Mit diesen Streetfood-Rezepten aus Asien können Sie zumindest kulinarisch reisen

  • Zu reisen ist für viele momentan sehr unwahrscheinlich oder kaum möglich – vor allem in das weit entfernte Asien.
  • Wieso also nicht eine kulinarische Reise von Vietnam bis Myanmar in den eigenen vier Wänden machen?
  • Hier finden Sie fünf typische Streetfood-Gerichte aus Asien.
Melina Runde
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Asien. Streetfood ist seit Jahren ein Trend. Viele denken bei dem Begriff eher an Streetfood-Festivals, bei denen oft moderne und internationale Gerichte verkauft werden. Das Prinzip des Straßenessens ist dabei aber schon viel älter. Anfang des 20. Jahrhunderts zog es die Menschen in Asien vom Land in die Stadt. Die Nachfrage nach günstigem und schnellem Essen stieg, und Händler begannen, fertige Gerichte auf ihren Fahrrädern zu verkaufen. Irgendwann entstanden dann auch kleine Garküchen mit festen Standorten, drum herum ein paar Stühle und Tische für die Gäste. Das Streetfood war geboren.

Heute ist das Essen von der Straße selbst in Deutschland allseits bekannt und nahezu jeder hat mal zu der schnellen Pommes oder Bratwurst vom Imbissstand gegriffen. Die Asiaten bieten auf den Straßen meist etwas komplexere Gerichte an. Aktuell scheint eine Reise auf den weit entfernten Kontinent allerdings eher unwahrscheinlich. Aber zumindest die Kulinarik kann sich jeder nach Hause holen. Eine kulinarische Reise von Vietnam bis Myanmar: fünf Länder, fünf Gerichte. Trotz der teilweise komplexeren asiatischen Küche folgen hier nun recht einfache und schnelle Gerichte zum Nachmachen. Alle Rezepte stammen aus dem Kochbuch „Asia Street Food“ aus dem Christian-Verlags.

Vietnam: vietnamesischer Eiskaffee (ca phe sua da)

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Wir starten unsere Reise in Vietnam. Auch wenn man Asien eher weniger mit Kaffee verbindet, ist Vietnam tatsächlich eines der größten Exportländer für Rohkaffee. Hauptsächlich wird dort die Robusta-Bohne angebaut. Im Vergleich zur bekannten Arabica-Bohne ist diese deutlich kräftiger und enthält doppelt so viel Koffein. Der Kaffee wurde 1857 von den französischen Kolonialherren eingeführt. Von ihnen stammt auch die traditionelle Zubereitung mit dem Metallfilter. Das ist etwas für echte Kaffeeliebhaber.

Zubereitungszeit: 10 Minuten

Lecker und schnell gemacht: vietnamesischer Eiskaffee. © Quelle: Christian Verlag

Zutaten (für eine Portion):

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  • drei gehäufte Teelöffel vietnamesischer Kaffee (zum Beispiel Trung Ngyuen Blend No. 1)
  • süße Kondensmilch
  • Eiswürfel
  • Metallfilter für vietnamesischen Kaffee (online günstig zu kaufen)
  • ein dickwandiges Kaffeeglas oder eine Tasse

Schritt eins: Zuerst wird der Kaffee zubereitet. Wer keinen Metallfilter für vietnamesischen Kaffee besitzt oder keinen kaufen möchte, kann diesen natürlich auch nach eigenen Vorlieben zubereiten. Traditionell wird das Kaffeepulver in das Metallsieb des Filters gegeben. Dann die Siebplatte fest aufdrücken oder anschrauben und leicht anziehen.

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Schritt zwei: Die Kondensmilch wird bodenbedeckend in das Glas oder die Tasse geschüttet. Als Nächstes den Filter mit der Unterplatte auf das Glas setzen und circa 4 EL kochendes Wasser hinzugeben, um das Pulver etwas aufquellen zu lassen. Nach 30 Sekunden bis zum oberen Drittel des Siebes mit heißem Wasser auffüllen. Das Pulver sollte allerdings nicht zu fest gepresst sein, sonst kann das Wasser nicht durchlaufen.

Schritt drei: Ist der Kaffee komplett durchgelaufen, die Mischung umrühren. Eiswürfel hinzugeben und schmecken lassen.

