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Missverständnisse rund ums Essen

Gesund oder ungesund? Zehn Ernährungsmythen im Check

Enthält Spinat wirklich so viel Eisen?

Berlin. Gesunde Ernährung ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Doch zahlreiche Mythen halten sich hartnäckig. „Einer der Gründe dafür ist, dass wir wenig allgemeingültige Studien über Lebensmittel und Ernährung haben. Und viele Ergebnisse werden verkürzt dargestellt, so dass am Ende einige Lebensmittel in den Himmel gelobt werden, andere oder verteufelt“, sagt Britta Schautz, Projektleiterin Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Berlin. „Dazu kommt, dass nicht alles, was auf dem Speiseplan steht, für alle Menschen gleich gut oder schlecht ist. Das hängt teilweise von der individuellen Verträglichkeit ab.“

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Doch einige Behauptungen aus der Küche sind generell falsch. Expertin Schautz klärt einige Missverständnisse rund ums Essen auf:

1. Kartoffeln machen dick

Wer abnehmen will, soll die Kartoffeln weglassen, denn die machen dick. Wirklich?

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Nein. Kartoffeln liefern neben Kohlenhydraten auch hochwertiges Eiweiß und machen lange satt. Beim Abnehmen kommt es auch auf die gesamte Kalorienbilanz an, und da sind Kartoffeln mit 72 kcal/100 g sogar die schlanke Variante der Beilage. Generell gilt: Lieber Pell- oder Salzkartoffeln statt Kroketten oder Pommes frites.

2. Rohkost ist das Beste

Rohkost sollte man möglichst immerzu und viel essen. Denn schließlich ist rohes Gemüse viel besser als gekochtes. Korrekt?

Nicht ganz. Einige Vitamine werden zwar beim Kochen abgebaut – zum Beispiel Vitamin C und Folsäure – , andere Stoffe wie das antioxidativ wirkende Lykopin wiederum können besser aufgenommen werden, wenn die Tomate erhitzt wird. Generell gilt: Eine Portion Rohkost am Tag ist empfehlenswert, und Gemüse sollte möglichst kurz und mit wenig Wasser gekocht werden.

3. Vitamin C schützt vor Erkältung

Das erste Kratzen im Hals, die laufende Nase, da greift man gern zur Vitamin-C-Tablette, denn die schützt ja vor einer Erkältung, oder?

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Falsch. Vitamin C ist zwar wichtig für das Immunsystem. Aber dass eine vorsorgliche Einnahme den Krankheitsverlauf von Erkältungen beeinflusst, konnte noch keine Studie belegen. Ausnahme könnten eventuell Menschen sein, die unter extremer körperlicher Belastung oder in sehr kalter Umgebung unterwegs sind – zum Beispiel Marathonläufer oder Skifahrer.

4. Schnaps nach dem Essen

Mittags gibt’s fetten Braten mit Knödeln und Kroketten: Nach so viel gutem Essen muss ein Schnaps der Verdauung auf die Sprünge helfen. Kann das sein?

Falsch. Der Verdauungsschnaps nach dem Essen beschleunigt nicht die Verdauung. Er verringert sie sogar. Im Gegenteil: Wer zum Essen Alkohol trinkt, verdaut sogar langsamer. Schnaps nach dem Essen bremst zusätzlich.

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5. Schokolade macht Pickel

Wer Pickel kriegt, hat zu viel Schokolade gegessen. Denn die macht unreine Haut, zumindest der landläufigen Meinung nach. Stimmt das?

Nein. Ein Zusammenhang zwischen Schokoladenkonsum und unreiner Haut ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Pickel entstehen durch verstopfte Hautporen und überschüssige Talgproduktion. Für Pickel ist also eher der Hormonhaushalt verantwortlich.

6. Bier auf Wein, das lass sein!

„Bier auf Wein, das lass sein – Wein auf Bier, das rat’ ich dir“, sagt der Volksmund. Ist die Reihenfolge wirklich entscheidend?

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Es ist völlig egal, in welcher Reihenfolge man alkoholische Getränke zu sich nimmt. Der Kater am nächsten Morgen hängt ausschließlich von der Menge und Qualität des Alkohols ab – die Reihenfolge der Getränke spielt dabei keine Rolle.

7. Spinat enthält viel Eisen

Wer hat das nicht als Kind hören müssen, dass man den Spinat aufessen soll, da dieser so viel Eisen enthält? Schließlich hat das grüne Blattgemüse schon Popeye ordentlich starkgemacht.

Falsch. Durch ein verrutschtes Komma wurde der Spinat einst zum sagenhaften Eisenlieferanten. Tatsächlich liefern aber zum Beispiel Linsen (100 Gramm enthalten acht Milligramm) mehr Eisen als Spinat (2,6 Milligramm). Tipp: Pflanzliches Eisen immer mit vitamin-C-reichem Obst oder Gemüse (Paprika, Brokkoli, Orangensaft) kombinieren, dann nimmt es der Körper besser auf.

8. Brauner Zucker ist gesünder als weißer

Zucker schadet der Gesundheit: Er begünstigt Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Karies. Viele Menschen greifen deshalb zu braunem Zucker. Doch ist er die bessere Alternative?

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Nein. Beide unterscheiden sich nicht in puncto Energiegehalt und beide sind schädlich für die Zähne. Der unterschiedliche Mineralstoffgehalt ist äußerst gering. Ob man nun die eine oder andere Variante bevorzugt, ist nur eine Frage des Geschmacks.

9. Salat ist eine Vitaminbombe

Blattsalat ist gut für die schlanke Linie. Und er ist ja so gesund, denn es stecken so viel Vitamine drin. Oder nicht?

Blattsalat besteht zu etwa 95 Prozent aus Wasser. Er füllt also den Magen, ohne dick zu machen, doch viel mehr Positives gibt es nicht über Blattsalat zu sagen. Denn er hat weder besonders viele Vitamine noch Ballaststoffe. Tipp: Salat mit buntem Gemüse wie Paprika, Tomaten, Karotten ergänzen.

10. Salz ist schädlich

Salziges Essen lässt den Blutdruck steigen, der wiederum macht erwiesenermaßen krank und verkürzt das Leben. Am besten also auf Salz verzichten?

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Keinesfalls! Es kommt auf die richtige Dosis an. Denn zu wenig Salz kann genauso schädlich sein wie zu viel. Hat das Gehirn keinen ausreichenden Salzspiegel, kann das zu Verwirrtheit und Desorientiertheit führen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt fünf Gramm pro Tag. Das soll aber nicht heißen, dass Sie beherzt zum Salzstreuer greifen sollen, denn: Die allermeisten Menschen in Deutschland nehmen sowieso schon mehr als diese Menge am Tag zu sich.

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