„Abstand, bitte!“: Was eine gelbe Schleife beim Hund bedeutet

  • Eine gelbe Schleife oder ein Tuch soll Hunden helfen, die mehr Freiraum brauchen.
  • Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer können die Markierung am Halsband oder an der Leine befestigen und so beim Gassigehen den Wunsch nach Abstand signalisieren.
  • Die schwedische Initiative Gulahund hat sich die sich die Aktion ausgedacht, um sensible Tiere zu schützen
Talisa Moser
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Nicht jeder Hund mag es, begrüßt zu werden – ob von fremden Menschen oder anderen Hunden. Die Gründe dafür können vielfältig sein, häufig fühlen sich Hundebesitzerinnen oder Hundebesitzer jedoch in der Pflicht, sich beim Gassigehen erklären zu müssen, wenn sie mit ihrem Vierbeiner einen großes Bogen um andere Halterinnen und Halter und deren Tiere machen.

Erleichtern soll das nun ein knallbuntes Signal. Ein gelbes Tuch oder eine Schleife an Leine oder Halsband bedeutet: „Ich brauche Freiraum“ – warum auch immer. Die Aktion wurde von der Initiative Gulahund bereits 2012 ins Leben gerufen.

Gelbes Signal für einen respektvollen Umgang

Gulahund (auf Deutsch: Gelber Hund) wurde ursprünglich in Schweden gegründet und möchte eine verantwortungsvolle Hundehaltung fördern. In der Schweiz und auch in Großbritannien läuft die Initiative laut Bundestierärztekammer bereits erfolgreich. Nun findet die gelbe Schleife auch in Deutschland ihren Platz.

Laut der offiziellen Website von Gulahund hat die Markierung für Mensch und Tier viele Vorteile. So ist es dadurch möglich, unnötigen Missverständnissen vorzubeugen und den Hunden und ihren Besitzerinnen und Besitzern schnell Freiraum und Zeit zum Ausweichen zu gewähren, wenn sie dies wünschen. Hundehalterinnen und -halter sollen sich so außerdem besonders gut und sensibel um ihr Tier kümmern können.

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Das gelbe Tuch ist laut Gulahund gut sichtbar und einfach für jeden anzuwenden. Die Anschaffung ist kostengünstig und das Signal funktioniert auch international. Außerdem eignet sich die Markierung sowohl für längere als auch kürzere Anwendungszeiträume, zum Beispiel wenn das Tier krank ist, und kann einfach angebracht und wieder abgenommen werden.

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Hunde werden aus verschiedenen Gründen gekennzeichnet

Warum Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer Ihren Hund mit einem gelben Tuch kennzeichnen, kann viele verschiedene Gründe haben. Treffen Sie einen „gelben Hund“, kann es sein, dass das Tier krank und unter Umständen sogar ansteckend ist. Auch Hunde, die sich in der Reha befinden oder alt und schwach sind, können so vor neugierigen Artgenossen geschützt werden.

Junge Vierbeiner oder Hunde aus dem Tierschutz sowie solche, die sich derzeit im Training befinden, sollen so möglicherweise im Rahmen ihrer Ausbildung und Erziehung für einen bestimmten Zeitraum isoliert werden. Viele Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer wollen außerdem ihre läufigen Hündinnen von anderen Hunden fernhalten. Gleiches gilt für unsichere und schüchterne Tiere.

Aber Achtung: Die gelbe Markierung zeichnet keine aggressiven Hunde aus, betont die Initiative auf ihrer Internetseite. Auch die Bundestierärztekammer warnt: Die Markierung ist kein Ersatz für einen Maulkorb oder ein Verhaltenstraining.

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