Gender-Pay-Gap: Bei Ms. Monopoly werden bewusst Frauen bevorteilt

  • Mit der neuen Monopoly-Edition „Ms. Monopoly" möchte der Spielehersteller Hasbro auf den noch immer bestehenden Gender-Pay-Gap aufmerksam machen.
  • Frauen starten mit mehr Guthaben und ziehen, wenn sie über das „Los"-Feld gehen, mehr Geld ein.
  • Anstatt Grundstücken gibt es jetzt bahnbrechende Erfindungen von Frauen zu kaufen. Außerdem werden Geschäftszentralen gebaut – keine Häuser oder Hotels.
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Hannover. In Deutschland verdienen Frauen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer. Selbst wenn herausgerechnet wird, dass sie häufiger in Teilzeit arbeiten oder in Berufen tätig sind, die schlechter bezahlt werden, beträgt das Gefälle, auch bekannt als Gender-Pay-Gap, noch sechs Prozent. Auf diese Ungerechtigkeit will der US-amerikanische Spieleproduzent Hasbro mit einer neuen Version des Brettspielklassikers Monopoly aufmerksam machen – und dreht den Spieß kurzerhand um. „Wo Frauen mehr verdienen als Männer“ lautet der Slogan. Die weiblichen Mitspieler starten mit mehr Geld als ihre männlichen Gegenspieler. Und auch, wenn sie über das „Los“-Feld ziehen, erhalten Frauen 40 Dollar mehr als die Herren der Schöpfung.

Mit der neuen Edition „Ms. Monopoly" möchte Hasbro junge Unternehmerinnen und Erfinderinnen ehren. Auf dem Cover: Mr. Monopolys Nichte. © Quelle: Hasbro

Auf dem Cover: Die Nichte von Mr. Monopoly

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Schon optisch unterscheidet sich die neue Ausgabe von bisherigen Editionen des Brettspiels. Statt des schnauzbärtigen Immobilieninvestors Mr. Monopoly ziert jetzt seine Nichte, eine junge Frau mit einem Kaffeebecher in der Hand, die junge Unternehmerinnen fördert, das Cover. Passend dazu kaufen Spieler keine Grundstücke mehr, sondern bahnbrechende Erfindungen von Frauen, zum Beispiel das WLAN oder Solarheizungen.

Damit möchte der Spielehersteller nach eigenen Angaben große weibliche Wegbereiter aus verschiedenen Bereichen ehren. „Statt Häusern und Hotels können in dieser Edition Geschäftszentralen gebaut werden, sobald man alle Erfindungen einer Farbgruppe in seinen Besitz gebracht hat“, erklärt Kerstin Ferrando, Communication Managerin für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Hasbro. „Das Spiel soll als Inspiration für alle Frauen dienen, ihre Träume zu verwirklichen.“

Bei der neuen Monopoly-Edition kaufen Spieler keine Grundstücke mehr, sondern bahnbrechende Erfindungen von Frauen. © Quelle: Hasbro
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Ms. Monopoly: Was ändert sich in der neuen Ausgabe?

Die herkömmlichen Spielfiguren des Brettspiels wie der Fingerhut, der Schuh oder die Schubkarre werden durch thematisch passende Figuren ersetzt. „In der Ms. Monopoly gibt es abweichend von der klassischen Monopoly Edition ein Flugzeug, ein Notizbuch mit Stift, eine Hantel, eine Armbanduhr, ein Glas und einen weißen Hut – denn Mr. Monopoly ist nicht der einzige, der einen Zylinder tragen kann“, sagt Ferrando.

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Auch die Ereignis- und Gemeinschaftskarten wurden angepasst

Die Ereignis- und Gemeinschaftskarten treiben manchen Spieler bei Monopoly zur Weißglut. Denn sie können etwa bedeuten, dass Mitspieler Geld bekommen oder es verlieren. Wie die Karten bei Ms. Monopoly angepasst wurden, zeigt Ferrando in einigen Beispielen:

  • „Dein Podcast hat schon über 100.000 Abonnenten! Rücke vor bis auf ‚Los‘.“
  • „Auch Frauen können Fußball spielen. Du gewinnst die Stadtmeisterschaft mit deinen Mädels. Du erhältst 50 Monopoly Dollar.“
  • „Dieses Jahr stehst du auf der Liste der Top Ten Start-ups in deiner Stadt! Du erhältst 100 Monopoly Dollar.“
  • „Du absolvierst einen 10-Kilometer-Lauf! Mit Bergen! Du erhältst 50 Monopoly Dollar.“

Ms. Monopoly: Was bleibt in der neuen Version unverändert?

Neben all den Abwandlungen bleiben in der neuen Ausgabe des Brettspielklassikers aber auch ein paar Dinge wie wir sie vom herkömmlichen Monopoly kennen. „Die vier Eckfelder einer jeden Monopoly-Edition bleiben aus Gründen der Wiedererkennung unverändert“, verrät Ferrando. So gebe es also auch in der Ms. Monopoly Ausgabe neben den Feldern „Los“ und „Frei Parken“ weiterhin das „Gefängnis“ und das dazugehörige Feld, das Spieler dort hin befördert.

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Hasbro will junge Unternehmerinnen und Erfinderinnen fördern

„Stellvertretend für alle Frauen, die auch heute durch ihre Ideen den Status Quo in Frage stellen, unterstützt Hasbro drei junge Erfinderinnen“, erklärt der Spielehersteller außerdem in einer Mitteilung. „Sie erhielten jeweils ein Ms. Monopoly Brettspiel, in dem der übliche Einsatz der Bank von 20.580 Monopoly-Dollar gegen echtes Geld eingetauscht worden ist.“ Dazu zählen:

  • Sophia Wang: Die 16-Jährige aus Connecticut hat ein Gerät erfunden, das Erdfälle, also plötzliche Einbrüche der Erdkruste, erkennen kann, bevor sie auftreten. Nach zwei Jahren Arbeit ist ihr Prototyp jetzt zu 93 Prozent genau. Sie hofft, dass er patentiert wird und beispielsweise in Gemeinden in Florida, die anfällig für Erdfälle sind, zum Einsatz kommt.
  • Gitanjali Rao: Die 13-Jährige aus Denver entwickelte eine Methode, die hilft, Blei im Trinkwasser zu erkennen, sodass Einzelpersonen den Test selbst durchführen können. Ihr Ziel ist es, ein kostengünstiges, einfach zu bedienendes und tragbares Gerät zu entwickeln, das Menschen auf der ganzen Welt nutzen können.
  • Ava Canney: Die 16-Jährige aus Irland erfand ein Spektrometer, das die Menge an Farbstoff in Süßigkeiten und Limonade misst. Nachdem sie die schädlichen Auswirkungen von Zusatzstoffen in unserer Nahrung untersucht hatte, wollte Ava die Menschen dazu befähigen, selbst fundierte Entscheidungen treffen zu können, welche Giftstoffe sie über ihre Nahrung zu sich nehmen.