Gerstengras im Faktencheck: Wie gesund ist das Trendgewächs wirklich?

  • Nicht nur in den sozialen Medien liest man immer wieder vom angeblichen Superfood Gerstengras.
  • Aber was hat es mit dem Trendgewächs eigentlich auf sich – und ist es wirklich gesundheitsfördernd?
  • Das Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) gibt zu Gerstengras sogar eine Warnung heraus.
Heidi Becker
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Ob als Kapsel oder als Pulver: Nicht nur Influencer schreiben auf ihren Accounts ständig über das angebliche Superfood Gerstengras. Etliche Onlineshops sind auf den Trend aufgesprungen und Gesundheitsmagazine schwärmen in höchsten Tönen von dem angeblichen grünen Wunderpulver.

Aber was ist Gerstengras eigentlich? Als Gerstengras wird Gerste bezeichnet, bevor sie ihre Körner bildet. Bereits nach drei bis sechs Wochen werden die leuchtend grünen Gräser geerntet, die kurz nach dem Setzen der Körner sprießen. Zu diesem Zeitpunkt weist das Gerstengras laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) die meisten Nährstoffe auf. Die Blätter werden im Anschluss gefriergetrocknet und zu Pulver verarbeitet – welches dann entweder direkt oder in Kapselform verkauft wird.

Gesunde Ernährung ist wichtig

Im Gerstengras finden sich zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe. Neben den Vitaminen A, B1, B2, B3, B6, B12, C, E und K enthält die Pflanze ebenfalls einen hohen Anteil an Eisen, Zink, Calcium und Magnesium.

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Aber: Die Konzentration der wertvollen Inhaltsstoffe ist nicht höher als in Obst und Gemüse, erklärt das Bundeszentrum für Ernährung. Wer sich sowieso gesund und ausgeglichen ernährt, muss demnach gar nicht auf Gerstengras zurückgreifen.

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Sättigungsgefühl durch Gerstengras?

Über die Vorteile von Gerstengras gibt es noch wenige Studien, angeblich soll das grüne Pulver aber einige gesundheitsfördernde Wirkungen aufweisen:

  • Gerstengras ist basisch – daher soll es den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen.
  • Gerstengras enthält Ballaststoffe – daher erzeugt es ein Sättigungsgefühl und hemmt die Lust auf Süßes.

Gerstengras soll den Cholesterinspiegel senken

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  • Gerstengras verfügt über Antioxidantien – die Haut wird so vor freien Radikalen geschützt, was auch bei Haarausfall helfen soll.
  • Gerstengras soll den Cholesterinspiegel senken – und damit auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
  • Gerstengras soll den Zellaufbau im Darm ankurbeln und so zu einer normalen Verdauung beitragen. Die Vitalstoffe von Gerstengras sollen außerdem bei Übersäuerung und Blähungen helfen.

Gerstengras kann mit Krankheitserregern in Kontakt kommen

  • Gerstengras enthält Serotonin und Tryptophan – die Glückhormone sollen die Stimmung heben und bei regelmäßiger Einnahme sogar bei Schlafstörungen helfen.
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Das Bundesinsitut für Risikobewertung (BfR) warnt allerdings, dass das Gerstengras mit Krankheitserregern wie Escherichia coli in Kontakt kommen kann. Das kann gefährlich sein, weil das Pulver verzehrt wird, ohne vorher erhitzt zu werden. Generell sollten Schwangere oder Immunschwache daher Rücksprache mit einem Arzt halten, bevor sie getrocknete Grasprodukte verzehren.

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