Kambodscha: Garnelen in Karamellsoße mit schwarzem Pfeffer (cha bongkia mriet kmoa)

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Weiter geht es nach Kambodscha. Wer dahin geht, wo der Pfeffer wächst, der hat es tatsächlich gar nicht so schlecht. Kampot ist eine kleine Stadt in Kambodscha, die bekannt für ihren Pfeffer ist. Die Nachbarprovinz Kep ist ebenfalls berühmt für ihren Markt, auf dem es alle möglichen Arten von Meeresfrüchten gibt – „cha bongkia mriet kmoa“ ist eine Kombination dieser lokalen Spezialitäten.

Zubereitungszeit: 20 Minuten

„cha bongkia mriet kmoa“ – pfeffrige Garnelen. © Quelle: Christian Verlag

Zutaten:

  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Bund frischer Koriander
  • 500 g Garnelen ohne Kopf und Schale (TK, aufgetaut)
  • 4 EL Öl
  • 4 EL Karamellsoße
  • 4 EL Fischsoße
  • 2 EL schwarzer Pfeffer

Schritt eins: Den Knoblauch zerkleinern, den Koriander waschen und trocknen. Vom Koriander die Blätter abzupfen und die Stile klein hacken. Dann die Garnelen mit Küchenpapier trocken tupfen.

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Schritt zwei: Öl in einem Wok oder einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch kurz anbraten. Dann herausnehmen und zur Seite stellen.

Schritt drei: Nun die Garnelen in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze garen. Dann den Knoblauch zusammen mit der Karamell- und der Fischsoße in die Pfanne geben und kurz köcheln lassen.

Schritt vier: Den Pfeffer grob mörsern, nicht gemahlenen verwenden. Anschließend den Pfeffer, die gehackten Korianderstile und die Hälfte der Blätter dazugeben und alles durchschwenken. Noch eine Minute weiter anbraten und dann zusammen mit dem restlichen Koriander anrichten. Dazu schmeckt gedämpfter Jasminreis.

Laos: frittierte Banane mit Kaffirlimettensoße

Weiter in Laos kommen wir zu einer süßeren Spezialität. Ein Klassiker der Streetfood-Küche: frittierte Bananen. Das Besondere bei diesem Rezept ist die süßsaure Kaffirlimettensoße.

Zubereitungszeit: 25 Minuten

Frittierte Bananen in Kaffirlimettensoße. © Quelle: Christian Verlag

Zutaten:

  • eine unbehandelte Kaffirlimette oder Limette
  • 50 ml Zuckersirup
  • 4 kleine oder 2 große feste Bananen
  • 4 EL Maisstärke
  • 1 Ei
  • 80 g Cashewkerne
  • Öl zum Frittieren

Schritt eins: Für die Soße die Kaffirlimetten gründlich waschen, abtrocknen und dann die Schale mit einer Reibe abschaben.

Schritt zwei: Den Zuckersirup in einem Topf bei niedriger Stufe erhitzen und die abgeriebene Schale hinzufügen. Dann die Mischung etwa fünf Minuten bei niedrigster Temperatur ziehen lassen. Anschließend kann die Masse abkühlen.

Schritt drei: Die Banane schälen und der Länge nach halbieren. Große Bananen auch mittig durchschneiden. Die Maisstärke auf einen Teller geben und danach das Ei in einer Schüssel verquirlen. Im nächsten Schritt die Cashewkerne ganz klein hacken und ebenfalls auf einen Teller schütten.

Schritt vier: Die Bananenstücke zuerst in der Maisstärke, dann in der Eimasse und zu guter Letzt in den Cashewkernen wenden. Die Banane sollte dann komplett ummantelt sein.

Schritt fünf: Das Öl etwa zwei Zentimeter hoch in eine tiefe Pfanne geben und erhitzen. Mit einem Schaumlöffel die Bananenstücke langsam in dem heißen Öl platzieren. Nach etwa einer Minute sollte die Unterseite hellbraun sein. Dann die Banane wenden und eine Minute lang die andere Seite braun werden lassen. Mit dem Schaumlöffel wieder herausnehmen und auf Küchenpapier legen. Nun mit der Kaffirlimettensoße servieren. Kokos- oder Vanilleeis passt außerdem gut dazu.

Thailand: Thai-Papayasalat (som tam thai)

Ursprünglich stammt dieser Papayasalat tatsächlich aus Laos, wurde aber durch Einwanderer nach Thailand gebracht. Heute ist er ein berühmtes Gericht der thailändischen Küche. Je nach Region gibt es davon auch ganz unterschiedliche Varianten. Dieses Rezept ist eines der eher unkomplizierten: die Bangkok-Variante.

