Gib dem Winter Würze: Winterliches Gebäck mal ganz anders

  • Je kälter es draußen wird, desto größer wird der Appetit auf Süßes.
  • Dabei müssen es ja nicht immer zuckrige Kekse sein.
  • Wie wäre es denn einmal mit einem Gebäck mit Ingwer oder Muskatnuss? Hier die schönsten Rezepte.
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Eigentlich klingt es ganz simpel, was Melanie Zechtmeister und Elisabeth Unger wollen: nämlich der Familie, Freunden und sich selbst eine gute Zeit zu verschaffen. Dazu gehört für die beiden Österreicherinnen – die eine ist Foodbloggerin und Veranstalterin von Kochworkshops, die andere Betreiberin einer Naturbackstube – gutes Essen. Und das meint vor allem: Essen, zubereitet aus regionalen, saisonalen und hochwertigen Zutaten.

Gebäck muss nicht überzuckert sein

„Wir sind Gärtnerinnen, Bäuerinnen, Köchinnen, Autorinnen, Freigeister und Mütter“, beschreiben sie sich. Und sie versuchten, im „Einklang mit der Natur zu leben und zu kochen“. Denn: „Die Jahreszeiten und alles, was sie uns schenken, vollständig zu genießen und auszukosten, hat für uns etwas Magisches.“

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Der November hat zwar ein eher schlechtes Image als grauer und trüber Monat, doch man kann die Wochen, bevor vorweihnachtliche Betriebsamkeit ausbricht, ja auch mal anders betrachten: als Zeit, in der man es sich zu Hause gemütlich machen kann – derzeit durch die Pandemie bedingt ja ohnehin sehr viel häufiger als sonst üblich – gern mit ein paar Leckereien. Und das muss nicht unbedingt typisches Vorweihnachtsgebäck wie Spekulatius oder Vanillekipferl sein. In ihrem Kochbuch mit Rezepten von Auberginen-Bohnen-Hummus bis hin zu Zanderfilet aus der Pfanne stellen die Autorinnen auch Anleitungen für herbstliches Gebäck vor – das zwar süß ist, aber nicht überzuckert.

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Melanie Zechtmeister und Elisabeth Unger: „Rezepte für eine gute Zeit. Ernten. Kochen. Teilen“. Löwenzahn Verlag. 328 Seiten, 29,90 Euro. © Quelle: Löwenzahn Verlag

Winterbrot-Lebkuchen

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Dieses von Elisabeth Unger kreierte Winterbrot ist ein mit Pflaumenmus, Nüssen und Trockenfrüchten gefüllter Lebkuchen. Er hält sich, trocken gelagert, bis zu einem Jahr. Man schneidet das Winterbrot in feine Scheiben und genießt diese als Gebäck zu Kaffee oder Tee. Das Winterbrot ist auch ein tolles Geschenk zur Weihnachtszeit, das wunderbar an Freunde und Familie verschickt werden kann – wenn in Pandemiezeiten wie diesen persönlicher Kontakt nur eingeschränkt möglich ist.

So geht’s

Für den Lebkuchenteig alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Händen zu einem glatten, straffen Teig verarbeiten. Diesen kann man auch im Vorhinein zubereiten, im Kühlschrank hält er sich abgedeckt mehrere Tage frisch. Den Lebkuchenteig in zwei Teile teilen und diese jeweils auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu circa 0,5 Zentimeter dicken Rechtecken ausrollen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Backofen auf 160 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die beiden Teigrechtecke mit Pflaumenmus bestreichen und mit den geriebenen und ganzen Nüssen und Trockenfrüchten nach Wahl bestreuen. Straff von der langen Seite her zu einem Strudel einrollen und auf das Backblech legen. Das gefüllte Winterbrot im Ofen circa 25 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen und zum Servieren in etwa 0,5 Zentimeter dicke Scheiben schneiden.

Das wird gebraucht:

Für den Lebkuchenteig benötigt man 400 Gramm Waldstaudenroggenvollkornmehl (alternativ Roggenvollkornmehl), 200 Gramm Honig, vier Eier, 10 Gramm Natron, einen Esslöffel Lebkuchengewürz, Saft von einer Zitrone, Mehl für die Arbeitsfläche und Backpapier. Für die Füllung werden 100 Gramm Pflaumenmus, 100 Gramm geriebene Nüsse, 100 Gramm ganze Nüsse und 100 Gramm Trockenfrüchte (etwa Feigen, Datteln, Aprikosen oder Zwetschgen) benötigt.

