Die Natur machen lassen: Gartenbeete nach der Saison nicht zwingend umgraben

  • Eigentlich ist das Umgraben des Gemüsebeets eine Tradition zum Saisonende.
  • Doch nicht immer lohnt sich die aufwendige Arbeit, betonen Gartenexpertinnen und -experten.
  • Wann immer es möglich ist, sollten Sie lieber darauf verzichten - und die Natur machen lassen.
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Berlin . Ein lockerer Gartenboden lässt Gemüse besser gedeihen. Daher graben viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner im Laufe des Herbstes und frühen Winters den Boden ihres Gemüsebeetes aufwendig um. Aber braucht es das wirklich?

Vom Prinzip her ja: In lockerer Erde mit feiner Struktur können die im Frühjahr neu ausgesäten und gesetzten Pflanzen ihre Wurzeln besser ausbreiten und optimal anwachsen.

Ein weiterer Vorteil: Im regenreichen Frühling ist das Anpflanzen oft nicht möglich, solange der schwere Boden noch viel Feuchtigkeit in sich trägt. In einem aufgelockerten Boden kann Regen schneller abfließen, und der Boden wärmt sich schneller auf.

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Wenn der Frost die Arbeit erledigt

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Aber die Plackerei mit dem Umgraben muss nicht unbedingt sein. Denn in guten Wintern erledigt der Frost die meiste Arbeit: In frostigen Nächten entsteht die sogenannte Bodengare oder Frostgare.

So nennt man es, wenn das in der Gartenerde enthaltene Wasser bei Minusgraden gefriert, sich ausdehnt und so die Erdklumpen im Boden zerkleinert. Die Gartenerde wird also von Natur her aufgelockert - genau das, was man sonst mühsam beim Umgraben der Beete macht.

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Außerdem warnen Gartenexpertinnen und -experten sowie Naturschützende inzwischen davor, dass durch das Aufhacken und Umgraben die natürlichen Bodenstrukturen zerstört werden. So werden mit dem Spaten etwa Lebewesen, die Humus generieren oder durch ihre Gänge den Boden belüften, in Erdreichregionen befördert, in denen sie nicht leben können. Lebewesen von weiter unten gelangen nach oben. Daher sollte man - wann immer das möglich ist - auf das Umgraben verzichten.

Zur Not nachhelfen - aber mit schonenden Geräten

Ist es in einem Winter allerdings nicht längere Zeit ausreichend frostig, werden die Böden nicht oder nur in den oberen Zentimetern gelockert. Dann rät der Naturschutzbund (Nabu) dazu, den Boden mit schonenden Geräten zu bearbeiten.

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Statt zum Spaten, der den Organismen im Boden schaden kann, sollte man zur Grabegabel greifen. Sie wird nur in die Erde eingestochen und darin hin und her bewegt.

Eine Alternative ist die breite Doppelgrabegabel, die zwei Stiele hat, zwischen denen sich eine Metallschiene mit mehreren Zinken befindet. Auch der Sauzahn ist ein Tipp: Man zieht ihn nur durch das Erdreich, ohne die Bodenschicht zu zerstören.

Eine Ausnahme kann bei schweren Lehm- und Tonböden gemacht werden, hier geht es laut Nabu nicht ohne Spaten. Aber wenn der Garten über eine Humusschicht verfügt, gilt: Besser nur vorsichtig anpacken - den Würmern, Mikroorganismen und der Ernte zuliebe.

RND/dpa

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