Zubereitungszeit: 30 Minuten

Der berühmte Thai-Papayasalat (som tam thai) – hier in der Bangkoker Variante. © Quelle: Christian Verlag

Zutaten:

  • 1 EL getrocknete Garnelen
  • eine feste grüne Papaya (in Asialäden oder online erhältlich)
  • 2 mittelgroße Karotten
  • 2–3 Schlangenbohnen
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1–3 grüne oder rote Vogelaugen-Chilischoten (nach Geschmack)
  • 1 EL Palmzucker
  • 2 EL Fischsoße
  • eine unbehandelte Limette
  • 8 Cocktailtomaten
  • 4 EL geröstete Erdnüsse

Schritt eins: Die getrockneten Garnelen in lauwarmem Wasser einweichen. Im nächsten Schritt die Papaya schälen, quer durchschneiden und die Kerne entfernen – am besten mit einem Löffel. Mit einem Gemüsehobel (Julienneschneider) dann die Papaya in dünne Stifte schneiden. Als Alternative eignet sich auch ein Sparschäler. Die Streifen dann anschließend einfach in etwa zwei Millimeter breite Stifte schneiden.

Schritt zwei: Die Karotten schälen und ebenfalls in feine Stifte schneiden. Dann die Schlangenbohnen waschen, putzen und in vier Zentimeter lange Stücke schneiden. Als Nächstes die Knoblauchzehen schälen. Anschließend können die Chilischoten gewaschen und die Stiele entfernt werden. Das Wasser der eingeweichten Garnelen abgießen, die Garnelen grob hacken.

Schritt drei: Nun den Knoblauch, die Garnelen und die Chilischoten in einen Mörser geben und mit einem Holzstößel zerstampfen. Ist alles zerkleinert, können die Schlangenbohnen hinzugefügt werden – weiter stampfen. Ein Drittel der Papaya in den Mörser geben und vorsichtig weiter stampfen. Das Gemüse sollte nur leicht zerdrückt sein, um Aroma abzugeben.

Schritt vier: Als Nächstes die Fischsoße, den Palmzucker und die Hälfte der Limette zu dem Gemüse in den Mörser geben. Dann leicht weiter zerdrücken. Dabei gleichzeitig mit einem Löffel in der anderen Hand das, was sich am Grund des Mörsers befindet, nach oben holen. Die restliche Papaya und die Karotten ergänzen und weiter mischen.

Schritt fünf: Mit Fischsoße, Palmzucker und Limettensaft abschmecken. Dann die Cocktailtomaten halbieren und zusammen mit den Erdnüssen in den Mörser geben. Zu guter Letzt noch mal durchmischen und stampfen. Dazu passt gedämpfter Jasminreis. Guten Appetit!

Myanmar: Fischcurry (nga sipyan)

Die Reise endet am Ngapali Beach an der Westküste Myanmars. Der Strand im Rakhine-Staat ist bekannt für seine frischen Meeresfrüchte. „Nga sipyan“ ist ein Gericht im Rakhine-Stil, einer Küche, die für ihre scharfen Chilis, aber auch für ihre Leichtigkeit berühmt ist.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Scharfes Fischcurry (nga sipyan) aus Myanmar. © Quelle: Christian Verlag

Zutaten

  • 800 g Filet von Heilbutt oder Kabeljau
  • 1 TL Salz
  • 0,25 TL gemahlenes Kurkuma
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein daumengroßes Stück Ingwer
  • 2 EL Öl
  • ein Drittel TL Paprikapulver
  • 1 EL Fischsoße
  • 1 Bund frischer Koriander

Schritt eins: Das Fischfilet in vier zentimeterlange Würfel schneiden. In eine Schüssel geben und mit dem Kurkumapulver und Salz vermischen. Den Fisch leicht kneten – am besten mit Küchenhandschuhen. Dann die Tomaten waschen und fein würfeln. Anschließend die Zwiebeln fein schneiden und in einem Mörser zerstampfen. Genauso mit dem Knoblauch und dem Ingwer verfahren.

Schritt zwei: Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln unter Rühren hellbraun braten. Knoblauch und Ingwer dazugeben. Dann das Paprikapulver einrühren und sofort die Tomaten und die Fischsoße untermischen. Alles zwei Minuten köcheln lassen. Bei Bedarf kann etwas Wasser hinzugefügt werden.

Schritt drei: Die Temperatur reduzieren. Anschließend den Fisch in den Topf geben und zwei Minuten ziehen lassen. Nun vorsichtig umdrehen und bei niedriger Hitze garen. Zum Schluss den Koriander waschen, grob schneiden und das Fischcurry damit bestreuen. Weißer Jasminreis schmeckt toll dazu.

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