Glühwein mal anders: Die besten Rezepte zum Selbermachen

  • Warm, würzig und wohltuend: Wer Glühwein trinkt, kommt oft unwillkürlich in Weihnachtsstimmung.
  • Winzer und die Betreiber von Weihnachtsmärkten freut's: Ihnen spült der Glühwein viel Geld in die Kassen.
  • Das beliebte Getränk können Sie auch zu Hause zubereiten: Lesen Sie hier neu interpretierte Rezepte.
Anzeige
Anzeige

Hannover. Er läutet den Winter ein, schmeckt eigentlich nur, wenn es draußen knackig kalt ist (was einen nicht vom Trinken abhalten muss), ist für einige fiese Kater am nächsten Morgen verantwortlich und es gibt ihn vermutlich länger als Weihnachtsmärkte: Glühwein.

Das traditionsreiche Getränk ist aus der Winter- und Weihnachtszeit kaum wegzudenken. Studien zufolge haben die Deutschen letztes Jahr etwa 50.000 Liter Glühwein getrunken, womit der würzige, warme Wein Weihnachtsmarktbetreibern und Winzern Jahr für Jahr ein ordentliches Plus in der Kasse beschert. Ein tolles Weihnachtsgeschenk quasi.

Video
Die Entstehung des Glühweins
0:47 min
Alles begann im römischen Reich vor knapp 2000 Jahren.  © RND
Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Ältestes Rezept ist 2000 Jahre alt

Das Must-Have-Wintergetränk schmeckt nicht nur, es hat auch eine lange Geschichte – Schlaumeierwissen für den nächsten Weihnachtsmarktbesuch bietet Glühwein also auch noch ganz nebenbei. So wurde bereits im alten Rom Gewürzwein getrunken, damals allerdings noch kalt. Das älteste erhaltene Kochbuch der Welt, das Kochbuch des Apicius, ist 2000 Jahre alt und enthält ein Rezept für Gewürzwein, dem Conditum Paradoxum, der dem heutigen Glühwein recht nahe kommt. Hierbei wurde Honig mit Rotwein eingekocht und folgende Gewürze hinzugefügt: Pfeffer, Mastix, Lorbeerblätter, Safran, geröstete Dattelkerne und Datteln. Zum Schluss wird die Mischung mit zusätzlichem Wein verdünnt – fertig ist der Gewürzwein aus dem 3. Jahrhundert.

Vom Angebergetränk zum Kassenschlager

Anzeige

Die ganzen Gewürze wurden früher vor allem eingesetzt, um den sauren Wein schmackhafter und länger haltbar zu machen. Außerdem sah man auch einen gesundheitlichen Nutzen in Gewürzweinen – ohne den Wein haben etliche Gewürze tatsächlich eine wohltuende Wirkung. Doch gerade feine ausländische Gewürze waren früher kaum bezahlbar. So konnte Conditum Paradoxum lange Jahre ausschließlich von gutbetuchten Bürgern getrunken werden und war ein wahres Angebergetränk.

Das älteste deutsche Glühweinrezept kommt übrigens aus Sachsen, vom Historiker August Josef Ludwig von Wackerbarth, der von 1770 bis 1850 gelebt hat. Das Schloss Wackerbarth ist bis heute ein Weingut – doch das wiedergefundene Rezept, datiert auf den 11. Dezember 1843, werden die Betreiber so wohl nicht nachmachen, auch wenn es aus der Familie stammt. Denn für einen Liter sah August von Wackerbarth vier Loth (ein Loth entspricht knapp 60 Gramm) Zimt, zwei Loth Ingwer, ein Loth Anis, ein Loth Granatapfel, ein Loth Muskatnüsse, ein Loth Kardamom sowie ein Gran (heute rund 60 Milligramm) Safran vor. Das Ganze wurde dann noch mit Zucker oder Honig gesüßt.

Anzeige
Im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden ist eine Textpassage einer Niederschrift von August Josef Ludwig von Wackerbarth, auch August Raugraf von Wackerbarth genannt, zu sehen, welches die Zubereitung eines mit Gewürzen versetzen Rotweines erläutert. © Quelle: picture alliance / dpa

Heute ist der Hype um den Glühwein ungebrochen und Rezepte und Gewürze findet man zum Glück einfacher, als noch vor 2000 Jahren. Und Variationen gibt es heute unzählige. Um also ein wenig Abwechslung in den Winter zu bringen oder um Leute zu überzeugen, die Glühwein überhaupt nicht mögen, finden Sie hier Rezepte, die den Glühwein neu interpretieren.

