Seitenweise Gartenglück: Unsere Lieblingsgartenbücher im Überblick

  • Kräuter, Bäume und die Mysterien des Schrebergartens – die grüne Vielfalt ist unermesslich.
  • Das gilt auch für Bücher übers Gärtnern, die ähnlich beliebt sind wie das Gärtnern selbst.
  • Ein Blick auf die Neuerscheinungen rund um das Thema.
Martina Sulner
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Bücher über das Gärtnern erfreuen sich einer ähnlichen großen Beliebtheit wie die Gartenarbeit selbst. Zu Beginn der neuen Gartensaison stellen wir neue Bücher über den Einsatz im Grünen vor.

Die Tücken der Selbstversorgung

Mit seinem „Selbstversorger Kanal“ auf Youtube ist Ralf Roesberger schon länger erfolgreich. Jetzt hat der Rheinländer seine Erfolge und Misserfolge, die er im Garten erlebt hat, gesammelt. Er berichtet von persönlichen Erfahrungen, angefangen mit dem ersten Schrebergarten und frühen Versuchen als Selbstversorger. Mittlerweile kann sich Familie Roesberger weitgehend von den Erzeugnissen des eigenen 3000-Quadratmeter-Grundstücks ernähren; Gänse und Enten hält Roesberger dort übrigens auch. Dogmatisch ist er nicht: Unterhaltsam und sachkundig schildert er die Tücken und das Glück des Gärtnerns.

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Ralf Roesberger: „Selbstversorgung. Was im eigenen Garten wirklich möglich ist“, Gräfe und Unzer, 224 Seiten, 23 Euro. © Quelle: Gräfe und Unzer

Mit Elton John auf dem Seegrundstück

Es ist ein bitterer Moment, als Sebastian Lehmann sich mit Ende 30 eingestehen muss: „Leider altert Berlin nicht mit uns. Berlin wird immer jünger.“ Ihm und seiner Freundin ist die Stadt zu anstrengend. Zumindest am Wochenende wollen sie raus und kaufen ein Seegrundstück mit Datsche. Das klingt erst mal idyllisch, doch es ist einiges zu erledigen und zu finanzieren, bevor es mit dem Genießen losgehen kann. Und mit den vielen Spinnen im Gartenhaus hätte der Autor und Poetry-Slammer auch nicht gerechnet. Dafür entdeckt er, dass Elton-John-Songs überraschend gut zum Gärtnern passen.

Sebastian Lehmann: „Das hatte ich mir grüner vorgestellt“, Goldmann, 240 Seiten, 13 Euro. © Quelle: Goldmann
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Schutzraum zwischen Schnecken und Unkraut

Wohl jeder Hobbygärtner weiß, dass die Arbeit im Grünen glücklich machen kann – trotz Schnecken und Unkraut. In ihrem klugen, feinfühligen Buch erklärt die britische Psychotherapeutin Sue Stuart-Smith: „Der Garten schenkt uns einen physischen Schutzraum . Je mehr wir uns in die Arbeit mit den Händen vertiefen, desto mehr Freiheit haben wir innerlich, um Gefühle zu sortieren und zu verarbeiten.“ Sie schreibt – mit vielen Verweisen auf die Literaturgeschichte – über die heilsame Seite der Gartenarbeit. Ihr Großvater Ted etwa, der traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt sei, habe dadurch ins Leben zurückgefunden.

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x © Quelle: Piper

Reise durch berühmte Gärtnereien

Da kann der Leser durchaus etwas Ehrfurcht verspüren: Die Erfurter Gärtnerei Kakteen-Haage betreibt die älteste Kakteenzucht der Welt. Und in der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg findet man eine der größten Buchhandlungen für Gartenliteratur in Deutschland. 100 Gärtnereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen Autorin Anja Birne und Fotografin Marion Nickig vor. Man erhält Ideen, wie sich der eigene Garten oder Balkon verschönern ließe. Vor allem aber bekommt man Lust, die Gartenbaubetriebe irgendwann, wenn das Reisen wieder unbeschwerter möglich ist, zu besichtigen.