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Den Lebkuchenteig kann man auch im Vorhinein zubereiten, im Kühlschrank hält er sich abgedeckt mehrere Tage frisch. © Quelle: Melanie Zechmeister

Herzige Glückskekse

Diese Glückskekse wirken aufgrund der vielen Gewürze wärmend auf unseren Körper und regen die Verdauung an, erklären die Autorinnen. Die Butter und die Mandeln machen sie besonders mürbe. In einer Keksdose halten sich die Kekse über Wochen frisch und locker. Übrig gebliebene Glückskekse kann man wunderbar zu einem Dessert im Glas verarbeiten. Dazu die Kekse einfach mit der Hand oder mit einem Nudelholz zerkrümeln und in Gläser verteilen. Joghurt und Früchte dazugeben und als Dessert oder Snack servieren.

So geht’s

Ein Backblech mit Backpapier belegen. Den Backofen auf 160 Grad Heißluft vorheizen. Alle trockenen Zutaten gut miteinander vermischen. Butter in Stücke schneiden, ein Ei zugeben und gemeinsam mit dem Mehl, den geriebenen Mandeln und den Gewürzen zügig zu einem Mürbeteig verarbeiten. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen und mit Keksausstechern beliebige Formen ausstechen. Die Glückskekse auf das vorbereitete Backblech legen und etwa zehn Minuten im Ofen backen. Die Kekse sollten noch schön mürbe und nicht zu sehr gebräunt sein.

Für 50 Glückskekse werden 300 Gramm Dinkelvollkornmehl, 70 Gramm Rohrohrzucker, 100 Gramm geriebene Mandeln mit Schale, zehn Gramm gemahlener Zimt, zehn Gramm gemahlene Muskatnuss, vier Gramm gemahlene Nelken, eine Prise Steinsalz, 220 Gramm Butter, ein Ei, Mehl für die Arbeitsfläche und Backpapier gebraucht.

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Übrig gebliebene Glückskekse kann man wunderbar zu einem Dessert im Glas verarbeiten. Dazu die Kekse einfach mit der Hand oder mit einem Nudelholz zerkrümeln und in Gläser verteilen. Joghurt und Früchte darübergeben und als Dessert oder Snack servieren. © Quelle: Melanie Zechmeister

Ingwer-Florentiner-Stangen

Die Ingwer-Florentiner-Stangen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie schmecken auch „grandios“, so Melanie Zechtmeister und Elisabeth Unger, die die Stangen sonst besonders gern backen, wenn sich Besuch ankündigt. Der frische Ingwer ist hier das Tüpfelchen auf dem i – er sorgt für das gewisse Etwas und eine „wahre Geschmacksexplosion“.

Der frische Ingwer auf den Ingwer-Florentiner-Stangen ist das Tüpfelchen auf dem i – er sorgt für das gewisse Etwas und eine „wahre Geschmacksexplosion“. © Quelle: Melanie Zechmeister

So geht’s

Kalte Butter in Stücken, Honig und Eigelb in eine Schüssel geben. Dinkelvollkornmehl zugeben und mit den Händen zügig zu einem Mürbeteig verkneten. Backblech mit Backpapier belegen. Den Backofen auf 150 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Mürbeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zwei Millimeter dünn ausrollen und auf das Backblech legen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen und elf bis zwölf Minuten hell backen. Noch heiß mit Aprikosenkonfitüre bestreichen. Die Backofentemperatur auf 180 Grad Ober- und Unterhitze erhöhen. Für die Mandelfüllung alle Zutaten in einen Topf geben und kurz aufkochen. Dünn auf den Teig streichen und im Ofen circa sieben Minuten backen. Die Teigplatte noch warm in zwei mal ein Zentimeter dicke Stangen schneiden.

Für den Mürbeteig werden 250 Gramm Dinkelvollkornmehl, 160 Gramm Butter, 40 Gramm Honig, zwei Eigelb und fünf Esslöffel Aprikosenkonfitüre gebraucht. Für die Mandelfüllung benötigt man 150 Gramm gehobelte Mandeln, 130 Gramm ­Honig, 60 Milliliter Schlagsahne, 50 Gramm Butter, 20 Gramm geraspelten frischen Ingwer oder ­einen halben Teelöffel Ingwerpulver, Mehl für die Arbeitsfläche und Backpapier.

“Staat, Sex, Amen”
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