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Frisuren in Corona-Zeiten: Welchen Einfluss der Zustand der Haare auf das Wohlbefinden hat

  • Friseursalons sind in der Corona-Krise bis auf Weiteres geschlossen – und die Haare vieler Menschen werden immer länger.
  • Wer die Haare also kürzen oder färben möchte, muss selbst ran. Doch dabei ist Vorsicht geraten.
  • Es gibt zwar Schlimmeres, als nicht zum Friseur gehen zu können – doch schlecht frisierte Haare sind nicht gut für das Wohlbefinden.
Kerstin Hergt
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Hannover. Es gibt in diesen Tagen wahrlich Schlimmeres, als nicht zum Friseur gehen zu können. Aber seien wir ehrlich: Mit Balken am Ansatz, kaputten Spitzen und aus der Form geratenem Fassonschnitt fühlt sich kaum jemand wohl. Ein schwacher Trost ist, dass man angesichts der Kontaktsperre mit seinem unfreiwilligen Undone-Look eh so gut wie niemandem unter die Augen tritt, der nicht zum eigenen Hausstand zählt. Und ins heimische Jogginghosen-Umfeld passen Out-of-Bed-Frisuren doch eigentlich perfekt.

Dennoch dürfte es so manchem schwerfallen, sich ans eigene Spiegelbild zu gewöhnen, das von Tag zu Tag mehr an die Römer in “Asterix der Gallier” erinnert. Druide Miraculix hatte ihnen einen Zaubertrank untergejubelt, der Bart und Haare unaufhörlich sprießen lässt. Ungebändigte Mähnen und lange Bärte – könnte das nicht vielleicht auch ein neuer Trend werden?

Trend geht unabhängig von Corona-Krise zu längeren Herrenfisuren hin

Immerhin stellte Stilexperte und Buchautor Bernhard Roetzel jüngst im Interview mit der dpa fest, dass “eine gewisse Ermüdung” bei ausrasierten Herrenfrisuren eingetreten sei. Er prognostiziert “generell eine Entwicklung hin zum längeren Haar” – unabhängig von der Corona-Krise. Gleichzeitig rät er zu einer gewissen Gelassenheit. Er befürchte nicht, dass Deutschland nun, da alle Friseure geschlossen haben, kollektiv zerzause. Doch räumt er ein, dass nach vier Wochen ohne Friseurbesuch eine “kritische Grenze” erreicht sei. Zumindest für Menschen mit Fassonschnitt. Ufert das Ganze womöglich in eine neue Vokuhilawelle aus? Eher dürfte vermehrt selbst Hand ans Haupthaar gelegt werden. Anreize in Form von Ratschlägen finden sich im Netz zuhauf. Allerdings gibt es einiges zu beachten, wenn man nicht noch schlimmer aussehen will als zuvor.

Keinesfalls Vorbildcharakter hat beispielsweise Pinks beherzter Griff zur Haarschneidemaschine. Die US-Sängerin schockierte dieser Tage Fans mit einem Video von ihrer selbst kreierten Frisur, bei der sie Mut zur Lücke ließ. Mittlerweile trägt sie nur noch Mütze.

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Vorsicht beim Färben: Umgang mit Haaren ist Profihandwerk

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Auch beim Färben sollte man nicht zu spontan sein und vor allem das Kleingedruckte lesen. Zwar jubeln Modemagazine und Youtuber, dass das Ansatzkaschieren oder Blondieren mittlerweile kinderleicht sei. Doch werden Warnungen meist hinterhergeschickt. So etwa auf der Website von “Harper‘s Bazaar”: “Wichtig ist eine gewisse Routine und Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Haar, den chemischen Substanzen und den notwendigen Essentials.” Wer diesbezüglich Zweifel hat, macht vor der Farbprozedur besser noch mal einen Bummel durch die Straßen im eigenen Quartier und zählt die Friseursalons. Dass es so viele gibt, hat seinen Grund. Haareschneiden und -färben ist nun mal Profihandwerk.

Frisur hat Einfluss auf Selbstbewusstsein

“Haare gut, alles gut”, lautet ein legendärer Werbeslogan aus den Achtzigerjahren. Die simple Formel hat durchaus psychologische Tiefenwirkung. Schlecht frisiert fühlen wir uns weniger selbstbewusst und weniger attraktiv. Die Psychologen Reinhold Bergler und Tanja Hoff haben die “Sprache der Haare” untersucht und festgestellt: Frauen glauben, an den Haaren ablesen zu können, wie temperamentvoll, gesund oder trendbewusst jemand ist. Männer trauen sich sogar zu, über die Haarpracht einer Frau auf Intelligenz, Leistungsorientierung und Selbstbewusstsein schließen zu können. Aber das ist wohl eine maßlose Überschätzung – ebenso wie die Annahme, dass ein Friseurbesuch lebenswichtig sei.

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