Anja Birne/Marion Nickig: „Das große Buch der Gärtnerinnen & Gärtner“, Callwey, 256 Seiten, 39,95 Euro. © Quelle: Callwey

Mit Listen durch das Gartenjahr

Bullet-Journale sind derzeit der Hit. Sie sind eine Art Notizbuch-Kalender-Kladde mit viel Platz für eigene Listen und Anmerkungen. Raphaela Winterhalters „Mein Garten“ ist so ein Journal, das Gärtnerinnen und Gärtner durchs Jahr begleiten soll. Für diejenigen, die schon lange und engagiert ihren grünen Bereich pflegen und bewirtschaften, ist das eher nichts, sie könnten sich durchaus unterfordert fühlen. Für Gartenneulinge, die ein Faible fürs Planen und Aufstellen von Listen haben, passt es jedoch.

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Raphaela Winterhalter: „Mein Garten. Das illustrierte Gartenbuch“, EMF, 192 Seiten, 15 Euro. © Quelle: EMF

Kleine Gärtnerin mit großer Zimmerpflanze

Lilo weiß genau, was Pflanzen brauchen: jede Menge Liebe, und wenn man ihnen etwas Musik vorspielt, freuen sie sich auch. Lilos Freund, der Gärtner Hein, sieht das pragmatischer: Wasser und Sonne sollten reichen. Doch der Gärtner staunt nicht schlecht, als er mit Lilo wettet, wessen Zimmerpflanze in den kommenden Wochen am besten gedeiht. Antje Damm hat ein hinreißendes Bilderbuch über die Liebe zum Grünen geschrieben und zauberhaft illustriert: Dafür hat sie die einzelnen Szenen aus Kartonpappe gebaut und koloriert.

Antje Damm: „Die Wette“, Moritz Verlag, 36 Seiten, 12,95 Euro. Ab fünf Jahren. © Quelle: Moritz

Obstbaum-ABC für Laien

Annekathrin Schmid ist es ergangen wie vielen anderen: Aus Begeisterung fürs Gärtnern und Sehnsucht nach Ursprünglichkeit hat sie sich ein Stück Land zugelegt. Als Schmid Obstbäume pflanzen wollte, erkannte sie bei sich so manche Wissenslücke. Ihr Buch erklärt Hobbygärtnern, wie Obstbäume „ticken“. Man erfährt viel über Rinden, Wurzeln, Knospen, Blätter und Früchte. Das ist anschaulich erklärt und mit zahlreichen Fotos und einigen Zeichnungen, etwa zum Aufbau eines Blatts, illustriert. Das versteht auch der Botaniklaie.

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Annekathrin Schmid: „Obstbäume verstehen“, Haupt, 128 Seiten, 22 Euro. © Quelle: Haupt

Ernten macht Freu(n)de

„Der Paule hat den schönsten Garten, mit den saftigsten Tomaten“: Kein Wunder, dass das Ferkel Erna helfen will und tatkräftig gräbt, gießt und sogar das Vogelhäuschen anstreicht. Als es jedoch ans Ernten geht, bekommt Paule einen Riesenschreck: Der Garten ist kahl – Erna hat Obst und Gemüse verschenkt. Erst ist Paule sauer, doch dann kommt ein Nachbar mit Apfelmus, ein anderer mit Himbeerschnecken – ein nostalgisches Bilderbuch, das zeigt: Am schönsten ist es doch, mit Freunden im Garten zu sitzen und lecker zu essen.

Julian Meyer/Timon Meyer: „Pauls Garten“, Diogenes, 32 Seiten, 14 Euro. Ab vier Jahren. © Quelle: Diogenes

Manche mögen’s schattig

Die Devise von Andrea Breithuber lautet: einfach loslegen. Kräuter könne man nahezu überall draußen oder drinnen pflanzen, manche mögen es sonnig, andere schattig. In dem sehr hübsch illustrierten Buch findet man zahlreiche Tipps zu Aussaat, Anzucht, Pflege … In einem umfangreichen Kapitel stellt Breithuber zudem Dutzende Kräuter von Agastache bis Zitronenmelisse vor, inklusive Tipps, welchen Gerichten sie die passende Geschmacksnote geben. Und einige Rezepte plus ein „Crazy Kräuterquiz“ bietet das Buch auch.

Andrea Breithuber: „Deine fabelhaften Kräuter“, Löwenzahn, 208 Seiten, 24,90 Euro. © Quelle: Löwenzahn
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