt sich die anglo-irische Welt traditionell grün, und nicht jeder möchte wirklich wissen, was er da an seltsam gefärbten Getränken in sich hineinschüttet. Doch schütten sollte man einen Grass­hopper ohnehin nicht – er ist ein Cocktail für Genießerinnen und Genießer.

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Na gut, eigentlich galt er über Jahrzehnte eher als ein Getränk der Großelterngeneration, denn der mintgrüne Mixdrink wirkt eher wie ein Fünfzigerjahre-Milchshake als ein hipper Drink. Dass er auch geschmacklich eher einem aufgeschäumten After Eight gleicht, machte es da wirklich nicht besser.

Grashopper – ein traditioneller After-Dinner-Drink

Doch in harten Zeiten sehnen sich manche offenbar nach einem sanften Ausgleich: Quer durch die USA hat der Grasshopper in der Pandemie eine Art Wiedergeburt erfahren. Er steht plötzlich wieder auf den Cocktailkarten von New York, man trinkt ihn in Boston, Chicago und anderen angesagten Metropolen. Und wie meist, ging es von dort aus weiter in alle Welt. Inzwischen hat der Grass­hopper die Theken Singapurs ebenso erreicht, wie das wiedererwachte Nachtleben Londons. Der einst etwas peinliche Drink, er ist plötzlich angesagt wie ein stylishes Craftbeer.

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Ein Grasshopper gilt traditionell als After-Dinner-Drink, auch wenn er natürlich nicht nur after eight, nach acht, genossen werden kann. Sein Alkoholgehalt ist für einen Cocktail überschaubar, denn er beinhaltet an Höherprozentigem ausschließlich Liköre: klaren Kakao- und grünen Pfefferminzlikör (je 25 Milliliter). Dazu kommen ebenfalls 25 Milliliter Sahne und Eiswürfel. Alles in einem Cocktailshaker geben, in ein Glas schütten und garnieren – traditionell mit einigen Minzblättern oder etwas origineller mit zwei Cocktailkirschen mit Stiel, die an den Glasrand gehängt aussehen wie zwei Augen.

Siegeszug quer durch die Welt

Wie immer gibt es abgewandelte Rezepte, unter anderem mit einem etwas höheren Anteil an Sahne (40 Milliliter) und einem Schuss Branca Meta, einem Bitter mit Minznote.

Der Grasshopper ist ein klassischer Drink der Zwanzigerjahre, auch wenn es ihn offiziell während der Prohibition nicht gab. Der Gas­tronom Philibert Guichet soll ihn bereits 1918 in seinem Restaurant Tujague‘s in New Orleans für einen Cocktailwettbewerb in New York erfunden haben. Dort belegte sein Drink den zweiten Platz, was ihm erhebliche Aufmerksamkeit daheim einbrachte. Sein Siegeszug quer durch die Welt begann indes erst in den Fünfzigerjahren, als ihn Spirituosenhersteller und Autorinnen und Autoren von Cocktailbüchern entdeckten.

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Barkeeperinnen und Barkeeper schwärmen vom Grashopper

Im Tujague‘s steht er bis heute auf der Karte, inzwischen in einer etwas modifizierten Variante: 30 Milliliter weiße Crème de Cacao, 15 Milliliter dunkle Crème de Cacao, 15 Milliliter grüne Crème de Menthe, 8 Milliliter weiße Crème de Menthe, 4 Milliliter Brandy, 15 Milliliter Sahne. Wie im Originalrezept mit Eiswürfeln geschüttelt.

In der „New York Times“ schwärmte jüngst eine ganze Reihe von Barkeeperinnen und Barkeepern vom wiederentdeckten Cocktail: „Wann immer jemand einen Grasshopper bestellt, gibt es diesen lustigen Moment der Nostalgie“, zitierte das Blatt einen Barbesitzer aus Manhattan. Die Leute würden erst entsetzt gefragt: „Bestellst du das wirklich?“ Nachdem aber auch andere am Tisch den Drink probierten, würden üblicherweise weitere Gläser davon bestellt. Wie würde man wohl im angelsächsischen Raum sagen? Der Cocktail ist immer grüner auf der anderen Seite.

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