Weißer Glühwein – schmeckt auch Nicht-Fans

Dieser weiße Glühwein ist fruchtig und erfrischend und nicht so schwer wie der klassische Glühwein. Das Rezept könnte auch im Sommer für eine fruchtige Bowle herhalten – jetzt im Winter wird es aber heiß getrunken. Man benötigt zu gleichen Teilen (zum Beispiel jeweils ein Liter):

  • Heller Traubensaft
  • Ananassaft
  • Trockener Weißwein
  • Honig nach Belieben
  • Jeweils ein Teelöffel Anis, Nelken und Kardamom
  • Eine Zimtstange

Alles in einem Topf erhitzen, nicht aufkochen lassen und bei schwacher Hitze eine halbe Stunde ziehen lassen, so kommen die Gewürze am besten zur Geltung. Ein lieblicher Glühwein, der bestimmt auch den Nicht-Fans schmecken wird.

Anzeige

Heißer Schoko-Glühwein

Heiße Schokolade mit Rotwein? Ja, das passt ziemlich gut zusammen. Je nach Vorlieben kann man schon bei der Wahl der Schokolade (Vollmilch oder Zartbitter) zwischen süß oder herb wählen. Wem es nicht süß genug sein kann, fügt sogar noch Zucker hinzu. Für zwei kleine Tassen benötigt man:

  • 170 Milliliter trockenen Rotwein (zum Beispiel Cabernet Sauvignon)
  • 170 Gramm Zartbitter- oder Vollmilchschokolade
  • 125 Milliliter Vollmilch
  • Zwei Teelöffel Zucker (optional)
  • Eine Prise Salz
  • Einen halben Teelöffel Vanilleextrakt

Alle Zutaten bis auf das Salz und die Vanille in einen Topf geben und die Masse langsam erhitzen, um die Schokolade zu schmelzen. Dabei den Topf immer im Auge behalten – Schokolade kann schnell anbrennen. Den Schoko-Glühwein vom Herd nehmen, bevor er aufkocht. In zwei Tassen füllen, Vanille und Salz hinzufügen und heiß genießen.

Finnischer Glögi mit Tradition – und Wums

Anzeige

Mehr Wums hat dieses Rezept: Finnischer Glühwein mit Wodka – besser bekannt als Glögi. Auch die Finnen fingen früh an (versuchen Sie mal, diesen Satz nach zwei oder drei Glögi fehlerfrei auszusprechen), ihren Wein mit Gewürzen zu versehen und sind deswegen vielleicht die wahren Erfinder des Glühweins: Sie erhitzten ihn. Alter Finne, eine tolle Idee. Für Ihren Glögi benötigen Sie:

  • Eine Flasche Rotwein (700 Milliliter)
  • Zwei Sternanis und zwei grüne Kardamomkapseln
  • Eine Zimtstange
  • Sechs Nelken
  • Etwas geriebenen Muskat
  • Schale einer Bioorange
  • Drei Esslöffel braunen Zucker oder Rohrzucker
  • 100 Milliliter Wodka
  • Gehobelte Mandeln und Rosinen zum Servieren.

Alle Zutaten bis auf den Wodka, die Rosinen und Mandeln in einem Topf erhitzen. Das Gemisch dabei nicht aufkochen lassen und eine knappe halbe Stunde zugedeckt ziehen lassen. Vor dem Servieren den Wodka hinzufügen. Rosinen und Mandeln in kleine Schalen füllen – sie können in den heißen Glögi gemischt werden. Durch die Hitze geben sie ihre Aromen ab und können anschließend gelöffelt werden. Na dann: Kippis! (Das bedeutet „Prost“ auf Finnisch.)

Für katerfreies Erwachen: Kinderpunsch

Wer beim Weihnachtsmarktbesuch um 15 Uhr am Montagnachmittag noch keinen Glühwein trinken will, hat mittlerweile eine sehr vielfältige alkoholfreie Auswahl. Auch für Zuhause kann man den wärmenden Punsch ganz einfach selber machen. Für zwei große Tassen benötigen Sie lediglich:

  • 150 Milliliter Holundersaft
  • 150 Milliliter Apfel-Birnen-Saft

Dazu gesellen sich ein Esslöffel Honig, ein Sternanis und ein paar Nelken. Den Punsch erhitzen und kurze Zeit durchziehen lassen. Heiß trinken – und über ein katerfreies Erwachen freuen.

RND/Alice Mecke